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KC-Blätter · 1926-01-01 · Heft 1 (Januar 1926) · page 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 1 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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K.C.-Blatter Zeitschrift der im Kartell-Gonnent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Gloubens flnzeigen-Bnnaljine durch den Verlag nereinigten Korporationen» du einfach gefpaiune zeue n?» vuvl * Masse — Zeilenmesser 15. Bezug nur gemeinsam mit den K.C.=JIHtteilungen. Bezugspreis liaidjShrlich 2,50 Mark zuzgl. 0.50 Mark Postgebühr, stdonnementsdesteliungen durch den _Verlag und das K. C.-Büro. „DieVerbindungen im K. L. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck denKampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande find, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen iin K. <£. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz \ und 2 bedingt ist." 16. Jahrgang Danuar — (Harz 1926 l.Yest Nachdruck unserer Auffätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Inhalt: Dantes Stellung zu dem Problem „Politik und Moral" S. 1. — Josef Lirsch, 50 Jahr S. 6. — Ansprache S. 6. — N,ach 30 Jahren S. 7. — K. C. und K. I. V. S. 10. — Karl Laymann f- S. 11. — Bücher und Blätterschau S. 12. Dantes Stellung fit dem Problem „Politik «nd Moral". Von Rabbiner vr. Bruno Italiener, Darmstadt. Dantehatte eine dreifache Liebe: Die eine galt seinem katholischen Glauben, die andere Beatrice, der Geliebten seiner Jugend, und die dritte Florenz, seiner Heimat. Niemals würde Dantes unsterbliches Werk von der dankbaren Nachwelt das Prädikat „göttlich" empfangen haben, wenn es nicht aus den drei ewigen Quellen des Menschenherzens, Glaube, Liebe und Heimat, geheimnisvolle Kräfte schöpfte. Es liegt eine eigenartige Tragik darin, daß diese dreifache Liebe Dantes in dreifachem Sinne unglücklich war. Die damalige katholische Welt stand infolge der Zügellosigkeit ihrer Geistlichen in schroffem Gegensatz zu dem Idealbild, das Dante von der Kirche im Herzen trug. Beatrice, der Stern seines Lebens, wurde, von einem Fieber erfaßt, ihm jählings in jugendlichem Alter entrissen, und Florenz jagte im Jahre 1302 seinen größten Sohn aus den Toren, heftete ihm den Makel des Betruges, der Erpressung und der Bestechlichkeit an, schleuderte nach dreizehn Jahren das Verbannungsedikt nochmals wider ihn und ließ den Dichter mit sehnsuchtskränkem Herzen fern der Heimat 1321 in das Grab sinken. Aber während Dante die Schmerzen, die ihn um seines Glaubens und Beatricens willen trafen, gleichsam schuldlos trug, hier verursacht durch ein hartes Geschick, dort durch Verhältnisse, die zu ändern außerhalb seiner Macht lagen, war sein politisches Martyrium, vom Standpunkt der Alltagsklugheit betrachtet, selbstverschuldet. Hätte Dante den strengen Forderungen seines Gewissens nur ein wenig mehr Spielraum. gegönnt, hätte er nur im geringsten die längst vor Machiavelli geltenden machiavellistischen Methoden sogenannter Realpolitik sich zu eigen gemacht, gar vieles wäre ihm erspart geblieben. Ja, wer weiß, ob er nicht zu einem gefeierten Staatsmann emporgestiegen wäre. Alle Erfordernisse zu einer glänzenden politischen Laufbahn brachte Dante mit. Von bewundernswerter Auffassungsgabe, wie wenige erfüllt von dem Wissen der damaligen Zeit, dabei keineswegs ein Stubengelehrter, sondern wohlbewandert in allen ritterlichen Künsten, von wiederholt bewiesenem persönlichen Mut, Sprößling einer zwar verarmten, aber doch alten vornehmen Familie, verheiratet mit einer Frau aus einem der feudalsten Geschlechter der Stadt — wo gab es jemand, der für eine politische Karriere günstigere Vorbedingungen hätte aufweisen können! Als Dante 30jährig im Jahre 1295 in die politische Arena eintrat, waren die schweren wirtschaftlichen Kämpfe zwischen Bürgertum und Magnatentum zunächst vorüber; sie hatten äußerlich mit dem Sieg der Bürgerlichen geendet. In Wirklichkeit ging der Kampf weiter, der durch den

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