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KC-Blätter · 1925-10-01 · Heft 4 (Oktober 1925) · p. Seite 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1925
Issue
Heft 4 (Oktober 1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 64 (sequence 18)
Language
German
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Ebenso auch im Judentum. Solange Ghettomauern . kulturelle Gemeinschaften verhinderten, war Judentum das einigende Band in absoluter Totalität, gab es keine Frage, ob Weltanschauung, Glaubensbekenntnis, Kulturgemeinschaft oder Volkstum die Juden zusammenschließt, was sie -mit ihrer Umwelt vereinigt, was sie trennt. So auch heute noch für das Ostjudentum, und darum die Verbreitung des Zionismus unter diesem. Für uns moderne Menschen ist Judentum — mögen die einigenden Bande in der Vergangenheit auch vielseitiger gewesen sein — die überstaatliche Verbundenheit in einer Weltanschauung und. Lebensauffassung. Diese unter Wahrung unserer deutschen Kulturideale uns zu erhalten und beides auf kommende Generationen zu überttagen, ist unsere Aufgabe in der Geschichte. So hat die K. C.-Jdee nicht Schiffbruch erlitten, sondern die steht heute noch unverrückt da, als- Ideal derer, die den Fortschritt der Menschheit im Auge haben und die die Ziele mittelalterlichen Staates als endgültig überwunden bettachten.. Auch vom Standpunkt der Zweckmäßigkeit und Methode wäre ein Aufgeben unserer Ideale nichts als eine Fahnenflucht. Dann würden wir denen Recht geben, die uns vor Jahren bei einer studentischen Feier für die 1848er Nationalversammlung die Türe zur Pauluskirche versperrten, in der Rieß er das Wort gesprochen von der Unlösbarkeit der deutschen Kulturgemeinschaft. Wenn wir uns selbst ausschließen aus dem Kreis, in den wir hinein zu gehören glauben, würden wir uns selbst ausgeben und müßten uns damit selbst verachten. So lange wir dies nicht tun, stehen die Ideale des K. C. auch heute unverrückt. vm Bücherschau IBS Zum zwanzigjährigen Bestände des Verlagsunternehmens unseres Kartellbruders Dr. Walther Rothschild. Auch wirK. C.er müssen es leider immer wieder erfahren, daß der Schwung der Jugend, die heiße Sehnsucht nach den Dingen, „die nicht von dieser Welt sind", im Kampfe des Alltags weiter und weiter verloren geht, und meist nur die stille Resignation bleibt. Aber nicht vergessen dürfen wir, daß unsere Jugend führender Geister bedarf, die. durch ihre Persönlichkeit, ihr Wirken zeigen, daß die zarte Pflanze des Ideals auch im Leben gepflegt werden kann. Wenn ich einem Wunsche der Redaktion der K. C.- Blätter .folge, und anläßlich des zwanzigjährigen Bestandes seiner Verlagsbuchhandlung unserem Kartelle bruder Dr. Rothschild mit diesen Zeilen den Glückwunsch des K. C. ausspreche, so geschieht dies nichtum damit den Reigen zu eröffnen zur Registrierung der üblichen „Ehrentage", die nur den Ablauf von Zeit bezeichnen. Nur außerordentliche Leistungen und außerordentliche Persönlichkeiten sollten in unseren K. C.» Blättern gewürdigt werden. Zu diesen aber gehört sicherlich die Verlegertätigkeit unseres lieben Kartellbruders Rothschild. Das Archiv für Rechts- und Wirtschaftsphilosophie ist sein Werk. In seinem großen Landbuch der Politik spiegelt sich das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben der letzten Jahrzehnte. Die in seinen Verlag übernommene Zeitschrift - „Markenschutz und Wettbewerb", wie die bekannte von Eger herausgegebene „Zeitschrift für Eisenbahn- und Verkehrsrecht" haben ihren Ruf als führende Zeitschriften bewahrt. Inseine m Verlag ist neuerdings die „Justiz" erschienen. Zahlreiche Juristen ersten Namens haben ihre Werke seinem Verlage anvertraut. So umfangreich und vielseitig der Kreis seiner Arbeit war, bildet doch der Geist, der sich in der Auffassung seines Verlegerberufes dartut, den Lauptreiz seines Schaffens. Nicht auf Augenblickserfolge materieller Natur kommt es ihm an; er hält sich fern vvn dem sich in eilender Last überstürzenden Wettkampfe der Konjunkturproduktion; er hat aber dafür die Genugtuung in ernster, aber zielbewußter Arbeit eine Reihe von dauernden Werten geschaffen zu haben. So ist auch unser lieber Kartellbruder Dr. Rothschild, der lange Jahre ein frischfroher Student und treuer K.C.er gewesen, auch im „Philistertum" nicht zum „Philister" des Alltags geworden. Dr. Adolf Asch. (Spr.) DieIustiz:ZeitschriftfürErneuerungdesdeutschen Rechtswesens. In Verbindung mit Msttermaier- Gießen, Radbruch-Kiel und Sinzheimer-Franksurt herausgegeben von Oberverwaltungsgerichtsrat Kroner-Berlin. Verlag: Dr. Walther Rothschild <Ghib.) Berlin. Eine neue juristische Zeitschrift. Nicht etwa eine von dem im deutschen Schrifttum üblichen, fast überreich vertretenen Typus, sondern ein Blatt mit ausgesprochen politischerTendenz. Mehr noch als die Namen der Herausgeber sind die der Mitarbeiter des vorliegenden ersten Leftes für die Richtung bezeichnend: Landgerichtspräsident Prof. Dr. Levin-Braunschweig, Ministerialdirektor Dr. Falk- Berlin, Staatsminister a, D. Rechtsanwalt Wolfgang «Heine-Berlin, Rechtsanwalt Dr. Max Lirschberg-München, Rechtsanwalt Dr. Ernst Fuchs-Karlsruhe und viele andere, Namen wahrlich, die sich in Theorie und Praxis allerbesten Klanges erfreuen. Namen die auch die Gewähr dafür bieten, daß die „Justiz" nicht negative, nörgelnde Kritik üben will, sondern daß es ihr auf eine innere Entwicklung des Rechtes und vor allem der Rechtsausübung in dem von ihr für richtig gehaltenen Sinne ankommt.. Man braucht nicht mit jedem Worte und mit jedem Aufsatze gleicher Meinung zu sein — wie viele selbst der fortschrittlichsten Juristen lehnen z. B. die sreirechtlichen Lehren von Ernst Fuchs ab, — man kann sogar sehr verschiedener Ansicht darüber sein, ob eine solche politisch-juristische Zeitschrift nötig und wünschenswert war, — man wird aber dem tiefen und verantwortungsbewußten Ernst, der aus dem ersten Lefte spricht, zum allerwenigsten seine Lochachtung nicht versagen können. Jeder, der es gut meint mit dem deutschen Vaterland und mit der deutschen Rechtspflege, wird, — wo er auch politisch stehen mag — anerkennen müssen, daß das erstrebte Ziel wahrlich des Schweißes der Edlen wert ist. Die Aeberbrückung der nicht wegzuleugnenden Kluft zwischen dem Volk und der Rechtsordnung. In dem glänzend geschriebenen Geleitwort Sinzheimers heißt es, daß jede Iüstizreform scheitern muß, wenn nicht zugleich mit ihr eine Iuristenreform verbunden ist, daß diese Iuristenreform nicht nur von der Schulung technichen Geistes abhängt, sondern von der Gewinnung reifer, vergeistigter, vom Rechtsgeiste erfüllter Persönlichkeiten. Staat und Recht sollen und müssen wieder eins werden. Der K. C., der oft und schmerzlich genug an seinem eigenen Leibe die Folgen einer ihm verständnislos gegenüberstehenden Rechts- und Verwaltungspraxis erfahren hat, kann der »Justiz" nur den besten Erfolg wünschen. L.L. Verantwortlicher Redakteur: vr. Hermann Berlak, Berlin. — Verlag: Philo-Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 13. Druck: D. Feilcheufeld, Berlin SW 68

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