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KC-Blätter · 1926-07-01 · Heft 3 (Juli 1926) · page 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 3 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Zeitschrift der im Kartell -ConDent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens vereinigten Korporationen» Bezug nur gemeinsam mit Den k.c.»Mitteilungen. Bezugspreis halbjährlich 2,SO Mark zuzgl. 0.50 Mark Poftgebübr. Bbo nnememsbeftellungen Durch Den Perlag unb Das K. C.«Büro. Bnzeigen-Bnnahme Durch Den Perlag unb Das K.C.-Büro, Preis 1 Mark für Die einfach gespaltene Zeile nach Bub. Müsse — Zeilenmesser 15. „Die Verbindungen im K L. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck denAampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und Sie Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Aultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der A.L. lehnt die Bestrebungen zur Losung der deutschen Iudensrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. €. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz s und 2 bedingt ist." 16. Jahrgang 3uli 1926 | 3. fjeft Nachdruck unserer A ufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Inhalt: Gibt es einen Fall Lessing? S. 29. — Recht und Staat in völkischer Auffassung S. 31. — Zionismus und Religion S. 36. Gibt es einen Fall Lesting? Von Dr. Hermann Berlak (Spr., Fr.-Ghib.) In den letzten Wochen war die Presse aller Richtungen erfüllt von Resolutionen und Beschlüssen über den „Fall Lessing", wobei der einzige Unterschied darin bestand, daß die eine Gruppe in dem Verhalten Lessings, die andere in dem der Hannoverschen Studentenschaft einen Verstoß gegen die akademische Freiheit sah. Der K. C. hat diesen Resolutionen keine weitere hinzugefügt. Der Fall Lessing hat Bedeutung nur, wenn man ihn grundsätzlich betrachtet. Alle Entschließungen lehnen es ab, für oder gegen Lessing als Person einzutreten. Die Person ist für sie wenigstens angeblich nichts, die Sache alles. Auch wir haben keine Veranlassung, für oder gegen Lessung als Person Stellung zu nehmen. Nicht darum geht es hier, ob Lessing für uns der unberechtigt angegriffene deutsche Jude ist. Wir haben es ausschließlich damit zu tun, ob die Hannoversche Studentenschaft unabhängig von der Person und dem Verhalten ihres Gegenpols zum Hochschulstreik auffordern durfte, um einem Dozenten das Lehrrecht zu nehmen und eine unsympathische Ministerial-Entscheidung abzuändern und namentlich, ob das Verhalten der Hannoverschen Studentenschaft ohne Beispiel dasteht, ob es etwas ist, was man an deutschen Hochschulen bisher nicht gekannt hat. Was ist denn grundsätzlich an dem Fall Lessing? Was unterscheidet ihn von den Ereignissen, die wir gewohnt sind? — Nichts! — Was hebt ihn heraus aus der großen Reihe von Zwistigkeiten, die wir in den letzten Jahren auf deutschen Hochschulen erlebt haben? — Nur sein Echo, nicht seine Motive! Gleichgültig, ob es antisemitische Gründe sind, die für die Stellung gegen Lessing den Ausschlag gegeben haben, ob man die politische Einstellung oder die ganze Persönlichkeit des Dozenten für unerträglich hielt, in jedem Falle ist das, was sich in Hannover zugetragen hat. nichts anderes als der Versuch, ohne über die Zwirnsfäden gesetzlicher Bestimmungen zu stolpern, der Studentenschaft ein Recht auf Berufung und Abberufung akademischer Lehrer zu sichern, nicht ein Vorschlagsvecht, sondern ein Recht der alleinigen Bestimmung, zum mindesten ein Recht der Aufstellung verbindlicher Richtlinien. Es hat eine Zeit gegeben, in der ruhige und besonnene Köpfe der deutschen Studentenschaft darüber stritten, ob die deutsche Studentenschaft wenigstens ein Mitbestimmungsrecht in der Richtung verlangen muß, in der die Hannoversche Studentenschaft es heute geltend macht. Es waren die Monate nach dem Umsturz, es war die Zeit bis zum Zusammentritt des ersten Würzburger Deutschen Studententages im Sommer 1919, es waren insbesondere die Kreise der sozialistischen Studentenschaft, diediese

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