KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 7 (August 1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 111 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Left K. C.-Blätter 111 Salten, die Philister sein, sondern immer die Strebenden, die Ringenden. Dann wird dieses Laus das K. C.-Laus werden, das zu sein es bestimmt ist. K. C. - Geist soll in diesem Lause walten, der Geist des Ringens und Strebens. K. C.-Geist, das ist so recht Neo-Friburg eng eist. Wie keine zweite kann unsere liebe Verbindung sich die Erstgeborene des K. C. nennen. Die erste Frucht des jungen Bundes der vier Väter des K. C. war unsere „Friburgia", die Arbeitsstätte des K. C. an unserer lieben Alberto-Ludoviciana. Die wechselreiche Geschichte des K. C. in Freiburg ist so recht eigentlich ein Niederschlag der Geschichte des K. C. K. C.-Geist soll herrschen, studentischer Geist. K. C.-Geist, das ist der Wille zum Kampf, der Wille zur Selbstaufopferung für unsere Sache, zur Selbstaufopferung bis zur Aufopferung der Verbindung selbst. Aber nicht der blindwütige Kampf, sondern gebändigt durch Selbstzucht, durch die Erkenntnis, daß der Einzelne nur ein Glied der Gemeinschaft ist, ihr verantwortlich, sie tragend und bestimmend. Der Gemeinschaft verantwortlich wollen wir sein, in ihr und für sie arbeiten. Keine Trennung von der Gemeinschaft im großen darf dieses Laus bedeuten. Offen muß unsere Arbeit vor einem jeden liegen. Keiner Absonderung soll es dienen, auch im eigenen Leim bleiben wir uns der Verantwortung bewußt, Glieder unseres deutschen Volkes zu sein, frei vom Dünkel auf unser Mademikertum, Juden zu sein, bewußt unserer Vergangenheit, stolz auf unser Sein. Nicht eine Zufluchtsstätte soll das Laus sein. Unser Wirken darf sich nicht auf dieses Laus beschränken, aber hier wollen wir den Inbegriff unser selbst finden, hier die Leimat, die Erholung, die Erneuerung. Kein Ghetto soll und darf dieses Laus darum auch sein, keine Absonderung von der übrigen Studentenschaft; keine Studentennation wollen wir bilden, sondern es soll ein Leim sein des freien, deutschen, jüdischen Akademikers. Jüdischer Geist soll in diesem Lause walten. Jüdischer Geist, das ist der Drang nach Wissen, der Drang nach Frieden, dem Frieden, der nur beruhen kann auf der Erkenntnis der Gerechtigkeit und Wahrheit. Gerechtigkeit und Wahrheit wieder in dem Sinne unserer Väter, die in dem einen Wort der Zedakah die Frömmigkeit, die Gerechtigkeit und die Wohltätigkeit, nicht im Sinne des Almosens, sondern der aus der allgemeinen Verantwortlichkeit gegenüber der Gemeinschaft sich ergebenden Pflicht, zusammenfassen. Ein Verbindungshaus weihen wir, das Laus der deutschen Studentenverbindung. Ein solches Verbindungshaus ist ein Leim der Jugend, ein Leim im edelsten Sinne unsererMuttersprache. Ein Leim soll es Euch werden, Ersatz für das Elternhaus, das Ihr verlassen, nicht nur eine Unterkunft für wenige Stunden des Frohsinns, sondern ein Leim der Freundschaft, an das Ihr mit stiller Wehmut und Dankbarkeit in allen kommenden Jahren zurückdenkt. Ein Leim der Freundschaft soll dieses Laus werden. Ein Laus der Freundschaft, das ist ein Laus der Arbeit, denn so schön Stunden des Frohsinns, die Stunden jugendlicher Begeisterung auch sind, wahre Freundschaft kann auf Frohsinn allein nicht erwachsen und Freundschaften aufs Leben sollt Ihr hier schließen, wie nur die Jugend sie zu schließen vermag. Wahre Freundschaft aber kann nur erwachsen aus gemeinsamem Erlebnis, gemeinsamer Arbeit, gemeinsamem Kampf. Darum soll dieses Laus ein Leim der Arbeit werden, der Arbeit am Werk, der Arbeit am Einzelnen und für die Gemeinschaft. Ein Laus der Jugend soll unser Neo-Friburgenhaus sein, ein Laus junger Menschen, voll von jugendlichen Idealen, offen dem Neuen, dem Kommenden und Werdenden, dem Strebenden und Ringenden, aber auch ein Laus der Treue soll es sein, die über dem Neuen nicht derer vergißt, die früher hier gewaltet, die ihrBestes und Edelstes: ihre Jugend diesem gleichen Streben gewidmet haben. Ein Neo - Friburgenhaus weihen wir. Wie die Bilder dieses Raumes alle die umfassen, die hier bei unserer Verbindung jung gewesen, so sollt Ihr deren Geist erfassen, ihre Arbeit erhalten und fortführen im Sinne Eurer Generation. So wie wir stets — trotz aller wechselvollen Schicksale unserer Verbindung — Vergangenheit und Gegenwart geeint, so sollt Ihr Treue halten Euch selbst. Eurer Jugend, Treue denen, die Euch dieses Laus gegeben, so wie wir alle Treue halten denen, deren Bilder schon der schwarze Flor