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KC-Blätter · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · page 1

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Monatsschrift der im Kartell-Eonvent vereinigten Korporationen Die Zeltschrift erscheint jeden Monat. Bezugspreis halbjührl.7,bOM. Einzelnummer 1.50M. Bestellungen übernehmen der Verlag und die Kasscnverwaltung. Jnseratenannahme durch den Verlag. Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung deS Preise» bewilligt. .Die Verbindungen im K. C. stehen aus dem Boden deuischvaterländischcr Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kamps gegen den AntrsemitiSrnuS in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Recht»- gemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksieil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzntreteu. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb de8 JudcniumS, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine.Stellung. Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab." 11. Jahrgang Marz-Npril 1921 3. u. 4. ßeft Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Lin Wort an unsere (Glaubensgenossen?) Der Antisemitismus scheint in seinen letzten Zügen zu liegen. Diese Bewegung, die fast ein Dezcninm hindurch die Leidenschaften der Menge in unerhörter Weise aufgeregt und ein neues Ferment des Hasses, Neides und der Unzufriedenheit unter die Bevölkerung gestreut hat, ist anscheinend immer schwächer geworden und scheint elldlich dem Erlöschen nnlie. Die Zeit der hochgehenden Wogen, in der kein Zeitnngsblatt erschien, ohne angriffs- oder verteidigungsweise diese Frage zu berühren, ist vorüber. Die grossen Hetzen haben anfgehört. Jener Apostel der Intoleranz hat es ailfgegcben, in „Volksversammlungen" unter dem Beifall des Pöbels den Rassenhaß zu predigen, es wird nicht mehr der schamlose Versuch gemacht, die nnS verfassungsmäßig gelvährleisteten Rechte auf dem Wege der Gesetzgebung aufzuheben. Die Leiter dieser Bewegung sind verstummt; einer nach *) Auf häufig geäußerte Wünsche drucken wir den Aufruf zur Gründung der freien Verbindung V i a d r i n a aus dem Sommersem e st er 1886 ab. Er erschien zuletzt im K. C.- Jahrbuch 1896. Fünfunddreißig Jahre sind die markigen Worte alt! Unendlich viel an innerer Entwicklung des Judentums -liegt in diesem Zeitraum. Wenn aber die alten kernigen Sätze in ihrer ungekünstelten Klarheit unserem Geschlechte noch viel zu sagen haben, so liegt darin der beste Beweis für die Richtigkeit ihrer Anschauungen und für die der Tendenzen des auf ihrer Grundlage gegründeten K. C. dem andern haben sie sich vom Kampfplatz und vom öffentlichen Leben zurückgezogen, und fast ausnahmslos mit Unehre zurückgezogen. Wenn Verworfenheit und sittlicher Defekt der Urheber ein Beweis für die Schlechtigkeit der Sache ist, so sollte der Antisemitismus gerichtet sein, und nur noch der Geschichte der menschlichen Verirrungen angehören. Und bei oberflächlicher Betrachtung scheint cs in der Tat, als ob die Zeit einer solchen Auffassung nicht mehr fern wäre. Aber es scheint auch nur so. Jene Hetzer konnten in der Tat gehen, denn sie halten ihre Schuldigkeit nur zu gut getan. Der Same, den sie ausgestreut hatten, ging auf und schlug Wurzel im deutschen Volke — es bedurfte keiner weiteren Pflege mehr. So erklärt sich einfach der Gegensatz zwischen der Beruhigung der Oberfläche und der Gärung in der Tiefe: der geräuschvolle. Apparat konnte wegsallen, denn er hatte seinen Zweck erfüllt. Daß aber wirklich durch jene fanatischen Lehren das ganze Volksleben vergiftet ist, daß Haß und Neid unsre Schritte verfolgen, daß wir Juden in weiten Kreisen der Bevölkerung verachtet, gehaßt, mindestens aber als Fremde und nicht als ebenbürtige Mitbürger betrachtet werden, darüber können wir uns keinern Zweifel hingeben; mit Schmerz aber sehen wir diese Gefühle gerade bei den gebildeten Standen sich kundgeben. Und hier wiederum ist es vor allem die akademische Jugeud, die berufene Hüterin der Ideale, die jene Lehren mit Begeisterung in sich ausgenommen hat und eifrig bestrebt ist, sie in Taten

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