KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 113 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2268830-2268925-2268929--2607-2271774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
vochanden sind, nutzbar gemacht werden. Mcht-minder kann sie Mängelcher Rechtspflege, die ihr aus der Prüfung einer umfangreichen Akte bekannt werden, prüfen und Besserungsvorschläge machen. Der Aufsatz Wildhagens „Zur Theorie des Patentrechts" wird auch d en Nichtjuristen, vor allem d en Techniker, interessieren.' Die bekannte, im Kriege wichtig gewordene Erfindung des Chemikers Haber über die Gewinnung von Ammoniak aus Wasser und Stickstoff benutzt Verfasser um nachzuweisen, wie in Übereinstimmung mit den anerkannten Grundsätzen des geltenden Rechts die Voraussetzungen für die Gewährung eines Patents geprüft werden können, ohne daß der unsichere und für diesen Zweck entbehrliche Begriff der „Erfindung" zugrunde gelegt wird. Mit dieser Methode kann Verfasser die Fragen, welche bei der Patentfähigkeit einer Erfindung zu prüfen sind, den anzuwendenden Rechtssätzen anpassen und sie so stellen, daß ihre Beantwortung durch Ausschaltung juristisch unwesentlicher Fragen erleichtert wird. Die Besprechung von vier weiteren Aufsätzen (Bondi, Neubecker, Schulzenstein, v. Staff) verbietet der kurze zur. Verfügung stehende Raum. Auf jeden Fall kann die Anschaffung und Lektüre des Buches jedem Interessenten warm empfohlen werden. . Dr. Ostwald (Rhen.-Sil.). Hermann Popert»Tag ebu ch ein es S eh end en. Hermann Popert, der bekannte Verfasser von „Helmuth Harringa" und langjähriger Herausgeber des „Vortrupp", in dem er während der Kriegsjahre unter dem Decknamen „Fidelis" einige interessante politische Aufsätze veröffentlichte, die, wie es im.alten Deutschland nicht anders sein konnte, zum Verbot dieses Blattes führten, hat nun seine Tagebuchauszeichnungen von 1914 /18 als „Tagebuch eines Sehenden" veröffentlicht. Tagebuchaufzeichnungen, Kriegserinnerungen, Revolutionserinnerungen, Kriegsbriefe u. a.m. werden in letzter Zeit, trotz Papiernot und hoher Druckkosten etwas reichlich der Öffentlichkeit übergeben. Um Hermann Poperts Buch im Vergleich mit anderem bewerten zu können,, müßte man alle Neuerscheinungen auf diesem Gebiete kennen, wozu die Kraft und Zeit des Einzelnenkaum ausreichen dürften. Es sei daher Hermann Poperts Buch von sich aus betrachtet und zunächst einmal festgestellt,daß es anderen Neuerscheinungen gegenüber zweifellos das voraus hat, daß es eine lückenlose Veröffentlichung seines Tagebuches ohne Zusätze und Streichungen davstellt. Wir haben keinen Grund an dieser Versicherung Pgperts zu zweifeln. Hierin liegt der unbestreitbare Wert des Buches. Wir sehen, wie Popert als Mann mit offenen Augen seine Betrachtungen anstellt, wir sehen chn, wie er sich empört über das Verhalten der Lohmann, Fuhrmann, Stresemann, die nicht laut genug für. die Kriegsbegeisterung reden konnten, ohne ihre eigene Haut zu Maäte zu tragen; wir sehen, wie er als Pazifist den Tod naher Freunde und Verwandte betrauert, wir sehen, wie er sich aufbäumt gegen alldeutsche Wahnsinnspolitik, deren Ende er deutlich prophezeit. Wir sehen ihn dagegen kämpfen, daß der deutsche Reichstag auf sein eigenes Recht, auch den Monarchen zu kritisieren, verzichtet. Wir sehen ihn nach dem Zusammenbruch als rücksichtslosen Kritiker der Auswüchse der Revolution vor allem aber des . Pazifismus eines Nikolai und Gerlach, der nicht genug Schuld auf Deutschlands Schultern lad en kann, und erblicken in ihm einen begeisterten Anhänger der pazifistischen Ideen, die Quidde in der Nationalversammlung zum Ausdruck gebracht hat. Wir sehen Popert das unglaubliche Verhalten der Alldeutschen geißeln, die alles, was nicht nationalistisch und annexionistisch ist, als „alljüdisch" bezeichnen und hören im Anschluß daran seine bekannte Behauptung, daß in logischer Folge dieser alldeutschen Ideen „allMisch" ein Ehrenname sein müsse, was ihm so viele Angriffe und Verdächtigungen eingetragen hat. Im Rahmen dieser Besprechung kann nicht alles angedeutet werden, was uns Popert in seinem Büchlein an Anregungen gibt. Lesenswert ist das Buch für Ältere zum Vergleiche mit eigener Ansicht während der Kriegs jahre, für den Jüngeren als interessantes Bild dafür, daß es im Kriege Männer gegeben hat, die das Unglück richtig voraussagten, denen aber Zensur und Belagerungszustand es unmöglich machten, Ansichten zu veröffentlichen, dienicht mit der Ansicht der ungekrönten Könige — der stellvertretenden Generale —, gegen die Popert scharf zu Felde zieht, übereinstimmten. Es sei daher zur Lektüre wärm empfohlen. Dr. Oscar Goetz. K N fö Verbanösnacbricbten. fö N K Thuringia, Breslau. Die endgültige Chargenwahl im S. S. 20 ergab: a. B. Perl x/a. B. Stillschweig XX,- a. B. Fr. W. Ledermann X X x. Rezipiert wurden die Brander: Pick, Fleischer und Munter. Inaktiviert die a. B. a. B. Stillschweig, Perl, Jmbach, Kronheim. Philistriert nach bestandenem Staatsexamen die i. a. B. i. a. B. Budwig, Glaser, Epstein, Schäfer, Brinitzer. Wir begannen das Wintersemesteram 21. X. mit einem Konvent. Die interimistischen Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: a. B. Paul Huppert X F. W. I.C. W., a. B. Fr. W. Ledermann X X, 2. C. W., a. B. Georg Franz Bergmann x X X, 1. S.W., 3 C.W. a.B. Leiber (Lic. A.H.) F. M. f. C. F. W. a. B. Steinthal (Lic. i. a. B.) F. M. f. T., a. B. Bohrecker K.W., Sport.-W., a. F. Brauer Z. W., a.F. Herich 2. S.W., E.R.E.R. X, Leiber, Fischer, Kurt Levy, Licht X X. Überwiesen, resp. beurlaubt wurden von einer l. K. B. Rheno-Palatia die a. B. a. B. Ramiski und Cohn, von einer l. K. B. Ghibellinia der a. F. Rud. Behrendt, von einer l. K. V. Rheno-Guestphalia a. B. Isaak. Neu ausgenommen wurden die Herren: stuck, meck. Mamlok, Breslau, stuck, iur. Basch, Breslau, stuck, iur. Höniger, Ratibor O./S. Inaktiviert wurden a. B. a. B. Altmann und Waltere Philistriert wurde i. a. B. Hülsen nach seiner Promotion zum Dr. jur. Der ehrenvolle Austritt wurde den a. B. a. B. Aron und Fuchs vom B.C. genehmigt. Am 23. X. fand aus Anlaß unseres 19. Stiftungsfestes ein Bierabend im „Namslauer" statt, zu dem zahlreiche A.H. A.H. und Kbr. Kbr. erschienen waren. Sehr begrüßten wir die Anwesenheit des ältesten K.C.ers Kbr. Ehrenfried (Viadr.). - Die Verbindung hält in diesem Semester eine für Aktive offizielle Tanzstunde ab, und wir hoffen dadurch auch mit der Philisterschaft ein schönes Semester verleben zu können. Silesia» Berlin. Die Chargen des W.-S. sind interimistisch wie folgt: x Walter Goldmann Sil. (X X, F.M., F. M.) XX Otto Nelki XXX WM Silbiger, F. M. f. C. Kbr. Mendelsohn F. M. f. T. A. H. Br' Oskar Götz. Inaktiviert wurden die a. B. a. B. Alexander, Basch/ Brummer, Feilchenfeld, Frischmann, Sternfeld, Matheus, Messing, Rwbinsohn/ Philistriert wurden die i. a. B. i.a.B. Pinner, Götz und Frischmann.. Unser A. H, B. kann auf ein einjähriges Bestehen