KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 10 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 158 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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158 K. C.-Blätter Nachr.-Left Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. CWfmff * Or. Lugo Wallersteiner S. 158 — Dr. Max Gutmann S. 158 — Walter Goldmann S. 160 — Das Ergebnis der Berliner jüdischen Wahlen S. 160 — Aus der deutschen Studentenschaft S. 161 — Bücher- und BLätterschau S. 164 — Verbandsnachrichten S. 167 —'' K. C. -Lilfsfonds, Personalnachrichten, Adressenänderungen und Medizinischer Stellennachweis S. 172 — Inserate und K. C.-Veranstaltungen im Umschlag. Di*. Hugo Wallersteiner. (Licariae. München), gest. 3. Nov. 1930 Die sich immer wiederholende älteste Forderung des K. C. ist das Festhalten an allen Bindungen und Beziehungen zn Verbänden und Korporationen, in denen sich nichtjüdisches öffentliches Leben abspielt. Am 3. November starb nach kurzem schweren Leiden unser lieber Bundesbruder, Dr. med. Hugo Wallersteiner in Alm. Die Richtschnur seines Lebens war bewußt oder unbewußt diese Maxime. Hierdurch hat er uns und dem K. C.-Gedanken Dienste geleistet, die über seine kurzen Lebenslage hinaus dauern werden und uns für immer ihm zu Dankbarkeit verpflichten. Die Worte des Gedenkens, die an seinem Grabe gesprochen wurden, haben gezeigt, daß Wallersteiner sowohl als Arzt weithin das größte Ansehen genoß wie auch als Begründer der sportlichen Bewegung nicht nur in Alm, sondern zum Teil für ganz Württemberg anerkannt und geschätzt wurde. Die geradezu beispiellose Beteiligung aller jüdischen und christlichen Kreise an seiner Beisetzung bewies, wie einer der Ansrigen tiefe Wurzeln geschlagen hat in seiner ganzen, auch nichtjüdischen, Umgebung und daß Hugo Wallersteiner, der geborene Schwabe, durch ungezählte Beziehungen persönlicher und sportlicher Freundschaft mit dem von ihm gesiebten Schwabenlande verbunden war. Er selbst hing mit der ihm eigenen impulsiven Begeisterungsfähigkeit an den zahlreichen sportlichen und gesellschaftlichen Verbänden und Vereinen, deren Vertreter dankbar bekannten, daß auf ihn, der bis zuletzt trotz seiner ausgedehnten Praxis der 1. Vorstand vieler dieser Vereine war, die Gründung und die entscheidende Förderung dieser Vereine zurückzuführen ist. Sowohl als Student wie auch später blieb unser l. Wallersteiner stets der lebensfrohe und lebensbejahende Mensch, der mit seiner hochragenden, kraftvollen Erscheinung auch zu seiner Zeit als 1. Chargierter der Verbindung ein glänzender Führer war. Wallersteiner hatte keine Feinde. Stolz als Jude und K. C.er, ein gerader und ehrlicher Charakter, ein zuverlässiger Freund, nobel und großzügig, so wird sein Bild in unserer Erinnerung fortleben. Aufrecht und furchtlos, wie er gelebt, sah er in klarer Erkenntnis seines Zustandes dem Tode entgegen. Er nahm Abschied von seiner Frau und seinem Kinde und sprach auch den Wunsch aus, als guter Licare mit allen studentischen Ehren beerdigt zu werden. An seinem Grabe hat der Vertreter des A. H. V. Licaria und der Vertreter des Verbandes Württembergischer K. C.er herzliche Worte des Dankes und der Anhänglichkeit dem treuen Bundesbruder gewidmet. Die Verbindung hat durch ihre Chargierten in Wichs und mit Fahne ihm die letzte studentische Ehre erwiesen. Als unser l. Wallersteiner am 3. November für immer die Augen schloß, da waren auf den Tag genau 30 Jahre verflossen, seitdem dieser begeisterte Student alten Schlages, dieser, Korporationsstudent kaf exochen in die von ihm so geliebte Verbindung Licaria eingetreten war. Als einem ihrer Besten werden die Licaren ihrem l. Wallersteiner für alle Zeiten ein ehrendes Andenken bewahren. Dr. Eugen Strauß. Dr. Max Gutmann (Badeniae-Aeidelberg) gestorben 18. Oktober 1930. Die Reihen der alten Badenen lichten sich mehr und mehr. Nur allzu oft werden wir in den letzten Jahren daran erinnert, daß wir eine „alte Korporation" sind, bei der sich in nicht mehr allzu ferner Zeit Zuwachs und Abgang durch Tod die Waagschale hallen werden. Nannnt»