KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 111 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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lll, - lierend bei 6er Arbeiterschaft um Einlaß anpocht, in Wahrheit über nur der Vorläufer der Volks- und freiheitfeindlichen Reaktion ist. ' Fritz Kahn, Die Juden als Rasse und Kulturvolk.^ 1920., Welwerlag- Berlin. — Das Buch ist zwar vom zionistischen Standpunkt aus gesehen, die Gerechtigkeit zwingt aber zu. sagen, daß es mit das Beste ist, was in den. letzten Jahren über die Rassenfrage geschrieben worden ist. In einem packenden und flüssigen Stil geht Kühn all den verwirrenden Phrasen zu Leibe, voü denen eine spätere Zeit nicht verstehen wird, wie vernünftige Menschen sie schreiben und an sie glauben konnten. Wuchtig und vernichtend schlägt das Werk in die Germanen- und Ariertheörie hinein, klar und überzeugend wirkt, was er über den Kulturwert der Rasse uni» über den der Semiten insbesondere zu sagen weiß. Gewiß kann man ihm in den positiven Teilen nicht immer folgen. Sein Nachweis der Mischen' Kulturideen -an den drei Persönlichkeiten von Moses, Jesus und Marx ist historisch oft anfechtbar und gesucht, und er wirkt, soweit die Person des unbestreitbar judenfeindlichen Judenstämmlings Marx in Betracht kommt, sogar ein wenig grotesk. Aber all das im positiven Teile zu bemängelnde tritt zurück gegen die überzeugende Wahrheit der gegen die Rassentheorie gerichteten Partien des Buches, und so'spärlich man mit der zur abgegriffenen Phrase gewordenen Empfehlung sein sollte, hier muß man sagen, daß das Buch in keiner Bibliothek fehlen sollte. Es ist ein vorzügliches Kompendium der Rassenfrage und ein ganz vortreffliches Mittel im gttstigen Abwehrkampf. . Palästinaliteratur. Der äußerst rührige, vo^üglich geleitete Jüdische Verlag zu Berlin gibt eine Reihe von Palästinapublikationen heraus, die in geschickter Weise in die Probleme des Landes einzuführen geeignet sind und die jedem Freunde der Probleme empfohlen seien. 1. Aussichten der Industrien in Palästina von N. W ilbusche.witz. Kein phantastischer Zukunftsroman, sondern eine knappe nüchterne Zusammenstellung des Erreichten und der Entwicklungsmöglichkeiten. Die einzelnen Kapitel behandeln Bergbau, Großindustrie, Arbeiterfrage, Kleinindustrie, Verkehrswesen, Wasserwirtschaft und Bauwesen, und bieten ein sehr schätzbares Material. 2. Aufgaben und Organisation des Sanitätsdienstes in Palästina. Gutachten dem zionistischen Aktionskomitee erstattet von Dr. Theodor Zlocisti, Dipl.-Jng. Richard Michel, Dr. W. Brünn, Dr. A. - Sandler, Dr. E. M erb ach, Regierungsbä-meifier Baerwald. „Die vorliegenden Gutachten liegen in d :r Linie zwischen Notwendigem nndMöglichem." Diese Bemerkung aus dem Byrwortmag das ganze Buch charakterisieren, das streng fachmännische Arbeiten Über Wanderungshygiene,'Infektionskrankheiten, allgemeines Gesundheitswesen, Lungenheilstätten, Genesungsheime, Kurorte, Krankenanstalten und Krankenhausbau bringt. Beigefügt ist der Plan einer Quarantäneanstalt. Kenntnisdes Landes, Besonnenheit im Urteil, praktischer Blick für das Mögliche und gediegene Sachkenntnis zeichnen den stattlichen Band aus, der vornehmlich für Mediziner und Bolkswirtschaftler Interesse haben wird. Eine Gartenstadt für Palästina. Zum 70. Geburtstag von Max Nordau. Nationalfondsbibliothek Nr. 5. Enthält neben Aufsätzen über Max Nordau — darunter eine kuche Selbstbiographie — einen Aufsatz von Franz Oppenheimer über die Gartenstadt, der durch einen in Dialogform gehaltenen Beitrag von Max Baerwyld ergänzt wird. Der Plan ist interessant und die Idee ist Üb «zeugend. Tatsächlich scheint die Gartenstadt eine brauchbare Form der Besiedelung des Landes zu sein. -'Angefügt ist ein Aufsatz von Israel Cohen über den Nätionalfdnds. ' ' 4. Erez Jsrael. Mitteilungen des Hauptbüros des Jüdischen Nationalfonds. Heft 4 April 1920..— Der stattliche Band von 140 Seiten enthält eine Fülle von Aufsätzen über praktische Besiedelungsfragen, auch Rechtsfragen, die zur Sache gehören (Erbpacht und Erbbaurecht) sind behandelt. Der interessante Inhalt wird durch eine Fülle von guten Bildern anschaulich erläutert. Die Fruchtbarkeit der christlich-jüdischen Mischehe vonDr. M axM areu se(Abh and lung aus d em Gebiete der Sexualforschung, Band II,. Heft 4, Jahrgang 1919/20). A. Mattus und E. Webers Verlag, Bonn. — Anknüpfend an. die Untersuchungen v. Luschan über das gleiche Thema behandelt Verfasser in erster Linie die Statistik dieses Gebietes, die in ihrer Einseitigkeit Deutungen nach allen Richtungen zuläßt. Da besonders die Mischehe in den meisten Fällen eine Spätehe ist und in einem verhältnismäßig hohen Prozentsatz (1910 —12%) zUrScheidung führt, so kann man die geringe Furchtbarkeit nicht auf eine natürliche Disharmonie der Gatten und auf eine natürliche Lebensünfähigkeit der Mischehe zurückführen, sondern auf die erwähnten Ursachen. Man darf auch nicht übersehen, daß die vor der Ehe übergetretenen;; Gatten von der Statistik nicht erfaßt werden. In erster Linie muß eine Statistik über dieses Gebiet Che und Familienkunde behandeln, ja sogar mit der Psychologie und Soziologie als Erkenntnisquelle arbeitend ' Die Vorstellung von der Minderfruchtbgrkeit der christlich-jüdischen Che, die ja von den rasseanttsemittschen Forschem häufig vorgebracht werden, bauen sich auf die Erfahrungen in der Tierwelt auf. Tiere verschiedener Klassen und Ordnungen sind zu gemeinsamer Zeugung unfähig, wohl aber die,Tiere, die einer Art oder . Spezies angehören. Da aber der Mensch, homo sapiens, einer Art oder Spezies im zoologischen Sinne entspricht, so sind, auch Angehörige der jüdischen und einer nichtjüdischen Rasse gegenseitig nicht'unfruchtbar, wird doch sogar die Bastardierung von Menschen und Menschenaffe nach Rohleder für wahrscheinlich gehalten. Biologische Rassenunterschiede innerhalb des Menschengeschlechts bestehen, andererseits aber auch die biologische Einheit des Menschengeschlechts. Da nun die christlich-jüdische Mischehe eine Stadt' insbesondere Großstadtehe ist, so' zeigt sie auch deren Typ, der auf rationalistisch e Id een und auf G eburtenb eschränkuug begründet ist. Verfasser kommt zu dem Schluß, daß die ' Minderfruchtbarkeit derartiger Wen sozial und psychisch bedingt ist. Die interessante und fleißige Arbeit zeigt uns, welche Schwierigkeiten sich ergeben, wenn man versucht^ ein.derartiges Thema stattstisch zu bearbeiten. Denjenigen, die sich mit der Frage der Rassenforschung beschäftigen, kann nur empfohlen werden, die Arbeit im Original zu studieren. Dr. Scherbe!, Leipzig. Jüdischer Arbeitsmarkt. Unter diesem Namen erscheint eine Monatsschrift zur Fördemng der Bodenkultur und Handwerke unter den Juden, herausgegeben von der ' Geschäftsstelle des Daniel-Bundes (Gesellschaft für ethische Erneuerung des Judentums E. B.), München,' Bergmannstraße 7/4.) Preis halbjährlich 0 M. Die bereits erschienenen vier Nummern enthalten Beittäge über die Wichtigkeit der BemfsumschichMng der Juden, über Gartensiedelungen, ferner Aufrufe zur Gründung von Handferttgke.itsünd Hauswirtschaftskursen u. dgl. Der Anzeigenteil enchältu. a. Veröffentlichungen verschittrener Mischer Stellenvermittlungsvereine. Ferner sind fünf Hefte:- „Mittellungen des Daniel-Bundes" und „Jüd. Esperantist" erschienen, die u. a. verschiedene Aufsätze über die Wege zur echischen Wiedergeburt der Judenheit enthalten. Preis 5 JK>, Probenummerü kostenlos.