KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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sms* Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigten Korporationen Die Zeitschrift erscheint jeden Monat. Bezugspreis halbjährl. 25 M. Einzelnummer 5 M. Bestellungen übernehmen der Verlag und die Kassenverwaltung. Jnseratcnannahme durch den Verlag. Bei gröberen Aufträgen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung deS Preises bewilligt. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischcr Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschast mit dem deutschen Vaterland unlöslich vcrbuudenen BolkSteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrcbungen innerhalb de« Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung. Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judensrage außerhalb Deutschlands ab." 12. lakrgang luUNugust-September 1922 7., 8. u. 9. Sekt Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützte», unter Quellenangabe gestattet. Inhalt: Rathenau. S. 57. — Nachruf für Paul Wiesbaden S 59. — Der» Andenken I)r MaxStrlnbeiyS! S. 59. — DaS 25- Stiftungsfest der Ghibrllinia. S. 59. — Saxo-Bavaria. S6I. — Einheit, EiicheNssronl, Zusammenschluß. S 92. —Eln unentbehrliches Buch. S. 65. — ,Die Judenstat>stik des preußischen Kr'egSininisteriums". S. 67. — Kameraden. S. 69. — Korporation und Werkstudent. S. 69. — Büchersbau. S. 69. — BerbandSnachrichien. S. 73. — Spendentlste. S 76. — Jnsera'e. Für -das in Leipzig abgesagte Sportfest findet am 22. Oktober 1922 früh 9 Uhr in Berlin, Hochschulsportplatz, Bahnverbindung Stadtbahn bis Station „Grunewald" das II. K. C,-Sportfest statt. Wegen der Unterkunft wird ersucht, sich an das K. C.-Heim, Berlin, Englischestr. 27, zn wenden. (Im übrigen wird auf die Anlage verwiesen.) I aOIOIOIOIOIOXOIOIOlOIOIOIOIOIOJinCOXOKOXOIOIOXOIOIOXOIOIOXOIOirOIOIOXOia Rathenau. Von Harry Salinger (Spreoiae). Langsam verebben die Wellen der Erregung, die, durch jene Unglückstat im stillen Grunewald hervorgerufen, das innere Gleichgewicht Deutschlands aufs schwerste erschütterten. Wenn der erste Schmerz tiefgefühlte Worte des Dankes und der Freundschaft fand, die voller Anerkennung und Bewunderung aus berufenem Munde den unersetzlichen Diensten des plötzlich aus vollstem Wirken gerissenen Mannes galten, so wird es doch erst ruhiger späterer Betrachtung möglich sein, die bleibenden Werte, die Rathenau durch sein geistiges Schaffen seinem Baterlande und der ganzen Welt schenkte, voll zu würdigen. Für uns deutsche Juden ist Rat Henaus Persönlichkeit noch in einer ganz bejonderen Beziehung bedeutungsvoll: Wir sehen in ihm einen aufrechten Vertreter des deutschen Judentums, der gerade das Verhältnis zwischen Deutschtum und Judentum häufig genug in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen hat und der mit scharfsinniger Klarheit die Beziehungen des deutschen Jude» zu seiner Umwelt zu durchleuchten wußte. Ralhenau war tief innerlichst eine religiöse Natur; denn Religiosität besteht in Wahrheit, nicht im Glauben an bestimmte Dogmen — das ist Kirchlichkeit — sondern in der Ueberzeugung, daß alles Geschehen nach bestimmten Gesetzen sich regelt, die sich aufbauen auf den Geboten geläuterter Sittlichkeit. Der religiöse Mensch