KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 1 (Februar 1929)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeiflcfirift der im Kartell-Connent der Verbindungen deutidier Studenten jüdiichen Glaubens vereinigten Korporationen. Bezug nur gemeinsam mit Den X.c.»Mitteilungen. Bezugspreis iisIbjShriich 2,50 Mark zuzgi. 0.50 Mark Po(tgebüi]r. Bbonnementsbeflellungen Durch Den Verlag und Das K. C.-Bfiro. Bnzeigen-Bnnahme Durch Den Verlag I und Das K. C.=Büro, Preis 1 Mark für I Die einfach gespaltene Zeile nach RuD.I Mosse — Zeilenmeffer 15. j „Die Verbindungen im K. L. stehen auf dem Boden deulschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. L. lehnt die Bestrebungen zur Losung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz s und 2 bedingt ist." 19. Jahrgang Februar 1929 i. m Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Mose» Mendelssohns jüdische Keistrmg. Von Dr. Fritz Zn folgendem Aufsatz sind einige Gedankengänge aus einem Vortrag „Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns" herausgegriffen, den der Verfasser am 9. Januar im Auftrag der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" vor dem Provinzialverband Brandenburgischer K.C.er gehalten hat. Am 6. September dieses Jahres werden es 200 Jahre sein, daß Moses Mendelssohn geboren wurde. Dieser Tag wird nicht nur der jüdischen Welt etwas bedeuten: Mendelssohn hat in der Geschichte der Philosophie seinen Platz, mit Subres ' ist er der prägnanteste Vertreter jener Aesthetik, dir aus der Aufklärungsphilosophie heraus die klassische Aesthetik eines Kant und Schiller vorbereitete, mit Lessing stand er in der vordersten Reihe der maßgeblichen und tief wirkenden Literarkritik, als Stilist ist er vorbildlich gewesen und schließlich muß seine gesellschaftliche Stellung im Berlin der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und aus allem zusammenwirkende Bedeutung für das Allgemeinbewußtsein der Aufklärungszeit erwähnt werden. Aber all das hat doch nicht das; Gewicht seiner jüdischen Leistung gehabt, und so wird — trotz alles allgemeinen Gedenkens — sein LOOjähriger Geburtstag eine jüdische Feier werden. Denn von Mendelssohns Auftreten rechnet, wie immer auch die Stellungnahme zu seinem Wirken ist, eine neue Periode in der Geschichte der Juden. Ob sie als Zeit des „Eintritts der Juden in die allgemeine Kultur", als „Heraus- Bamberger. treten aus dem geistigen Ghetto", als „Assimilation" oder sonst irgendwie gekennzeichnet wird, Mendelssohn gilt als ihr erster Vertreter und als der, der sie möglich gemacht hat. Mit der Bibelübersetzung habe er seinen Glaubensgenossen die reine deutsche Sprache nahe gebracht, das Kernstück seiner Leistung aber sei gewesen, daß er die jüdische Religion philosophisch dargestellt und bewiesen und so ihre Vereinbarkeit mit moderner Kultur gezeigt habe. Diese Einheit von Philosophie und jüdischer Religion habe zusammen mit . der Toleranzidee als Argument für die Emanzipation neben die politischen Argumente treten und wirken können. So die übliche Anschauung, aber sie ist nicht ganz richtig und muß in wesentlichen Punkten korrigiert werden. Daß Mendelssohn einen wichtigen Beweisgrund für die jüdischen und besonders für die christlichen Verteidiger von Emanzipation und Toleranz abgegeben hat, ist gewiß; aber dieser Beweisgrund ist kaum aus der philosophischen Arbeit, aus der geistigen Leistung Mendelssohns genommen. Hat denn Mendels-- sohn wirklich diese Aebereinstimmung von Judentum und Pilosophie bewiesen? Er hat an sie geglaubt; er war überzeugt, daß die Wahrheiten seiner Religion mit denen der Phllosophie übereinstimmten und daß, wenn überhaupt eine geoffenbarte Religion mit der „allgemeinen Re-