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KC-Blätter · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 22

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Journal
KC-Blätter
Volume
1922
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
Seite 22 (sequence 4)
Language
German
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Crinnerungen an den R. C.-Cag in München am 5. März 1922. Von Di\ jur. Fritz Loevy (Spr., Bav., Bad.), Geschäftsführer des K. C. So mancher schüttelte überrascht den Kopf, als er im Januar hier las, daß am 5. März in München ein neuer K. C.-Tag stattfinden sollte. Gab es denn so drängende, so wichtige Fragen zu erledigen, daß man jetzt, knapp vier Monate nach dem Breslauer K. C.-Tag, einen neuen K. C -Tag einberief? Die bejahende Antwort gab sich aber ein jeder selbst, als dann die Tagesordnung des K. C.-Tages mitgeteilt und die Anträge mit ihren Begründungen bekannt wurden. Nach den anstrengenden, durch die Kürze der Zeit sehr erschwerten Vorbereitungen fuhren wir am 3. März abends von Berlin mit dem K. C.- Tagszug nach München ab. In unserem Schlafwagenabteil 3. Kl., das wir zu 3 K. C.ern uns bestellt hatten, verlief die Zeit im Gespräche mit den Kbr. Kbr., die uns aus anderen Abteilen besuchten, so schnell, daß wir uns erst mehrere Stunden nach Mitternacht hinlegten. So manches ernste Wort wurde da über den kommenden K. C.-Tag gesprochen. Pünktlich trafen wir in München ein und wurden dort von den Licaren abgeholt. Die Unterbringung der Auswärtigen war von der Licaria aus sehr gut vorbereitet. An dieser Stelle sei ihr für ihre Gastfreundschaft gedankt. Den G. A.-Mitgliedern blieb nicht viel Zeit, um es sich in ihren Quartieren gemütlich zu machen. Pünktlich um 9Ve Uhr begann die Plenarsitzung des G. A.: In sehr eingehender Debatte wurden die einzelnen Anträge durchgesprochen, um die Stellungnahme des G. A. festzulegen und Richtlinien, zuin Teil nur technischer Art, für die Durchführung des K. C.-Tages ausgearbeitet. Die Plenarsitzung dauerte mit kurzer Mittagspause bis gegen V6 5 Uhr nachm. Im Anschluß daran tagte die Vertreteroersammlung, die in erster Reihe die Tagesordnung des K. C.-Tages festzusetzen hatte. Rach angestrengter Arbeit vereinigte die gemütlich verlaufene Festkneipe der Licaria im Künstlerhaus die Kbr. Kbr. und alten Freunde aus der Studienzeit' oder aus der Heimat. So manche Gruppe sah man draußen außerhalb des Saales in eifrigen Gesprächen über die Aussichten des kommenden K. C-Tages zusammenstehen. Noch kurz vor Toresschluß suchten sich dieVertreter gegenseitig zu überzeugen—und zu überreden. In froher, sehr angeregter Stimmung ging man spät ins Bett, zu spät, um ausschlafen zu können, zu früh, um gleich für den kommenden K. C.-Tag wachzubleiben. Am Sonntag Morgen ivurde dann der K. C.- Tag eröffnet. Der Vorsitzende des G. A, Kbr. Holländer, begrüßte in herzlichen, aber zum Teil auch sehr ernsten Worten die St. C.-Tagsvertreter. Seine Worte klangen aus in der Mahnung, daß die strengste Befolgung der neuen K. C -Tagsbeschlüsse für alle, ganz gleich, welche Stellung sie zu den Anträgen einnähmen, oberster Leitsatz sein müsse. Es dürfe nicht so weit kommen, daß der G. A. erst seine Machtmittel erprobe. Er gab sodann sehr eingehend denGeschästsbericht. Im Anschluß daran wurde der Kassenbericht erstattet, der ein nicht gerade sehr erfreuliches Bild über unsere finanzielle Lage ergab. Es wurde deshalb folgender Antrag angenommen: Der K. C.-Beitrag wird für Studierende auf Mk. 40, für Nichtstudierende auf Mk. 100 für das Kalenderjahr 1922 erhöht. Vielen K. C-Tagsvertretern fiel es schwer, durch ihre Zustimmung zu diesem Anträge die finanzielle Belastung ihrer Bbr. Bbr. noch zu erweitern. Aber sie sahen doch alle ein, daß es sonst nicht möglich wäre, die ungeheure Kostenlast zu bewältigen. In längerer Debatte wurde der kleineren Verbindungen gedacht und zu ihrer Unterstützung folgender, vom G. A. eingebrachter Antrag angenommen: Der G. A. wird bevollmächtigt, zur Unterstützung notleidender Verbindungen einzelnen Verbindungen die Entsendung von Aktiven aufzugeben. Dazu ivurde folgender Zusatzantrag des A.H.V.-Badenia und Visurgia angenommen: Den durch den G. A. auf Entsendung von Aktiven ausgesprochenen Auflagen ist unbedingt zu entsprechen. Dann begann die „Schlacht". Es wurde in die Erörterungen der Münchener Anträge, die auf eine Beschränkung der Freizügigkeit im K. C. hinausliefen und die die Fechtfrage neu lösen wollten, eingetreten, beides Probleme von ungeheurer Bedeutung für den Fortbestand des Verbandes. Von beiden Seiten wurden die besten Redner „herausgestellt". Argument wurde gegen Argument gesetzt, rhetorische Leistung durch Höchstleistung zu übertreffen gesucht. Beide Richtungen brachten ihre letzten Gründe für und gegen die Anträge vor. Das Niveau dieser Aussprache war erfreulich hoch. Bewegte sich auch bisweilen jemand aus dem Sachlichen heraus, so brachte Kbr. Holländers launige Art und seine väterlich überragende Persönlichkeit wieder alles rasch ins richtige Geleis. Sämtliche Münchener Anträge, die die Freizügigkeit einschränken wollten, wurden abgelehnt, ebenso der Antrag, der darauf hinausging, das Fechten innerhalb des Verbandes für eine bestimmte Zeit zu gestatten. Als bei der Abstimmung über diesen letzteren Antrag, die mit allgemeiner Spannung verfolgt wurde, immer wieder das „Dagegen" ertönte, da sahen die Münchener Antragsteller ein, daß auch ihre Fechtanträge keinerlei Aussicht mehr auf Annahme haben könnten.

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