KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 4-6 (April 1923)
- Date
- 1923-04-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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* 3um LledEonswechsel. Herr Kartellbruder Goldmann hat in letzter Zeit wiederholt gebeten, ihn von dem Amte des K.C. Redakteurs 'zu Alcheben, da er durch die stetig wachsende Amtsbelastung glaubte, nicht mehr wie ftüher die hierdurch erforderliche Arbeit bewältigen zu können. Immer wieder hat er auf Bitten des geschäftsführenden Ausschusses sich zum Verbleiben im Amte bereit erklärt, hat jedoch zum 1. April nunmehr endgültig um seine Entlassung gebeten. Ungern ist ihm diese vom Ausschuß bewilligt worden, da ein Ersatz, der in gleicher Weise wie er ein tiefes Wissen auf dem Gebiete unserer Tendenz, mit politischem Geschick, .schriftstellerischer Gewandheit und nimmermüdem Interesse zu verbinden verstand, nicht zu finden war. Auch' an dieser Stelle danken wir ihm für seine langjährige aufopfernde Tätigkeit. Bis zum K.C.-Tag ist Kartellbruder Dr. .Berlak (Spr. Fr.-Ghib.) mit der Wahrnehmung der Geschäfte des, K.C.-Redakteurs beauftragt worden. Alle Zusendungen in Redaktionsangelegenhetten sind unmittelbar an chn, Berlin W. 35, Potsdamer Str. 113, zu richten. Der geschäftsführende Ausschuß. führen. Das diesjährige Sportfest in Göttingen verspricht dank der mustergAttgen Vorbereitung der l.K.V. Visurgia einen besonders guten Verlauf zu nehmen. Leider sind bisher die Meldungen noch nicht so zahlreich eingegangen, wie es nach den Vorbereitungen zu wünschen wäre. Für sämtliche Sportfestteilnehmer sind Quartiere - zur Verfügung gestellt, für minderbemittelte Kbr. Kbr. stehen auch Geldbeträge zur.Bestreitung der Reiseunkosten zur Verfügung. Zugleich mit der Meldung sind Gesuche um Bewilligung dieser Beträge dem K. C.-Büro einzureichen. Von einem sportfreudigen Kbr. ist ein weiterer kostbarer Wanderpreis für die beste Gesamtleistung der . beteiligten K. C.-Verbände gestiftet worden. Noch einmal richten wir an alle Kbr. Kbr. die Auffordemng, zahlreich zu dem Sportfest in Göttingen zu erscheinen, woMsere l. K. V. Visurgia bereits durch ihre Leistungen bei akademischen Wettkämpfen bekannt geworden ist. Sportliche Ausbildung und Betättgung ist für uns» ernste K. C.-Arbett und zugleich Pflicht gegenüber der Allgemeinheit. . Sport bedeutet die Regeneratton der deutschen Jugend! - Der Tendenzunterricht. Mander-Nufruf. In dem Wunsche mit der großen Mehrzahl der K.C.er einig die alte Romantik des Studentenlebens nicht ganz - verloren gehen zu lassen, schlage ich den Kartellbrüdern vor, sich wieder auf eine der schönsten Erinnerungen unserer Aktivität zu besinnen: „Das Wandern": Die Ausreise nobel 2 X 2ter, der Rucksack auf dem Buckel, Lager auf Matratzen oder manchmal Heu; wem's gefällt und wer's kann: Abkochen. Und das alles mit unseren schönen Liedern! Das müßte doch so manchen alten und jungen K.C.er reizen. Um praktische Vorschläge zu bringen: Ich schlage als Versuch zwei Wanderungen im Anschluß an d en K. H. - Tag vor: eine viertägige Wanderung durch das Wesertal nach Minden und Cassel, eine . achttägige durch die Werraberge, Meißener nach Eisenach. ' Gewandert wird in Gruppen zu 5 Mann, deren Führer fiir Quartier usw. sorgt. Wers besser weiß, oder schönere,Touren, und wer mitmachen will (auch die ganz arterioslleroficierten sind erwünscht), der schreibe an Hermann Salomon (Lic?Vis.) Luckenwalde, Mlhelmstr. 24 Sum IN. K. L.-Gportfest. Bon vr. Fritz Loevy (Spr. Bav.) Zum dritten Male nach Kriegsende rüsten wir uns im K. C. zum Wettkampf auf grünem Rasen und der Aschenbahn. Am 30. Juli 1923 findet in Götttngen das 3. K. C. Sportfest statt. Trotz der Ungunst der . Verhältnisse können wir mit Stolz auf die Erfolge imserer K. V. K. V. und vieler Kartellbrüder bei Akademischen und nichtstudentischen Wettkämpfen in den letzten Jahren zurückblicken. Auch die beiden ersten K. C.-Sportfeste konnten selbst dem hoffnungslosesten Pessimisten zeigen, daß Energie und Opferfreudigkett uns auch Ms sportlichem Gebiet zu unserem ^Ziele Don Dr. Kurt Braun (Sprev.). Der Kampf zwischen den sogenannten Commentlern und Tendenzlern, der die Verbindungen in der ersten Zeit nach dem Kriege auf das Tiefste erschütterte, ist verstummt. Und zwar ist er so beendet worden, wie er nur enden konnte: Keiner der streitenden Teile hatte recht. Denn für das Wirken des K. C. ist zurzett das . eine so wichtig wie das andere; ohne daß er Comment und Tendenz gleichermaßen pflegt, wird er seine Aufgaben nicht erMen können. Jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, daß notgedrungen unsere Stellung zum Comment eine andere sein muß, als die anderer Verbindungen. Wir ordnen uns dem Comment nicht nur unter aus Tradition, auch nicht etwa, weil wir in ihm die beste Art der Regelung des studenttschen Lebens sehen, für uns ist der Comment nicht Selbstzweck, er ist für uns Mittel zum Zweck. Wohl sehen auch andere Verbände den Comment als Erziehungsmittel zu Manneszucht und vaterländischer Gesinnung an, uns aber muß er das Mittel zu wetteren Zielen sein. Bei demjenigen, der zu uns kommt, müssen wir unverrückbare vaterländische, deutsche Gesinnung voraussetzeni ein anderer gehört nicht in unsere Reihen. Die Treue zum Deutschen Vaterland ist für uns eine solche Selbstverständlichkeit, daß wir es nicht nötig hätten, allein zu ihrer Pflege eine eigene Verbindung aufzumachen. Im übrigen ist für die Pflege vaterländischer Gesinnung der Comment durchaus nicht notwendig, im Gegenteil gilt er vielen — und nicht den schlechtesten — Kommiliwnen und Volksgenossen als Zeichen rückständiger, reakttonärer, also objekiv einer dem Wiederaufbau Deutschlands schädlichen, Gesinnung. Ob er das wirklich ist, darüber kann in diesem Zusammenhänge nicht entschieden werden, jedenfalls kann das Mißtrauen gegen studentische SittenAnd Gebräuche leicht zerstreut werden, wenn man aus ihnen endlich die völlig Wesensfremden überheblichen UnMen entfernt, die man durch Nachäfferei des schlechten Tvns mancher Offizierskreise der wilhelminischen Epoche in