KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 109 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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rinnen war von etwa.600 vor zwölf Jahren auf fast 4000 im Jahre 1918 emporgeschnellt. Heute ist ihre Zahl kaum großer, da von den für Philologie und. Naturwissenschaften eingeschriebenen Studentinnen der Not der Zeit gehorchend zweifellos ein größerer Teil als bisher sjch Studien widmetdie in eine andere und namentlich in tue freie Berufstätig, keit führen (Chemie, Philosophie, Bibliothekdienst, Sozialbeamtin usf.). Genaue Feststellungen scheitern an der Unzulänglichkeit der Statistik verschiedener Hochschulen. Die Abwanderung bezw. der Stillstand beim Lehramt kommt insbesond ere in d em starken Anwachsen der fürNation alökonomie und Rechtswissenschaft eingeschriebenen Studentinnen zum Ausdruck, deren Zähl neuestens sprunghaft in die Höhe geht; sie zählen heute 1300, wovon auf Rechtswissenschaft, da ja die Frau zum Richteramt nicht zugelassen ist, nur etwa 2OO entfallen, so daß der größere Zulauf auf die Volkswirtschaft entfällt. Es handelt sich hier um ein verhältnismäßig dankbares Betätigungsfeld derFrau, das sie in die volkswirtschaftliche, soziale und. sozialpolitische Arbeit, im öffentlichen Dienst wie in der privaten und Bereinstätigkeit, im besonderen aber auch in die Privatwirtschaft führt. Derungestüme Zudrang zu diesem Studienzach muß aber in Bälde auch hier eine Uberfüllung bringen, zumal die nationalöko,römischen Studien auch von den Studenten zurzeit stark bevorzugt werden und es zweifelhaft ist, ob ein entsprechend großer Bedarf an Kräften vorhanden ist. Der Zugang der Frau zur Medizin ist auch heute noch sehr stark, aber verhältnismäßig nicht mehr ansteigend, zur Zahnheilkunde verhältnismäßig aber außerordentlich stark. Am stärksten ist die Aufwärtsentwicklung bei der Pharmazie, der sich heute schon etwa 150 Frauen widmen, auch die Zahl.der evangelischen Theologinnen nimmt stetig zu, wobei es sich aber nicht um angehende Kirchendienerinnen handelt,' sondern meist um Frauen, die sich für die innere Mission u. ä. oder für den Theologieunterricht an höheren Schulen ausbilden. Die Verteilung der Studentinnen auf die e i n z e l n e n Universitäten zeigt, daß die kleinen und mittleren Hochschulen, namentlich im Süden, aus naheliegenden Gründen die Frauen zurzeit am meisten anziehen, besonders zum Nachteil von Berlin, München und Leipzig. Es studieren in. Berlin 1129, in München 748, Freiburg 517, Bonn 501, Frankfurt 439, Heidelberg 408, Münster 405, Breslau 394, Leipzig 369, Hamburg 361, Göttingen 345, Jena 344, Köln 334, Marburg 331, Tübingen 202, Würzburg 199* Halle 198, Kiel 159, Rostock 142, Gießen 140, Greifswald 123, Erlangen 69. - Die XV. allgemeine Konferenz der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin Ost E. V. lLeiter v. Lio. F. Siegmund- Schultze) findet vom 3. bis 6. Januar 1921 in Berlin unter dem Gesamtthema: „Die Jugendarbeit der Sozialen Arbeitsgemeinschaft" statt. Tagesordnung und Tagungsbedingungen sind kostenlos zu beziehen durch die Geschäftsstelle der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost, Berlin ' 0.17, Fruchtstraße' 63 XL 100 000 Deutsche Universitätsstudente« und Technische Hochfchüler. . An den 23 Universitäten des Reichs sind zurzeit 85 000 Studierende eingeschrieben und an den 11 Technischen Hochschulen beläuft sich die Besucherzahl auf 19 800. Gegenüber dem Vorjahr ist bei den ersteren ein Rückgang um etwa 3008 eingetreten, während letztere um 1600 stiegen. Frauen sind es an den Universitäten 7800, an den Technischen Hochschulen 225.. Daran ändert auch der Umstand nicht viel, daß der derzeitige hochgespannte Höchschulbesuch noch zu einem Teil (schätzungsweise ein Drittel) auf die Anhäufung der Studenten dstrch den Krieg zurückgeht. Wenn man berücksichtigt, daß schon vor dem Krieg bei einer weit geringeren Studentenzahl (65 000 deutsche Universitätsstudenten und etwa 10 000.Techniker), aber einem größeren Reichsgebiet und einem weit stärkeren Bedürfnis an gelehrten Kräften, eine.Uberfüllung fast aller akademischen Berufe drohte, so erhellt deutlich, was diese nüchternen Zahlen der unerbittlichen Statistik für die Zukunft der demnächst die Hochschulen verlassenden jungen Akad emiker b ed euten. ° Die Verteilung der heutigen Studentenschaft auf die einz eIn en Studienfäch er zeigt den außer- 'ordentlichen großen Zudrang zu d en Berufen, von denen augenblicklich erhofft wird, daß sie noch einige Zukunftsaussichten bieten, so insbesondere Zähnheilkunde und Staatswissenschaften, Maschinenbau und Elektrotechnik. Es wird sich aber in Bälde zeigen, daß solche vielfach kritiklose und nur nach äußeren Gesichtspunkten (rascher Studienabschluß, geringere Ausblldungskosten u. a.) erfolgende Berufswahl auch diese seither noch aufnahmefähigen Berufe bald hoffnungslos überfüllt. Stark besetzt sind auch Medizin, Rechtswissenschaft, Philologie und Naturwissenschaften. Neuestens gehen die Philologen erheblich zurück, auch die Mediziner zeigen rückläufige Bewegung, während neben den Zahnärzten und Volkswirten nur die katholischen Theologen eine Steigerung aufweisen. An den technischen Hochschulen gingen die Bau- und Maschinen- und Elektrotechniker und die Berg- und Hütteningenieure weiter in die Höhe und die Archtiekten und Schiffs- und Schiffsmaschineningenieure weiter zurück. Die Einzelbesuchszählen der Berufe zeigen die Besetzung der Studienfächer und die Überbesetzung einzelner deutlicher: Medizin 18 319 (gegenüber 16048 im Sommer 1914), Philosophie, Philologie und Geschichte 15175 (14436), Rechtswissenschaft 15 938 (9842), Staatswissenschaften und Landwirtschaft 12 341 (3876), Mathematik und Naturwissenschaften 10 240 (8132), Zähnhellkunde 4723 (976.) evangelische Theologie 3414 (4374), katholische Theologie 2174 (2058), Pharmazie 1030 (1100). An den technischen Hochschulen studieren: Maschinenbau 6540 (3100) Bauingenieurwesen 3111 (2760), Elektrotechnik 3229 (1307), Architektur 1856 (2200), Chemie und Naturwissenschaften 3174 (3300), Bergbau- und Hüttenwesen 785 (577), Schiffs¬ und Schiffsmaschinenbau 278 (234) und sonstige (bildende) Fächer 918 (500). Bon besonderem Interesse ist, wie die einzeln en- Hochschulen besucht sind, woraus namentlich auch der Einfluß der Umwälzung auf den Besuch der einzelnen Hochschulen ersichtlich ist. Die Studentenziffern der Universitäten sind: Berlin 10 278, München 6879, Leipzig 5583, Bonn 5347, Breslau 4936, Göttingen 4313, Frankfurt 4213, Münster 4062, Freiburg 3984, Halle 3490, Heidelberg 3488, Marburg 3335, Würzburg 3214, Tübingen 3186, Köln 3023, Hamburg 2897, Jena 2843, Gießen 2143, Kiel 2078, Greifswald 1940, Rostock 1555, Erlangen 1449. Die Besuchszählen der Technischen Hochschulen sind: Charlottenburg 3209, München 2923, Hannover 2591, Dresden 2264, Darmstadt 2206, Stuttgart 1631, Karlsruhe 1491,. Aachen 1088, Braunschweig 872, Breslau 837, Danzig- 779. .' tö M ßücfoer- und Blätterf chau. K lio Menschheitswerte «nd Völkerbund. Fünf Preis- I Mo ritz Mannheim er-S tiftung der Großarbeiten von Reinhold Schmidt, Felix Halle, August löge für D eutschland. Verlag Friedrich Andreas Messer, L. Barthel, Emil Cohn. Heraüsgegeben von der Perthes A.-G.; Gotha 1920. — „Welche Werte der Welt