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KC-Blätter · 1923-11-01 · Heft 11-12 (November 1923) · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1923
Issue
Heft 11-12 (November 1923)
Date
1923-11-01
Page
Seite 45 (sequence 5)
Language
German
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45 die Anerkennung der Juden und die Anerkennung dieses Stoa.'es und des Gebotes der Treue gegen ihn in den angelsächsischen Ländern vollzogen hat. ' Für Deutschland ist eS eine entscheidende Ausgabe, diesen Begriff des loyalen Bürgers in die Lehre vom Staat aufznnehmen und damit der Staatsidee ihre Lebendigkeit zu schenken. Im Staate wird dann die starke Anziehungskraft für alle ehrlichen Besonderheiten wirken, die frei gegebene Treue aller wird seine Kraft sein. Hochjchulpolitijches von cand. iur. Hans Lenn h o ff (Sil., Rh.-Pal., Sprev.) Fraktionsführer des „Deutschen Studentenbundes" in der Studcnkenverlretung der Universität Berlin. Die auf Seite 34 der letzt.'« K.E.-Blätter abgedruckte Notiz „Zum Berfassungssrreit in der Deutschen Studentenschaft" lönnte bei dem Femcrstchcuden den Eindruck Hervorrufen, als begrübe der K.E. eine Einigung der Deutschen Studentenschaft curi der Grundlage der Würzburger Verfassttug. Riemcm) wünscht eine Einigung der SmdeMcuschaft mehr als wir, aber gegen eine Zngrurideleattng der Würzburger Verfassung, die auf völkischen Ideen basiert, müssen wir uns tvehrcn, — nicht nur, lveil mir als jüdische Deutsche uns durch die völkische Ni,t,lung benachteiligt fühlen, sondern weil wir der festen Uebcrzcugnng sind, dag auf diesem Boden die Deutsche Srudenteufchast nie zu der Kraft und Größe gelanacn wrrd, die wir ihr tvüuscheu. Wir haben, gemeiusanl mit vielen anderen deutschen Studenten, den sogenannten Minderheitsgruppcn, der Würzburger Verfassung bisher unsere Anerkennung versagt. — wir werden es weiter tun, solange wir rechtliche Gründe dafür haben. Heute schwebt noch in 2. Instanz vor dem Oberlandcsgericht in Eelle eilt Prozeß, der feststellcu soll, welche der Verfassungen die richtige ist. Bis heute haben die Behörden, vor allem das preußische Ministerium für Wissenschaft, Knust und Volksbildung, die nach den Stralfuuder Beschlüssen von 1932 bis zum 1. Oktober 1223 gegebenenfalls durch ihren Machtsvrnch den Verfassungsstrcit beenden sollten, noch nicht gesprochen und, nach unseren Informationell, werden sie, — wenn sie einmal ihr Schweigen aufgeben, nicht in Ulls feindlicher Weise auftreten. Wir fömteu in unserer gegnerischen Haltung zur Würzburger Verfassung um so eher verharren, als dieser rein politische Kampf, die Arbeit in den einzelnen, örtlichen Studentenschaften garnicht zu berühren braucht. Wir müssen sogar in diesen Mitarbeiten! In den wirtschaftlichen Aemtern zu helfen, gebietet uns das Pflichtgefühl in diesen Zeiten deutscher Not, unter der gerade die Studentenschaft mit am meisten leiten muß. Aber auch in den politischen Aemtern und in den großen Selbstverwaltnngvkörpern überhaupt darf unser Platz nicht leer bleiben. Wie bedeutsam es ist, daß gerade der K C. dort vertreten ist, zeigen die letzten Vorgänge in der Srudentcuvertretung der Berliner Universität. Kurz vor Weihnachten wurde vom Waffenring folgender Antrag gestellt: „Um daS übermäßige Anwachsen der Zahl der jüdischen Sindiereuden zu verhindern, wird der Ausschuß der Studentenschaft beauftragt, dafür zu sorgen, daß in Zukunft in die Personalkarten eine Frage aufgenomnien wird, ob der Aus ft ellerdeutscher Abstammung und Muttersprache ist, sowie dafür zu sorgen, daß in Zukunft die Rubrik „Konfession", bezüglich Religionsbekenntnis unbedingt a u s g e f ü l l t wird." Daß dies der erste Schritt zum numerus clauses wäre, haben auch die Herren von der Rechten dadurch zugegeben, daß sie über diese Sitzung der St.D. in der Deutschen Hochschulzeitung einen „argus" gezeichneten 'ausführlichen Bericht unter der Uebcrschrift: Numerus clausus an der „Universität Berlin" erschienen ließen. Der Minderheit gelang es das Haus beschlußunfähig zu niachen, ebenso auch bei der nächsten Sitzung im Januar 1924, in der zwar nicht der gleiche Antrag — er war ans „taktischen Gründen" zurückgezogen worden, — sondern ein wesentlich eingeschränkter vorgelegt wurde, der nur die Ausfüllung der Spalte „Religion" obligatorisch machen wollte. Daß wir eine Reichsverfassung und darin einen Artikel 136 haben, ist den Antragsteller» gleichgültig.' Kartellbriider, habt acht! DaS Jahr 1924 wird entscheidend für die Deutsche Studentenschaft. Es wird die endgültige Verfassung bringen. Darum laßt endlich die Gleichgültigkeit, die im Verbände betreffs hvchfchulpolitffcher Fragen leider besteht, verschwinden! Die Füxe schon müssen lernen, was auf den Hochschulen vorgeht! DaS Heute ist wichtiger für sie und uns alle, als die Zeiten der Schokdladisien'. Die Burschen müssen hinein in die hochschulpotiiische Arbeit, wo sie mehr im Kampf gegen den Antisemitismus leisten können, als auf allen Paukböden Deutschlands znsanuncngenommen, (womit beileibe nichts gegen das Fechten gesagt sein soll). K.C.er to the front! Dem Gedenken unseres Karl Heymann. Bon Max O st w a l d, Dortmund (Lic. Rh.-Bav.). Am 17. Oktober 1938 verstarb zu Bochum unser lieber Bundes- und Kartcllbruder, i)r. Karl Hehmann (Licariae, Spreviae, Rhrnv-Bavariae), Rechtsanwalt zu Bochum. Seinen Freunden und allen, die in Fühlung mit ihm standen» kam sein Tod nicht unerwartet, da ein schweres Leiden ihn schon seit mehr at4 1 V* Jahren anö Krankenlager fesselte. Aber unS alle hat die Todesnachricht mit tiefer, tiefer Trauer erfüllt und manch alter K.C.er, der vielleicht durch diese Zeilen erst davon erfährt, wird schmcrzerfüllt unserm lieben Karl H e y m a n n eine Träne nachweinen. AlS sein Leibsux und langjährigee Freund kann ich hier wohl sagen, daß der Berstorbene einer der besten und beliebtesten K.C.er war. Kurz vor Beginn seiner Krankheit sagte er auf der Hochzeit eines BundesbruderS als vfsizieller Bertreter feiner Aerbinduug in einer Ansprache unter anderm: „Freundschaft und Treue, wir pflegen sie während unserer Studienjahre, wir hegen sie aber auch über die Universität hinaus, wir nehmen sie mit uns, wenn wir schon längst daS grün-weiß-schwarze Band nicht mehr tragen und die liebe alte Mütze nicht mehr schwingen!" Die Treue seiner Freundschaft hat mancher K Cer erprobt, viele haben in ihm einen allzeit hilfsbereiten Freund verloren. Sein sonniges, heiteres Wesen machte ihn auch zu einem der beliebtesten Gesellschafter in seinem Freunde-- und Bekannten-

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