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KC-Blätter · 1925-10-01 · Heft 4 (Oktober 1925) · p. Seite 50

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Journal
KC-Blätter
Volume
1925
Issue
Heft 4 (Oktober 1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 50 (sequence 4)
Language
German
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15 3abre KC.BIämr. ^tm 1. Oktober 1925 waren 15 Jahre vergangen, seit die erste Nummer der K. C.-Blätter erschien. Die Versuchung lag nahe, eine Jubiläumsnummer aus diesem Anlaß erscheinen zu lassen, um so mehr, als das 10jährige Jubiläum der Blätter in die Zeit der Inflation fiel und man damals Mühe genug hatte, die Zeitschrift vor dem Verschwinden zu bewahren. Auch heute wollen wir nicht den Anspruch daraus erheben, ein Jubiläum zu feiern, sondern wir wollen nur dieses Tages gedenken und einmal wieder in diesen Blättern allen denen das Wort geben, die im Laufe der Jahre sich in die Verantwortung der Herausgabe unserer Zeitschrift geteilt haben. So marschieren sie denn heute alle auf, die einstmals die K. C.- Blätter geleitet haben, und nur einige fehlen, die in der Zeit am Werke waren, in der die Redaktion auf mehreren Schultern lastete. Wie sie heute hier zusammenströmen, die schon manche Feierstunde der Gemeinschaft geopfert haben, so mögen diese Blätter auch von den Lesern ausgenommen werden, als ein Mahnruf, immer zur Stelle zu sein, wenn es gilt, für eine lieb gewordene Sache einzutreten, Jugendfreundschaft zu erhalten über die Zeit der Jugend hinaus. Wenn der gegenwärtige K. C.-Redakteur diese Blätter der Erinnerung einleitet, kann es nicht ohne ein Zeichen der Wehmut geschehen. Wenn man die 15 Jahrgänge durchblättert, die hinter uns liegen, dann empfindet man, wie auch diese Blätter Höhepunkte und Niedergänge gehabt haben, dann muß man als aufiichtiger Kritiker sagen, daß auch die heutige Zeit noch keinen Höhepunkt darstellt. Freilich, die Zeiten für eine jüdisch-akademische Zeitschrift,, wie Alexander sie fordert, sind schwerer als sie vor 15 Jahren waren, und wir freuen uns dieser Erschwerung. Die Literatur des deutschen Judentums ist größer geworden, Aufgaben, wie sie sich die K. C.-Blätter gestellt haben, kannten damals nur wenige Blätter. Die Allgemeine Zeitung des Judentums setzte sich andere Ziele, und die Zeitschrift „Das Liberale Judentum", die inzwischen von der „Jüdischliberalen Zeitung" abgelöst worden ist, bestand damals noch nicht. „Der Morgen" ist erst eine Gründung des letzten Jahres^ und die Vorgängerin der „C. V.-Zeitung", die Monatsschrift „Im Deutschen Reich" konnte und wollte andere Wege gehen als die K. C.-Blätter. Aber trotz der neuen Mitbewerber ist die Aufgabe der K. C.-Blätter nicht erfüllt, sie ist nur stärker zusammengedrängt worden auf die durch unsere Tendenz zugewiesenen Gebiete. Aber diese Aufgabe können die Blätter nur erfüllen bei regster Mitarbeit unserer Freunde in- und außerhalb des K.C. Auch äußerlich hat sich manches gewandelt. Wir haben in der höchsten Not der Inflation, als alle anderen Möglichkeiten versagten, um die K. C.-Blätter zu erhalten, die K. C.-Mitteilungen gegründet und haben diese Trennung ausiecht erhalten, um die K. C.-Blätter von allem frei zu machen, was Alltagssorge ist. Ehe der 16. Jahrgang erscheint, werden wir zu entscheiden haben, ob es bei dieser Trennung bleibt, ob sie anders gezogen werden soll oder obdie Blätter wieder zu einer Einheit zusammengefaßt erscheinen sollen. Keine größere Freude könnte uns bereitet werden, als wenn wir instand gesetzt würden, mit dem 16. Jahrgang wieder außer den Mitteilungen allmonatlich ein mindestens einen Bogen starkes K. C.-Blatt herausgehen zu lassen. Ohne die Mitarbeit unserer Freunde in geistiger und materieller Hinsicht ist dies aber nicht möglich. Wenn wir somit den 15. Jahrgang zum Abschluß bringen, so stellen wir mit Freude fest, daß der Pessimismus des Redakteurs bei dem zehnjährigen Jubiläum sich als unberechtigt erwiesen hat. Die K. C.-Blätter haben die Hoffnung des ersten Redakteurs erfüllt, sie haben das Band der Freundschaft zwischen den Angehörigen des Verbandes erhalten über die Zeit des Krieges hinweg, die Einheit des K.C. gewahrt trotz aller Verschiedenheit der Generationen. Die K. C.-Blätter waren das Sprachrohr, durch das unsere Idee hinausdrang in die bürgerliche Welt, sie werden diese Aufgabe erfüllen auch in den künftigen Jahrgängen. Euch, Ihr Kartellbrüder, seien diese Blätter eine Mahnung derer, die für Euch gewirkt haben und die Euch auffordern mitzuarbeiten und auch durch Spenden beizutragen, daß die K. C.-Blätter ihre Aufgabe weiter erfüllen können, und Ihr Freunde und Leser außerhalb des Verbandes, die Ihr wollt, daß die deutsch-jüdische studentische Jugend ihre Aufgaben erfüllen kann, erhaltet uns Eure Freundschaft und erhaltet sie unserer Zeitschrift. H. B.

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