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KC-Blätter · 1924-05-01 · Heft 2 (Mai 1924) · page 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1924
Issue
Heft 2 (Mai 1924)
Date
1924-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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K.C.-Blätter Zeitschrift der im Kartell-Convent der Verbindungen deuifcher Studenten jüdilcben Gloubens Bnzeigen-Nnnahme durch den Verlag.! rtnvftiviimin*. Un*nnMii<«nnii Preis °'50 m* fÖr öie «'Nfach gespStteNS I vereinigien nornormionen. Zeile. Bdonnemenlsdestellungen durchs den Verlag und das K. C.-Büro. | Bezug nur gemeinsam mit den K, C.-Iffltteilungen. Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark. „DieVerbindungen imK L. stehen auf dem Boden deulschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K.<£. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Absatz \ und 2 bedingt ist." 14. fahrgsng (Dai — Suli 1924 2. tzeft Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Dn&Cili» Vom selbstbewußten Judentum S. 13. — Ein Gruß S. 14. — Freiheit zum Deutschtum S. 15. — Vom deutschen Kulturbegriff S. 17. — Motive und Fragmente II. und III. S. 19. — Die Säkularisierung des religiösen Geistes S. 24. — Die Wappen der K. C.-Verbindungen S. 26. Nom selbstvervnßlen Judentum. Voir Dr. Ludwig Lolländer (Lic.) I. Gutes kann nicht oft genug wiederholt werden. Immer wieder muß sich ein jeder K. Cer darüber klar sein, was die Forderungen unserer Satzungen nach Erziehung unserer Mitglieder zu selbstbewußten Juden bedeuten. Selbstbewußtsein bedeutet Wissen um sein Selbst. Das Wissen vom Judentum muß für uns das erste Verlangen sein, die wir Selbstbewußtsein als Juden erwerben wollen. ' Von Anfang an war unser Bund freiheitlich aufgebaut. Darum wünschen wir auch, unabhängig zu sein von jeder jenseits der Erfahrung liegenden Bindung mit ihrem seelischen Zwang. Die Stellung zur Religion ist Sache des Einzelnen. Aber diese Stellung darf nicht auf leichtfertig erbautem Grunde errichtet sein. Ein Urteil kann nur der abgeben, der eine Sache kennt. Das Judentum muß man kennen, wenn man sich Jude nennen will. Judentum ist mehr als Religion. Judentum ist ein soziologischer Tatbestand, der sich aus den verschiedensten Elementen zusammensetzt. Das Judentum wird nur der kennen, der Religionsgeschichte, politische Geschichte, Kulturgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Ethik, kurz alle wissenschaftlichen Erscheinungen, aus denen die großartige Tatsache der Erhaltung unseres uralten Stammes sich erklärt, sich vor Augen geführt hat. Für den Einzelnen ist es unmöglich, Quellenstudien auf all diesen Gebieten anzustellen. Wir verfügen aber heute über ein nach jeder Richtung hin so ausgezeichnetes Literaturmaterial, daß es Freude und Genuß bedeuten muß, sich immer mehr in unser Judentum zu vertiefen. Auch der Geistesträgste muß sich heute aufraffen, um Wissen vom Judentum zu erwerben. Jede Beurteilnng eines Tatbestandes, die nicht auf dieses Wissen gegründet ist, ist von vornherein leichtfertig und abwegig, mag sie zu Ergebnissen kommen, wie sie auch immer sein wollen. II. Ein selbstbewußter Jude muß den Willen zum Jude-Sein in sich tragen. Das ist nun nicht jedermanns Sache. Es ist möglich, daß aus Grund seiner Studien der eine oder der andere zu dem Ergebnis kommt, daß für ihn. das Judentum ein Unglück und nichts anderes ist. Das wird man bedauern. Man wird aber einer Überzeugung, die aus Grund Liesen Ringens mit der eigenen Seele gewonnen ist, immer mit Ehrfurcht begegnen dürfen. Wer auf dem Standpunkt steht, daß das Judentum in ihm überwunden ist, daß es keine lebendigen Kräfte in ihm und in seinen Nachkommen mehr auS-

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