KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 10-12
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 157 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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zu schmähen, sollten .alle, gleichviel welcher Partei, die „Frankfurter Zeitung bei ihrem Kampf um die Erhaltung unseres Reiches, um die Revision des Versailler Friedens, gegen die Unterdrückung unseres Volkes moralisch unterstützen und ihr nicht in den Rücken fallen, denn sie bedeutet wirklich etwas in dem Kampf um unsere Existenz, sie ist eine bedeutsame politische und geistige Waffe in dem Kamps umdieWahrheit, die Aufklärung der Welt, die wir gar nicht entbehren können. Nur ahnungslose oder törichte Politiker können das verkennen. Als Fachmann und Praktiker des wirtschaftlichen und sozialen Lebens, als deutscher Politiker und überzeugter Christ halte ich mich gegenüber der gedankenlosen Rederei für verpflichtet, auch innerhalb des Schwarzburgbundes festzustellen: daß die „Frankfurter Zeitung" eine national e L e i st u n g an sich ist, eine ausgezeichnete Zeitung, aus die wir stolz sein können und um die uns hie Welt beneidet. Endlich schreibt im Heft 10 stud. phil. Alfred Rütz einige Bemerkungen.zur Frage, von denen wir meinen möchten, daß sie den für einen wahren Christen einzig maßgebenden Standpunkt darstellen. Unter dem Titel: Rassenantisemitismus und Schwarzburgbund heißt es: Es geht im S. B. hie und da das Bestreben (bei einer Verbindung ist es bereits durchgefühtt), von jedem NeueintretendeN das Bekenntnis rein-arischer Abstammung bis zum dritten Glied zu verlangen. Ich begreife nicht, was ein solcher Rassenfanatismus mit unserM Bunde und seinen Bestrebungen zu tun hat. Ein solches Vorgehen, wie es angestrebt wird, ist nur mit der Annahme der unbedingten Unreinheit und Minderwertigkeit einer fremden, insbesondere der jüdischen Rasse zu * begründen. Mit. Leuten, die an dieser wissenschaftlich unbewiesenen Ansicht als einem Glaubenssatze hängen, ist nicht zu streiten: es handelt sich Mr mich nur darum, nachzuweisen, daß eine solche Stellungnahme aus den Grundsätzen des S. B. nicht zu begründen, sondern wenigstens aus einem, dem christlich-sittlichen, abzulehnen ist. Wir müssen von einem Menschen, der für den S. B. Zuneigung' zeigt, ohne gefeilt zu sein, annehmen, daß er unsere Ziele anerkennt und sie vertreten will. Wenn das nun der Fall ist, was tut's da, ob unter seinen Vorfahren sich ein Jude oder gar Juden befanden? Sollen wir ihn deswegen von einem Freundesbunde mit uns fernhalten, es ihln unmöglich machen, an unserer Seite zu streiten, um einer Theorie willen? Der. Rassensanatiker wird erwidern: wer unter seinen nähern Vorfahren Juden hat, der ist kein Deutscher, ihn aufzunehmen widerspricht dem vaterländischen, gar dem völkischen Grundsatz! Lieber Rassenfanatiker, antworte ich, wenn er aus bewußtem Willen zu uns kommt, so beweist er damit, daß er sich als Deutscher fühlt und Deutscher, voll und ganz unser deutscher Bruder werden will! Wenn wir ihn da zurückstoßen, so widerspricht das unserm höchsten Ziel, den Gedanken christlicher Sittlichkeit zu verwirklichen. Denn das höchste Gebot christlicher Sittlichkeit ist die Liebe. Und solch ein Verfahren wäre lieblos, ja, noch etwas Anderes: es widerspräche im Grunde dem vaterländischen Gedanken. Wir würden doch den betreffenden „Halbjuden" aus deutscher Gemeinschaft ausschließenihn damit, zwingen, sich wieder dem Judentum zuzuwenden, weil wir Deutsche ihn abstoßen. Sy würden wir mitschuldig daran, daß ein schädlicher Fremdkörper in unserm Staate erhalten bliebe und gestärkt würde. Also: Weg mit leeren Theorien und voran in echter Auslegung unserer Grundsätze! Wohlgemerkt handelt es sich beim Schwarzburghund nicht um bewußte Juden in unsere m Sinne, sondern um Christen jübischer Abstammung. Angesichts des Geistes, der uns von den schlagenden 'Verbänden entgegyrweht, sei es aber doch anerkannt, daß hier der. Weg zur rechten Stellungnahme erkannt worden ist. Man spürt, daß es nicht auf Mut und Abstammung, sondern auf Willen und Persönlichkeit ankommt! Daß nur auf diesem sittlichen Wege die Judenfrage gelöst, werden kann, scheint hier wie anderswo erfreulicherweise allmählich erkannt zu werden. Dr. F. G. Zur Srageder Auflöfung der W.6.V. in der „Deutschen ßocbjcbule“. Als der Vorstand der A. H. V. „Friburgo-Ghibellinia" von dem Artikel des Herrn Dr. Wertheimer (Wirceburgiae) in der „Deutschen Hochschule" erfuhr, der eine falsche Darstellung der Lösung der W. G.B. und damit einen Angriff auf die „Ghibellinia" bezw. den K.C. brachte, wandte er sich sofort schriftlich zwecks Richtigstellmrg an den Verfasser des Attikels „Die Entstehung des B. C." Die Worte des Attikels lauteten: „Weniger bekannt dürfte die Tatsache sein, daß von diesem alten Verband auch, die „Ghibellinia" Freiburg gegründet worden ist. Als deren Ruf nicht mehr dem der übrigen entsprach, wurden die Bande gelöst und „Ghibellinia" ward unter Verschmelzung mit einem anderen Bunde späterhin Mitglied des K. C." Auszug aus dem Brief des Vorsitzenden des A. H.B. „Fttburgo-GhibeÜinia", Dr. Grünwald (Sprev., Ghib., Nass.) an Dr. Wertheimer. vom 13. August 1921: ,„Aus den im Archiv der „.Ghibellinia" befindlichen Konventsprotokollen und Briefen aus der Zeit vor und nach der Lösung der W. G. B. geht unwiderleglich hervor, daß das Kartell gesprengt wurde, als. der.Alsate Dr. Breit den Thuttngen Ättinger im Duell erschoß und damit auch die guten Beziehungen zwischen „Alsatta" und „Thuttngia" zerbrachen, die seither das Rückgrat des Kartells bildeten, daß dagegen' vorher namentlich im Kreise der Thuttngen eine lebhafte Abneigung, ja Mißachtung gegenüber der „Wirceburgia" bestand, die das Kartell schon vor dem Fall Breit-Ottinger untergruben, - daß die „Wirceburgia", der Sie selbst ja angehören, auch nach Lösung des Kattells eine Reihe von Semestern der „Ghibellinia" regelmäßig Einladungen zu ihren Festlichkeiten übettandt und auch einmal die „Ghibellinia" in ihrer Gesamtheit einer Einladung nach Würzburg nachgekommen ist, o) daß, als durch „Alsatia" eine Wiederaufnahme des Kartells angestrebt wurde, eine offizielle Einladung auch an die „Ghibellinia" erging, die von meiner Verbindung abgelehnt wurde. Damit ist Ihre historische Darstellung, unabhängig von jeder denkbaren subjektiven Auffassung objektin widerlegt,, sofern Sie nicht behaupten wollen, daß Ihr damaliger Verband auf den Ruf der aufznnehmenden Verbindung kein Gewicht legte, und Sie damit auch die in ihm Herr-