Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1930-10-01 · Heft 8 (Oktober 1930) · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 8 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 144 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2268830-2268973-2268983--3743-2272842
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

144 K.C.-Blätter Nachr.-Lest I Landsberg (Das Amnestiegeseh), des Staatsrechtslehrers an der Universität Berlin Professor Hermann Heller (Freiheit und Form in der Reichsverfassung), des Heidelberger Privatdozenten Gumbel (Strafvollzugsstatistik), ferner ein Originalbericht für den Republikanischen Richterbund über die politisch tief bedauerlichen Urteile von Zeitz und Weißenfels, endlich und namentlich auch die Chronik von Professor Hugo Sinzheimer die dreiteilig die literarische Revision des Drehfusprozesses, die Reichstagsauflösung und den Appell „Jugend an die Front!" behandelt. Die 3ust-z (Verlag Dr. Walther Rothschild, Berlin-Grunewald). Bd. V, Heft 12, September 1930. Das Schlußheft des 5. Jahrgangs bringt eine Reihe hochpolitisch-juristischer Aufsätze. Dem Parlamentsrecht, dem Lebensrecht und der Krise des Parlamentarismus, gilt der Beitrag des Reichstagspräsidenten Paul Lobe, dessen Diskussionsrede vom 21. Juli d. I. zu London vor der Interparlamentarischen Union hier vollständig wiedergegeben ist. Die brennende Frage des auf Art. 48 der Reichsverfassung gestützten Steuernotverordnungsrechts wird von Landgerichtsrat Dr. Kurt Cohn Chemnitz, in objektiver staatsrechtlicher Betrachtung untersucht. „Die Schicksalsstunde der Demokratie" überschreibt Professor Hugo Sinzheimer seine Septemberchronik, in der er den eindrucksvoll begründeten Ruf nach dem Reichskanzler Otto Braun erhebt. Der Leiter der politischen Abteilung im Reichsministerium des Innern, Ministerialdirektor Dr. Hans Menzel gibt dem Gesetzentwurf über das Reichsverwaltungsgericht eine prägnante Einführung auf den Weg. Professor Gustav Radbruch Teilnehmer an der Vorberatung der vom preußischen Kultusministerium in Angriff genommenen juristischen Studienreform, erörtert die Schranken, den Wert und die Tragweite dieser Reform. Professor E. I. G u m b e l setzt seine Abhandlung „Strafvollzugsstatistik" fort. Im wirtschaftsrechtlichen Teil berichten über Treuhand und über aktienrechtlichen Regreßverzicht Rechtsanwalt Dr. Heinrich Krön st ein und Reichsgerichtsrat Dr. S o n t a g. Das Augustheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird eröffnet durch eine Auseinandersetzung des Dozenten Dr. Lewkowitz mit der Lebensanschauung Siegmund Freuds, insbesondere seiner Stellung zur Religion. Mit gewohnter Klarheit und Schärfe greift Lewkowitz aus Freuds Gedanken das weltanschaulich Wesentliche heraus und zeigt alsdann in ebenso sachlicher wie überzeugender Weise, daß ein Naturalismus, der nur die lebenserhaltenden und auch die aggressiven Kräfte im Menschen sieht, dem Gesamtphänomen der Kultur als eine Erhöhung des gesamten Lebensniveaus aus völlig überlegenen Motiven, unmöglich gerecht werden kann, insbesondere natürlich den Sinn und damit auch das Recht der Religionen verkennt, die, wenigstens in ihren höheren Ausprägungen, keineswegs dem Lebens- und Herrschaftswillen dienen wollen. Eingehend setzt sich A. Kaminska mit neueren Arbeiten zur Psalmenerklärung auseinander und gibt selbst beachtliche Beiträge zur literarischen Einordnung vieler Psalmen und zur Erläuterung schwieriger Stellen. Andere Beiträge zur Bibelerklärung gibt H. Torczyner; hatten die neuen Erklärer geglaubt, daß der Erlöser Jesaja 9,5 genannt werd-e „Wunder, Berater, starker Gott", so zeigt Torczyner, daß der Einspruch der alten jüdischen Exegese gegen dieses letztere Beiwort durchaus berechtigt ist und weist einen überraschenden Weg der Erklärung. Der Beitrag Gehard Scholems über den Begriff der Extase in der Kabbala wird alle diejenigen interessieren, die in der Neubelebung des Prophetischen und Visionärenv die Hauptbedeutung der jüdischen Mystik sehen. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 RM. an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. Verantwortlicher Redakteur: Refr. Rudolf L. Leimansohn, Berlin. — Verlag: Philo-Verlag, Berlin SW 68. Lindenstrahe 13. — Druck: D. Feilchenfeld, Berlin SW 68.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.