KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 10 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 169 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2268830-2268973-2268985--3777-2272878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachr.-Left K.C.-Blätter 169 Am 6. November 1930 hielt der Stadtverordnete und Vorsitzende des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Schlesien, Herr Hugo Frey, einen Vortrag über „Entstehung und Aufgaben den Reichsbanners". Er stellte am Ende seiner Ausführungen den bedauerlichen Mangel an Zusammenarbeit zwischen Arbeiterschaft und republikanischer Studentenschaft fest und hob das gerade im Gegensatz zu den nationalsozialistischen Studenten besonders hervor. In der Aussprache wurde seitens der Bundesbrüder auf die bisherige politische Betätigung der Verbindung und die Schwierigkeiten, zu Erfolgen zu gelangen, hingewiesen. Der Erfolg des Abends zeigte sich auch darin, daß ein erheblicher Teil der Aktiven und Inaktiven dem Reichsbanner beitraten. In der zweiten Hälfte des Semesters werden Vorträge von prominenten Vertretern der anderen republikanischen Parteien folgen. Auch soll ein Vortrag über Wesen und Ziele der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei gehalten werden. Für den 26. November 1930 hatte Herr Kartellbruder Rabbiner Dr. Vogelstein einen Vortrag über: „Glaube und Geschichte" angekündigt. Aeber dasselbe Thema hatte 3 Wochen vorher der gegenwärtige Rektor der hiesigen Universität, Herr Professor Dr. Lohmeher, seine Rektorats- Antrittsrede gehalten. Auf Einladung des A. H. V. hatte Seine Magnifizenz die Liebenswürdigkeit, mit seiner Gattin an dem Vortragsabend und dem sich anschließenden Bierabend teilzunehmen. Wir sehen es als eine Ehrenpflicht an, Seiner Magnifizenz für das mit seinem Erscheinen unserem Verbände bewiesene Interesse, auch hier unseren verbindlichsten Dank auszusprechen. Besonderer Dank gebührt auch unserem allverehrten Herrn Kartellbruder Dr. Vogelstein, der sich mit immer steigendem Interesse unserem Verbände zur Verfügung stellt. In der zweiten Hälfte des Semesters gedenken wir, mit den anderen Gruppen der hiesigen Studentenschaft im Sinne unserer Tendenz in persönliche Fühlung zu treten. A. A. V. Thurmgia Breslau. Mitgliederversammlung vom 2. Nov. Das Interesse an dem Gedeihen des A. H. V. ist erfreulicherweise wieder erwacht. Obwohl die Einladung fast nur die Besprechung vereinsgeschäftlicher Dinge angekundigt hatte, war doch eine größere Zahl von Bundesbrüderu erschienen als in den vergangenen Jahren, vor allem konnten wir viele Auswärtige begrüßen. Wir buchen diesen Erfolg mit um so größerem Stolz, als der Verband nunmehr auf 200 Mitglieder angewachsen ist. Leider steht die Lage der Finanzen des Verbandes keineswegs mit diesem erhöhten Interesse im Einklang. Infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Not, die sich auch in den Kreisen der Bundesbrüder in erschreckendem Maße breit gemacht hat, werden ständig erhöhte Anforderungen an die Verbandskasse und den Anterstützungsfonds gestellt. Ein beträchtlicher Teil der Bundesbrüder ist nicht in der Lage, die Beiträge zu zahlen, ein anderer Teil leistet Bewundernswertes an Nachlässigkeit. Obwohl der Vorstand durch eine Fülle persönlicher Schreiben einen Teil der Bundesbrüder zur Leistung von Zahlungen bewegen konnte, stehen noch Beträge von über 9000 RM. aus, so daß eine ordnungsmäßige Führung der Geschäfte, insbesondere die Leistung der Beiträge an die K. E.-Kasse nicht mehr möglich ist. Die Mitgliederversammlung sah sich daher genötigt, auf Vorschlag des Vorstandes eine einmalige Umlage von 10 RM. zu beschließen, die unter keinen Amständen gestundet werden darfnur bei Darlegung besonderer Amstände darf der Vorstand von der Einziehung dieser Sonderumlage in Einzelfällen absehen. Zur Entlastung der Vundesbrüder sollen in Zukunft diejenigen Bundesbrüder, die nicht in Schlesien ihren Wohnsitz haben und für ein auswärtiges K. C.-Heim Beiträge zahlen, keine Beiträge für das schlesische K. C.- Heim mehr entrichten. Der bisherige Vorstand, bestehend aus: Dres. Ernst Rosenthal, Alfons Budwig und Fritz Michaelis, wurde wieder^ gewählt. In den Ausschuß wurde gewählt Ernst Scheyer, Liegnitz, Fritz Cohn, Kurt Honigbaum und Walter Bernstein. Im Anschluß an die Mitgliederversammlung fand in den Räumen der Gesellschaft der Freunde das traditionelle Alt-Herren-Essen statt. Zu