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KC-Blätter · 1926-04-01 · Heft 2 (April 1926) · page 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 2 (April 1926)
Date
1926-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Zeitschrift der im Kartell-Gonoent der Verbindungen deutscher Studenten jÜdilthen Glaubens flnzeigen-flnnalime durch den Oerlag I und öas K. C.-Büro, Preis 1 Mark für I Dereimgien iiornoroiionen» Hie einfach gehaltene Zeile nach Hub. I * Masse — Zeilenmesser 15. [ Bezug, nur gemeinsam mit den K.C.«JIlltteilungen. Bezugspreis halbjährlich 2^0 Mark zuzgl. 0.50 Mark Postgebahr. Bbo nnementsbestellungen durch den Verlag und das K. C.«Bfiro. „Die Verbindungen im K.L. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschast mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K.L. lehnt die Bestrebungen zur Losung der deutschen Judensrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. <£. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz s und 2 bedingt ist." IS. fshrgsng April — 3uni 1926 2. tjeft Nachdruck unserer Aussätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Vuellenangabe gestattet. Inhalt: Die deutsch-kirchliche Bewegung S. 13. — Die jüdische Kolonisation in Rußland S. 18. — Macht oder Recht? S. 21. — 6 Jahre Sport im K. C. S. 27. Die deutsch-kirchliche Bewegung. Von Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach a. M. Wenn in diesen Blattern von einer innerhalb des deutschen Christentums, richtiger gesagt des deutschen Protestantismus, auftretenden Strömung die Rede ist, so hat das seinen guten Grund. Einmal gehört es zum Beruf des deutschen Akademikers, wenn er nicht bloß ein Fachmann, sondern ein innerhalb seines Kreises durch Wissen und Weitblick Führender sein will, von den die deutsche Geisteswelt durchströmenden Gedanken und den in ihr sich abspielenden Kämpfen sich Kenntnis zu verschaffen und mit ihnen sich auseinanderzusetzen; und für den jüdischen Akademiker erwachst hier noch eine besondere Pflicht, weil diese deutsch-kirchliche Bewegung ein Stück des Kampfes gegen das Judentum ist und ihre Träger zu ihren Schlüssen und Zielen aus einer bestimmten Voreingenommenheit gegen das Judentum gelangen. Es ist eigentlich nicht ganz richtig, nur von einer Strömung innerhalb der Kirche zu reden. Zwei Tendenzen sind zu verfolgen, eine ganz radikale, außerhalb der Kirche sich bemerkbar machende und in bewußtem Gegensatz, ja in Feindschaft zu ihr stehende, und eine zweite, innerhalb der Kirche sich bewegende. Die radikale geht dahin, aus der Mitte des deutschen Volkes das Christentum völlig zu entfernen. Sie erblickt in dem Christentum eine jüdische Angelegenheit, und ihre Träger gehen von dem instinktmäßig erfaßten Bewußtseinsinhalt aus, daß alles Jüdische, als einer minderwertigen Rasse entstammend, abzulehnen ist. Sie erklären das gesamte Christentum in Bausch und Bogen als etwas Jüdisches; durch positives Wissen nicht beschwert, und in allen diesen Dingen einfach dilet» tierend, sehen sie auch in den Vorstellungen und Lehren, in denen das Christentum vom Judentum geschieden ist, ein Jüdisches. Und so betrachten sie es als ihre Aufgabe, das deutsche Volk um des reinen Deutschtums willen von diesem jüdischen Gebilde zu befreien. Sie nehmen vor allem Anstoß an den mit dem Christentum — hier tatsächlich aus dem jüdischen Ursprung herstammend — verbundenen Humanitätsgedanken, der Feindesliebe, der Pflicht der Barmherzigkeit und der Vergebung angetaner Unbill, dem Verbot, nicht selbst Vergeltung zu üben, der Bußstimmung. Ihnen erscheint das alles dem germanischen Wesen fremd und mit ihm nie vereinbar, und darum erscheint es ihnen notwendig, das deutsche Volk aus der seit der Ausbreitung des Christentums in deutschen Landen geknüpften Verstrickung in diese Ideen zu lösen und dem unverfälschten deutschen Denken wieder

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