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KC-Blätter · 1929-03-01 · Heft 2 (März 1929) · p. Seite 10

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Journal
KC-Blätter
Volume
1929
Issue
Heft 2 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 10 (sequence 4)
Language
German
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Lange Jahre war er Vorsitzender des Meisterschen Gesangvereins, zuletzt Ehrenvorsitzender. Eine Kulturfahrt des Vereins durch Polen und Deutschland machte er noch vor wenigen Jahren mit. Der Verein hat durch seine Reisen und Konzerte erwiesen, daß auch in Polen deutsche Kulturträger sich ihrer Mission bewußt bleiben. — Odhins Haus war ein Treffpunkt aller Künstler, die in dem Meisterschen Verein gastierten. — Am 15. August d. I. schloß der schon lange Zeit Leidende die Augen, die so frohgemut in die Welt geblickt hatten, 6iy2 Jahre alt. Zu einer imposanten Kundgebung gestaltete sich die Beerdigung in Katowice am 18. August. Für den A. H.-Verband Viadrina sprach Sylvins Pick (Beuthen), der das Viadrinenband aus den Sarg ins Grab legte. Für das große Ansehen und die Liebe, die Odhin sich in seinem Wirkungskreise erworben hat, legen einige Beileidskundgebungen beredtes Zeugnis ab. Der deutsche Generalkonsul beklagt in seinem Schreiben an die Witwe den unersetzlichen Verlust, den das gesamte dortige Deutschtum durch Odhins Tod erlitten hat und hebt sein hervorragendes Wirken aus beruflichem, kulturellem und besonders künstlerischem Gebiete hervor, durch das er stch ein unzerstörbares Denkmal in den Herzen aller Deutschen gesetzt hat, ein Denkmal, dessen schönster Schmuck die Erinnerung an seine unerschöpfliche Hilfsbereitschaft und Herzensgüte ist, in deren Zeichen all sein Tun gestanden hat. — In wörtlicher Uebersetzung sei die Traueranzeige der Oberschlesischen Knappschaft in Tarnowshie Gory wiedergegeben: „Am Donnerstag, dem 15. August, verschied unerwartet Dr. Max Ehrenfried, San.-Rat und leitender Arzt der Ohrenklinik in Katovice im Alter von 61 Jahren. Dreißig Jahre, vom 1. September 1899 ab, hat der Verstorbene im Dienst der Knappschaft gewirkt. Der edle Rechtsmensch, der ausgezeichnete Gelehrte, der musterhaft gewissenhafte Arzt hat mit seinem Hellen Geiste und seiner geschickten Hand in diesen 30 Jahren unermüdlich und stets hilfsbereit unserem oberschlesischen Volke beigestanden. Er ging aus dieser Welt, nachdem er sich im Gedächtnis unserer Bergarbeiter, bei den Behörden und den Angestellten der Knappschaft ein Denkmal ewiger Dankbarkeit und Achtung gesetzt hatte. Vorstand und Verwaltung der Spölka B.raika. Dr. Potyka." Zum Schlüsse möge noch der Nachruf des Meisterschen Gesangvereins folgen: „In tiefer Trauer klagen wir um einen unserer Besten und Getreuesten. San.-Rat Dr. Max Ehrenfried Ehrenvorsitzender und langjähriger erster Vorsitzender unseres Vereins, schied von uns nach einem reichgesegneten Leben! Nicht nur ein Meister seines Berufes — ein vorbildlicher Mensch ist von uns gegangen — uns war er mehr! Von glühender Liebe zur Musik erfüllt, lebte seine Seele in Feierstunden, den erhabensten seines Lebens; ganz in ihrem Bann, war er ihr getreuester Jünger, ihr begeisterter und opferbereiter Diener. Sein mehr als dreißigjähriges Wirken in unserm Verein, jahrzehntelang als der erste Führer, ließen ihn Anteil haben an der Bedeutung, an dem Blühen und Gedeihen des Meisterschen Gesangvereins! In schweren Zeiten unserer Geschichte war er der Führer und Retter aus Not und Gefahr! — Ewig verknüpft bleibt sein Name mit dem Namen unseres Vereins, unvergeßlich sein Wirken, vom Lorbeer umrahmt sein Bild! Wir danken ihm für seine Treue, seine Liebe, seine Taten! In einer ewigen Harmonie von Dank und Verehrung nehmen wir tiefbewegt Abschied von ihm. Der Vorstand des Meisterschen Gesangvereins i. V. Rosa Speier. Ein tiefer Schatten hat sich aus die gelichteten Reihen der alten Viadrina gesenkt. Zu gewaltig klafft die neue Lücke. Die Erinnerung an den teuren Toten wird uns aufrecht erhalten. Wir wollen unsere Reihen wieder schließen und unverzagt weiter marschieren. Er aber ruhe in Frieden nach großer Lebensarbeit. Siegftied Klempner (Viadr.-Breslau). Mar Ghrrnfrled. Ich war vor 30 Jahren Referendar (Rechtspraktikant) in München, als ich von meiner lieben Licaria hörte, der berühmte „Säbel"- Ehrenfried, Dr. Max Ehrensried — Viadrinae — dessen Name in den Kartellverbindungen besonders bekannt war, sei in München eingetroffen und wolle uns besuchen. Es war ein denkwürdiger Nachmittag, als wir zum ersten Male Ehrenfried und seine Gatttn in unserem kleinen Raume im Parkhotel begrüßen konnten. Den Eindruck, den Ehrenftied auf uns machte, habe ich niemals vergessen. Man hatte sich außerordentlich viel von ihm versprochen, wie damals überhaupt ein kleiner Kultus mit den alten Viadrinen getrieben wurde, der wie jeder Kultus manches idealisierte, was vielleicht gar nicht so ideal gewesen war, der aber im großen und ganzen die Generation der Begründer unseres K. C. als eine Gemeinschaft darstellte, die wirklich unsere Ideale in reinster und innigster Form

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