KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 3 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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K.C.-Blätter Zeitldirift der im Kartell - Conuent der Verbindungen deuticker Studenten jüdiichen Glaubens Rnzeigen-Rnnaljme durch den Verlag I U ****** und Das K. C.=Büro, Preis t Mark für I uereiniqten norporalionen, die einfach gerpaltene Zeile nach RuD. I 1 Masse — Zeilenmesser 15. | Bezug nur gemeinsam mit den R.L.-Mitteilungen. Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zuzgl. 0.50 Mark Postgebühr, stdonnementsdestellungen durch den Verlag und das X. L.-Büro. „Die Verbindungen im A.L. stehen auf dein Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck denAamxf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K.<£. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhall» des Judentums nehmen die Verbindungen im A. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz \ und 2 bedingt ist." 15. fahrgang Hüll — September 1925 3. tieft Nachdruck unserer A üfsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Dnhalt: Der internationale Jude S. 29 — Der völkische Kampf gegen Synagoge und Kirche S. 33. — Kampfgemeinschaft S. 37. — Der K. C. im neuen Staat S. 38. — Sinn und Bedeutung des K. C. in der deutschen Gegenwart S. 43. — Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner S. 46. — Bücher- und Blätterschau S. 46. Der internationale Jude!*) Von E>r. Felix Goldmann-Leipzig (Thur., Saxo-Bav.). Die schlimmste Diktatur des Kulturlebens ist die des Schlagworts. Cs legt sich lähmend aus die Denktätigkeit, überhebt den Menschen der peinlichen Notwendigkeit eigener geistiger Arbeit, zaubert eine unendliche Reihe von logisch erscheinenden Vorstellungen vor die Seele und wirkt als Lebensauffassungs- oder gar Weltanschauungsersah! Cs verbreitet sich mit der Geschwindigkeit einer Epidemie, und es haftet mit der Hartnäckigkeit einer chronischen Erkrankung. Cs wirkt, wenn das Individuum sich mit sich selber zu beschäftigen beginnt, mit der einschläfernden Kraft eines Betäubungsmittels, und wenn es sich um die Einmischung in die Angelegenheiten anderer Menschen oder die des Staates handelt, mit der Wucht einer aufpeitschenden Medizin. Das Schlagwort ist eben — ein trauriges Zeichen für die Llnselbstän- *) Der vorliegende Aufsatz, der vorwiegend theoretische Fragen behandelt, ist mit angeregt worden durch das vortreffliche Buch unseres Kbr. Bruno W.eil. (Die jüdische Internationale, 1924 Verlag für Politik und Wissenschaft, Berlin SW 48) das die historischen Tatsachen in erschöpfender Weise zusammenstellt. Es sei seiner reichen Anregungen wegen jedem Kartellbruder auf dasdringendste zum Studium empfohlen. digkeit und das Ruhebedürfnis der Seelen — im politischen Leben des neuen Deutschland ein ausschlaggebender-Faktor geworden. In der Fülle dieser Schlagwörter steht an erster Stelle der Begriff „national" und sein Gegensatz „i n te r n a t i o n a l", der je nach dem augenblicklichen Bedürfnis soviel bedeutet wie „anational" , „antinational" oder „übernational"! Das politische Leben Deutschlands, . für das ja die reaktionäre-völkische Minderheit infolge ihres Terrorismus und ihrer in der Beamtenhierarchie der Staatsverwaltung und der Justiz fest verankerten tatsächlichen Gewalt derart tonangebend ist, daß selbst die freiheitlich-demokratische Mehrheit ihren Maßstab anerkennt, hat nun das Dogma aufgestellt, daß Nationalismus und Internationalismus in jeglicher Gestalt sich wie Himmel und Hölle, wie der Inbegriff aller Tugend und der Abgrund aller Verworfenheit, gegenüberstehen. Infolgedessen wird ein großer Teil der politischen Kraft der freiheitlichen Parteien auf den Nachweis verschwendet, daß man allem Internationalismus wirklich und wahrhaftig vollständig fernstehe, Llnd es ist begreiflich, daß auch im jüdischen Leben nicht nur unser allseitig beliebter Spaßmacher, der Verband national-deutscher Juden, sondern auch wirklich ernst zu nehmende, im Boden positiven jüdischen