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KC-Blätter · 1924-01-01 · Heft 1 (Januar 1924) · p. Seite 9

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Journal
KC-Blätter
Volume
1924
Issue
Heft 1 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Bücher wie Spenglers Antergang des Abendlandes den körperlichen Aufgaben werden aber auch die in Verzweiflung geriete, es wäöe nicht notwendig, anderen nicht ruhen. daß er jedem' unbegründeten llrteil über Juden und Der Httlerpvozeß hat in. der Deutschen Stu- Judentum zum Opfer fiele, wenn er, ein. wenig dentenschast, soweit sie bishev im Hochfchulring Ahrrung davon hätte, wieviel Wertvolles von deutscher Art zusammengefaU war, -eine Krise zur jüdischer Seite über solche Fragen geschrieben Folge gehabt. Er hat mit voller Deutlichkeit gewurde. zeigt, wie weit die Verhetzung innerhalb des deut- Als Erbe der Vergangenheit herrscht in schen Volles gegangen ist, und er hat, selbst wenn jüdischen Kreisen noch immer gewaltiger Respekt man Me Dementis des deutschen Hochschulringes vor Wissenschaft und Gelehrsamkeit, Stolz auf die berücksichtigt, doch bewiesen, daß es immerhin in Gelehrten aus der eigenen Mitte. Die jüdischen dieser Schöpfung der Nachkriegszeit zum mindestens Gelehrten aber werden es alle mit Lessing halten, eine starke Strömung gibt, für die völkische Cin- * sie wollen weniger bewundert und mehö gelesen Mung und Kulturkämpf identtsch find. Dieir i* -ül .. ser Krise dürfen wir nicht kritisch oder gar selbst- / Anftve zufrieden gegenüberstehen. Wir haben vielmehr Ein neues Sommersemester liegt vor unseren die Aufgabe, heute mehr denn je unsere Bundes- Verbindungen! Ein neues Sommersemester, das brüder dazu anzuhalten, daß sie mit ihrer eigenen unter einem günst^eren Stern zu flehen scheint als Persönlichkeit die Fehler der politischen Schlagdie letztvergangenen, wenigstens, wenn wir die Worte nachzuweisen und die Aufklärungsarbeit dawirtschaftliche Seite bettachten; ein Semester, in hin zu tragen haben, wo sie eine Aussicht auf Erdern zum ersten Male wieder das Wort des „Wechfolg verspricht, in die Kreise derer, die heute im sels" im Leben des Studenten -eine Rolle spielen Hochschulring noch die Geduldeten sind, bis auch sie wird mit all den Freuden, die er am Monatsanbei wachsender Mehrheit der Kulturkampfrichtung fang mit sich bringt, mit allen Einschränkungen zum Opfer fallen. Das erfordert natürlich Klein- und Kümmernissen am Monatsende. Vielleicht verarbeit, das verlangt naturgemäß, daß der einzelne sprechen diese Verhältnisse auch -eine gewisse Entdie Verbindung nicht als einen sicheren Port be^ lastung für unsere Werkstudenten und damit eine trachtet, in dem er sich seiner Aeberzeugung rühmen größere Beschäftigungsmöglichkeit für die Verbinkann, sondern daß er das, was er in der Verbindung düng und ihre Ziele. Aber es wäre falsch, nun gelernt hat, hinausttägt und Aufklärungsarbeit etwa zu folgern oder! doch so zu handeln, als unter den christlichen Kommllttonen leistet, ein wenn mit der wirtschaftlich scheinbaren Anähnelung jeder an seiner Stelle. Gerade dazu bietet der an die Bdrkriegsverhältniffe auch die Friedens- Sommer bei gemeinsamen Wanderungen eine zeiten in allem anderen wieder begonnen hätten, günstige Gelegenheit. Der Krieg mtt seinen Folgeerscheineungen wird Darüber hinaus wttd es notwendig werden weiter im Leben eines jeden unserer jungen Bun- und durch die wirtschaftlichen Verhältnisse hoffentdesbrüder seine Rolle spielen. Für die lich auch möglich sein, den langgehegten Plan zu sorglosen Freuden von einst wird nur ein beschränkverwirklichen und nicht nur den bald mythisch geter Raum bleiben. / wordenen Fuxenleitsaden herauszugeben, sondern Welches find nun die Aufgaben, die unteq den auch durch persönliche Erziehung in den Verbinheutigen Verhältnissen dem Verband und jeder düngen den Stamm derer zu ersetzen, die durch den einzelnen Verbindung erwachsen? Wie wird sich Abriß der Tradittonen infolge des Krieges dem die Sommerarbett gestalten müssen, um unseren Verbindungsleben fremd geworden sind. Letzten Zielen näherzukommen? Das Sommersemester — Endes trägt die Schutt» der Krise in sämtlichen und das liegt in der Natur der Dinge — ist ins- Studentenverbindungen und nicht nur in den unfribesondere in den süddeutschen Universitäten und den gen der Umstand, daß die Vorttiegsaktiven, als sie norddeutschen Kleinstadt-Universitäten immer eine aus dem Felde zurückkehrten, die Arbett und -nur die Zeit gewesen, in dtzr der Student auch im Ver- Arbeit kannten und damit der Zusammenhang von bindungssinne kein Stubenhocker war. -Die Veralt und jung zerrissen war. Die Verbindungen bindungen haben auch in diesem Sommer die Aufstanden batt> unter der Führung vom besten Willen gäbe, ihren Mitgliedern nicht nur die Schönheiten beseelter, wett über das Durchschnittsalter des Akder Natur auf Kneipen und Warwerungen zu ttven bejahrter Kriegsteilnehmer, die trotz des zeigen, sie werden, wieder einmal rüsten müssen zum Krieges mehr als ihr Studium es ihnen erlaubte, sportlichen Wettkampf, damit recht viele der den Verbirwungen lebten. Sie arbeiteten nach Unsrigen als preisgekrönte Sieger der d e uts chen ihren Kräften, aber sie vermochten doch nicht die H o chschul-Olympia de auf dem K.C.- Brücke zu bilden zwischen all und jung und sie Sportfest beweisen können, welche Früchte der kennten erst recht nicht in den wenigen Semestern Sommer in dieser Richtung gezeigt hat. Reben den richtigen Nachwuchs in jeder Beziehung heran-

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