KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 3 (August 1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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KC.-Blätter Zeitschrift der im Kartell - Connent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens vereinigten Korporationen» „Die Verbindungen im K. <£. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gefinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande find, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K.L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Iudenftage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz \ und 2 bedingt ist." 14. Jahrgang | flugulf — Oktober 1924 | 3. fjeft Nachdruck unserer Aussätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Bnzeigen-Bnnahme durch den Verlag, Preis 0,50 M. für die ein fad) gespaltene Zeile. Ndonnementsdestettungen durch den Verlag und das K. C.«Büro. Bezug nur gemeinsam mit den lt, O.-Mitteilungen. Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark. Dnhalt: Unsere politische Kampfstellung S. 29. — Vom jüdischen Kutturbegriff S. 35. — Motive und Fragmente IV S. 39. — Zur Korporationserziehung S. 40. — Zur Kompetenz der Landesverbände S. 43. Unser» politische Kampfstellung. Referat vom Würzburger K. C.-Tag. Von Dr. Franz £. (Sagen Fuchs (Spr. Bav.) Wenn wir uns entschlossen haben, auf dem K.C.-Tage in einem Referat mit dem Titel „Unsere politische Kampfstellung" unsere allgemeinpolitische, nicht etwa unsere jüdisch-politische Stellung zur Diskussion zu bringen, so geschah dies im vollen Bewußtsein der Bedenken, die von vielen Seiten gegen eine Erörterung politischer Probleme in unseren Reihen gerichtet werden konnten. Zu den geschriebenen und ungeschriebenen Axiomen des K.C. gehört seine allgemeinpolitische, seine partei-politische Neutralität. Politische Neutralität, das ist ein Begr'.sf, mit dem wir in der Nachkriegszeit die eigenartigsten Erlebnisse gemacht haben. Der Berliner Lokal-Anzeiger ist „politisch neutral", der Hochschulring Deutscher Art nennt sich so, und jede seit der Revolution aufkommende politische Organisation einer bestimmten Richtung hält es mir ihrer Würde für vereinbar, sich zunächst als „parteipolitisch neutrale Organisation aller auf vaterländischem Boden Stehenden" o. ä. zu bezeichnen, um damit naive Gemüter für sich zu gewinnen. Wir brauchen uns nicht zu bestätigen, daß unsere parteipolitische Neutralität mit dieser Scheinneutralität nie etwas" zu tun hatte. Wir müssen uns aber darüber klar werden, welches das wahre Wesen, die wahren Grenzen und die einzig möglichen Voraussetzungen unserer sogenannten parteipolitischen Neutralität sein können. Wenn ein „Schutzverein zur Förderung der gemeinsamen Interessen der Bienenzüchter in der Provinz Westpreußen" sich in seinen Statuten zu parteipolitischer Neutralität bekennt, so tut er damit eine. Selbstverständlichkeit kund. Kein Mensch würde verstehen, was die Parteipolitik mit den Interessen der Bienenzüchter in Westpreußen zu tun hat. Der Verein ist eben seinem Wesen nach parteipolitisch indifferent, (sofern in einer Zeit, wie der heutigen, eine menschliche Organisation das überhaupt sein kann). Auch von dieser Art ist unsere parteipolitische Neutralität sicher nicht. Sie kann es nicht sein, denn die praktische Auswirkung unserer Tendenz und zwar nicht nur,'soweit sie vom Verbände als solchem ausgeht, sondern auch soweit sie in die Betätigung, des einzelnen jungen Aktiven gelegt ist, hat so innige Berührung mit allgemeinpolitischen Fragen, daß von einer Ausschaltbarkeit der Politik aus dem Rahmen unserer Bestrebungen nicht gesprochen werden kann; — ohne damit in die berechtigten seelischen Interessen derer eingreifen