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KC-Blätter · 1930-10-01 · Heft 8 (Oktober 1930) · p. Seite 143

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 8 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 143 (sequence 19)
Language
German
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Nachr.-Lest K. C.-Blätter 143 bewerb". Mit der Besinnung auf die Grundlagen des Rechts geht eine Besinnung auf die Grundlagen des Richtens parallel. Zur „Erneuerung des deutschen Rechtswesens" erscheint bei Rothschild die Zeitschrift „Justiz" unter Mitleitung von Sinzheimer, Radbruch und Mittermaier. In einer anderen Berlagsgruppe treten ' die überstaatlichen Bindungen hervor. In Frankensteins Internationalem Privatrecht und in den Internationalrechtlichen Abhandlungen werden die Fragen des Völkerverkehrs von neuem Aspekt her geklärt. Von der Erforschung internationaler Rechtsbeziehungen fuhrt der Weg des Verlages zur wissenschaftlichen Politik. Im Handbuch der Politik hat er für dies Gebiet das Standardwerk geschaffen. Heute gilt es besonders den Begriff Europa rn die Weltpolitischer Realitäten überzuführen. Im Handbuch des Abrüstungsproblems wird dem Ausgleich mit den Mitteln des Rechts vorgearbeitet. Die Schriftenreihe „Politische Wissenschaft" sucht ihn durch Erkenntnis der kontinentalen Gemeinsamkeiten. Zu den außenpolitisch orientierten „Europäischen Gesprächen", denen ein gleiches Ziel gesetzt ist, gesellen sich Bücher von Grotkopp und die Monatsschrift „Europa-Wirtschaft" für den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Mit der „Deutsch-Französischen Rundschau", welche die politische Annäherung der beider: Nachbarvölker fördern will, rundet sich der Arbeitskreis des Dr. Walther Rothschild-Verlages, welcher von der Renaissance des Rechts und der Geschichtswissenschaft ausgehend, .Mittelpunkt ernstester Gegenwartsaufgaben wurde. Daß er ein weites Arbeitsfeld noch vor sich sieht, weil noch so manche Gebiete des Staats- und Kulturlebens, der Innen- und Außenpolitik der verlegerischen Auswertung harren, zeigt für den Weitblick des Verlegers und die Bedeutung des ganzen Unternehmens in Gegenwart und Zukunft. Die Handelshochschule (Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften; Industrieverlag Späth & Linde). Es sei zu Beginn des Semesters mit besonderem Nachdruck auf die verdienstliche Edition des Verlages Späth 6c Linde hingewiesen, der in seinen Heften zur Erfassung des gewaltigen Lernstoffes der Rechts- und Wirtschaftswissenschaft allen Studierenden ein gutes Hilfsmittel beschert hat. Berufene Juristen und Nationalökonomiker haben in einzelnen Heften das gesamte Gebiet dieser Disziplinen in gedrängter Weise behandelt, in einer Weise, die zugleich sich bemüht, neben bloßer Paukerei auch die Problemfragen der betreffenden Gebiete anzudeuten. Es sei im allgemeinen auf die früheren Besprechungen in diesen Blättern verwiesen, in denen ausgeführt ist, daß speziell der Jurist das für seine Examensvorbereitung finden wird, was er an wirtschaftswissenschaftlichen Fächern braucht, und daß der Wirtschaftswissenschaftler eine gute Schulung in den von ihm erforderten juristischen Dingen finden wird. Als besonderes Heft in unserer fortlaufenden Besprechung der Serien sei heute auf das Zivilprozeßrecht von Prof, de Boor hingewiesen (Lieferung 69, 72). Besonders verdienstlich ist, daß auch das spröde Material des Zwangsversteigerungs- und Zwangsverwaltungsrechts hier zugänglich gemacht wird. Die Justiz (Verlag Dr. Walther Rothschild, Berlin-Grunewald). Bd. V, Heft 11. Das Augustheft der Justiz bringt die schlagende Gegenüberstellung zweier Reichsgerichtsurteile in Strafsachen, das eine gegen einen Kommunisten wirklich ergangen, das andere gegen Nationalsozialisten höchst bemerkenswerter Weise nur erdichtet, jedoch genau nach jenem Ebenbild entworfen! Eine sehr nachdenkliche Gabe der Rechtsvergleichung, zunächst für die Reichsanwaltschaft, deren Tatenlosigkeit gegen den Rechtsradikalismus augenfällig wird! Aber auch für das Reichsgericht und die Reichsregierung, denen der Nachweis von zweierlei Maß gegen links und rechts kaum gleichgültig sein kann. Der ungenannte Verfasser (Prokurator) hat sich durch diese synoptische Gegenüberstellung um die genaue Diagnose und die unbedingt erforderliche Heilung der politischen Tendenzjustiz an höchster Stelle wohl verdient gemacht. Gleichfalls von wuchtiger Aktualität sind Beiträge des früheren Reichsjustizministers Otto

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