Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2268830-2268931-2268932--2645-2271813
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

R. C.- tagsnummer. Auf Grund der großen Umfrage bei den einzelnen Verbindungen, welche im vergangenen Jahre vorgenommen wurde, hat der G. A. beschlossen, vor dem K. C.-Tage einige orientierende Artikel.'den Kartellbrüdern und der weiteren Öffentlichkeit zu unterbreiten. Es sei aber betont, daß die in dem Artikel ausgesprochenen Meinungen nicht die Ansicht des G. A. sondern die der Verfasser darstellt. (Dgl. auch die Vertrauliche Beilage.) Nus den Lrgednissen der Untersuckungskommission. Von vr. Bruno Weil, (Licariae) I. Der Einfluß, des Kriegsendes und der Revolution auf die geistige Verfassung und die Strömungen, innerhalb des'deutschen Volkes sind, wie bei allen, derartigen Umwälzungen, tiefgehend und in ihren Auswirkungen jetzt noch gar nicht übersehbar, gewesen, Auch der K. C. konnte von den Nachwirkungen der großen Ereignisse nicht verschont bleiben. Über 30 Jahre lang hatte er,, wenigstens in großen Linien, in den Gedankengäugen weiter gedacht, die zu seiner Gründung geführt hatten: Kamps gegen den Antisemitismus in der.Studentenschaft in der historischen Form und gemäß den Formen der studentischen Korporation. Gs schien notwendig, nachzuprüsen, inwieweit zu einem bestimmten Zeitpunkt die staatlichen Umwälzungen Einfluß auf Kops und Geist der K. C.-er und den Verband selbst ausgeübt hatten. Dabei war es von vornherein klar, daß in einer -Zeit wechselnder Erscheinungen wie dieser jeder Tag das Bild wandelt und daß, wenn Goethe in Dichtung und Wahrheit sagt, jeder Mensch wäre ein anderer geworden, wenn er Äuch nur . 10 Jahre früher oder später geboren wäre, hier angenommen werden konnte, die Untersuchung hätte ein anderes Bild ergeben, wenn sie auch nur ein Haches Jahr früher oder später angestellt worden wäre- Aber auch trotz dieser, den Anregern der Untersuchung wohl bewußten Minderung ihres Dauerwertes blieb die Frage noch interessant genüg, um eingehend behandelt zuwerden, um .so mehrmals die.Bewegung, die durch eine Untersuchung hervorgerufen wurde, schon an sich geeignet war, die geistige Dürch^- dringung der Probleme zu vertiefen, zum Nachdenken anzuregen mrd vielen von den Jüngeren Fragen und Schwierigkeiten zu zeigen, auf die sie nicht ohne weiteres selbst .gemurmen wären. Niemand wjrd behaupten, daß dies. Dinge seien, die im K-C. unnötig wären. ' Der geschäftsführende Ausschuß hat demgemäß im Frühjahr 1020 beschlossen: „Es wird eine Untersuchungskommission eingesetzt, die innerhalb von 2 Monaten einen Bericht darüber zu erstatten hat, a) ob und inwieweit durch die staatlichen und geistigen Umwälzungen in den Grundlagen und Grundairschauungen der Studentenschaft und der Öffentlichkeit über die Studentenverbindungen Veränderungen eingetreten sind; b) ob und inwieweit durch die gegenwärtigen Erscheinungsformen des studentischen und politischen Antisemitismus für die jüdischen Studenten neue Formen der Abwehr und des Zusammenschlusses jn Betracht kommen; c) ob und inwieweit unter dem Einfluß der von a) und b) ermittelten Erscheinungsformen das VerhäUnis von 1. K. C. und jüdischen Studenten, 2. K. C. und Studentenverbindungen, 3. K. C. und Studentenschaft, 4. K.C. rnrd jüdischer sowie 5. K. C. und allgemeiner politischer Öffentlichkeit Änderungen erlitten haben; ä) ob .und inwieweit hierdurch der K. C. vor die Notwendigkeit von Änderungen prinzipieller oder taktischer Natur gestellt ist." Zu Mitgliedern dieser Kommission wurden gewählt die,Kbr. vr. Bruno Weil, vr. Alexander, Remak, Bvrnstein und egnä. jur. F. L. Fuchs. II. Die Kommission beschloß ihrerseits, zunächst eine ausführliche Rundfrage an sämtliche Verbindungen ergehen zu lassen. Ihr Ergebnis soll zum Teil im folgenden besprochen, zum andern Teil wird es auf dem ordentlichen K. C.-Tage behandelt werden, und es bleibt darum mit Absicht die nachstehende Darstellung lückenhaft und bringt ganze Gebiete der Rundfrage, nicht zur Darstellung. Was zunächst rein äußerlich betrachtet, das Bild des Ergebnisses dieser Umfrage angeht, so zeugen die Antworten fast durchweg von sehr fleißiger und intensiver Arbeit. Manche. Bearbeitungen des ganzen Komplexes stehen, auf hohem Niveau. Es ergibt sich/ daß der geistige Durchschnitt der Verbindungen ein durchaus verschiedener ist. Wo führende-Persönlichkeiten den Verbindungen ihren Stenrpel aufdrücken, wird Gutes geleistet; wo niemand aus der Masse hervortritt, fehlt die Qualitätsarbeit. Mißver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.