KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- Seite 83 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2268830-2268925-2268928--2574-2271740- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Chajim Bloch, Die Gem einl) e der Cha ssidim. Ihr Werde» und ihre Lehre, ihr Leben und ihr Treiben. 1920. Benjamin Hartz-Verlag, Berlin- Wren. — Bloch ist selbst ein Chassid, nicht einer von den modernen Mystikern des Westens^ die dem Chassidismus zuneigen, weil er ihnen erneu Zusammenhang zwischen ihren unjüdischen Ansamungen und jüdischer Denkweise zu geben verspricht, sondern er ist in der Bewegung ausgewachsen und ist ihr trotz seiner westlichen Bildung treu geblieben. So erhält denn sein Buch etwas Frisches und Lebendiges. Der erste Teil bringt kurz die Entstehung und Geschichte des Chassidismus sowie eine Darstellung seiner Lehren und Grundsätze. Mehr noch aber als aus der systematischen Belehrung erwächst ein Bild dieser für das moderne Judentum so bedeutenden geistigen Strömung aus dem zweiten weitaus umfangreicheren Teile des Buches, das — unter dem Titel „Leben und Treiben" — von siebenundzwanzig chassidischen Rabbis Erzählungen bringt, die wundervoll den Geist strenger Sittenreinheit und demütigen Gottvertrauens verbunden mit der Freude an Gott und der Welt wiederspiegeln. Man sollte über den Vorwürfen, die man dem Chassidismus macht, niemckls. die Größe und Reinheit der ursprünglichen Idee vergessen, und in diese Seite der Bewegung führt Blochs Buch vorzüglich ein. Man darf wohl sagen, daß 'es mit zu dem besten gehört, was in neuerer Zxit über'dieses Thema geschrieben worden ist. Wer über den Chassidismus sich orientieren, und in seinen Geist sich versenken will, der möge das Werk zur Hand nehmen das ihn Theorie und Praxis vereint lehrt. Jakob Seifensieder, Gabriel Riesser. Ein deutscher Mann jüdischen Glaubens. Ein Lebensbild. Frankfurt a. M. 1920 I. Kauffmann. 8°, IV, 177 S. Seifensieders Buch über Gabriel Riesser will ein Lückenbüßer sein. Es möchte in die Bresche springen, solange eine wissenschaftliche Lebensbeschreibung des Vorkämpfers der deutschen Judenheit fehlt, die seit Jahrzehnten ein schwerlich empfundenes Desiderium darstellt. Wer über ihn sich unterrichten will, ist gezwungen, auf die Biographie zurückzugreifen, die M. Jsler 1867 als ersten Band der von ihm herausgegebenen gesammelten Schriften voranschickte. Außer ihr wäre höchstens noch der kure Abriß der Allgemeinen Deutschen Biographie erwähnenswert. Da Jslers Werk im Buchhandä vergriffen ist, versucht Seifensieder einen einstweiligen Ersatz zu bieten. Frei vom Ehrgeiz, eigene Forschungen anzustellen, kaum etwas aus seinem geistigen Eigentum anfügend, liefert er nicht mehr als eine populäre Zusammenziehung und Überarbeitung der Jslerschen Biographie, wobei er — mitunter auch ohne ausdrückliches Zitieren — wörtliche Anlehnung nicht verschmäht. Die Darstellung, die meist rein referiert ohne eine psychologische Vertiefung oder die Einordnung in größere Zusammenhänge zu erstreben, zerfällt in zwei Teile. Die erste Hälfte bemüht sich Gabriel Riesser als Jude zu erfassen und schildert sein literarisches Eintreten für Recht und Anerkennung seiner Glaubensgenossen: die andere führt ihn als Deutschen vor, indem sie vornehmlich feine Tätigkeit in der Frankfurter Paulskirche darlegt. Seifensieder hütet sich, wie jeder Biograph in seinen Helden verliebt, vor irgendwelcher Kritik. 'Er umreißt weder den Charakter mit scharfen Linien, noch fällt es ihm ein, tiefer schürfend, Riessers jüdischen Standpunkt zu untersuchen, der, den Zeitverhältnissen gemäß durchaus einseitig orientiert und auf Abwehr eingestellt, zu den positiven Werten seiner Gemeinschaft keine klare Beziehung zu gewinnen vermochte. Das Buch wird dennoch, wo man ohne übertriebene Erwartungen herantritt, seine guten Dienste leisten und etwa als Schrift für die reifere Jugend Belehrung und Anregung nicht versagen. Es verstärkt den Wunsch, daß Gabriel Riesser endlich gleich anderen führenden Parlamentariern von Achtundvierzig den würdigen Biographen finde, der fachmännisch vorgebildet, mit dem Rüstzeug der Wissenschaft und der Gabe der Einfühlung ein kraftvolles jüdisches Bewußtsein vereint. R. Llg 15 |g Verbanftsnacbrichten. K 18 U ~| Thuringia, Breslau, Rezipiert wurden die Brander: Gotthelf, Bobrecker, Huppert. Inaktiviert wurde a. B. Kwilecki. Philistriert wurden nach bestandenen: Staatsexamen die i. a. Bia. B. Glaser, Groß, Tischler, Wüchsner. Neu ausgenommen wurden die Herren: stuck, ing. Silberberg, Breslau, stuck, ing. Braun, Breslau, stuck. - weck. Hirsch, Breslau, stuck? zur. Brauer, Cosel, stack, zur. Leubuscher. Dem a. B. Werner Weiß wurde der ehrenvolle Austritt Ms der Verbindung vom B. C. genehmigt. Wir veranstalteten im Juni mehrere wohlgelungene Ausflüge, zwei größere nach dem Zobten und nach Bad Salzbrunn und einen Turnausflug nach Wilhelmshafen. An allen Veranstaltungen beteiligten sich zahlreiche Kbr. Kbr. und A H. A. H. Bavaria» Heidelberg. Wir eröffneten das Semester mit einer Aktivitas von 60 Mann, 40 ortsanwesenden i. a. Bi. a. B. und einigen 20 Kbr. Kbr., so daß sich am Orte über 120 K. C.er aufhalten. Die definitiven Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: a. B. Lutz Nachmann X, a. B. Hans Mannheim XX, a. B. PMl Eichengrün XXX. ER. E. R. X, ia. B. Erwin Weil, i. a. B. Fritz Pagel, i. a. B- Ernst Loewy, ia. B. Ernst Wolfs, XX. Beurlaubt, bezw. überwiesen wurden von einer l. K. B> Sprevia a- B. a B. Rudi Blumenschein. Alfred Cohn, Paul Eichengrün, Carl Engel, Hans Strelitz, a. F. Heinz Rychwalski. Bon einer l. K. B. "Rheno-Palatia a. B. a. B. Herbert Kaufmann, Stephan Mußline. Von einer l. K. V. Thuringia a. B. a. B. Georg Franz Bergmann, Karl Glaser- Von einer l. K. V. Saxo-Bavaria a. B a. B. Alfred Goldberger, Charles Hartig, Fritz Lieberg, Ernst Plaut. Von, einer l. K. V- Saxonia a- B. a. B. Hans Mügnus, Kurt Samson, Ernst Wolfes. Von einer l. K. B. Hassia a. B. Bruno Kaufmann, a. F. Ernst' Struch. Neu eingetreten sind die Herren: stuck, zur. Otto Cohn Ms 'Dessau, stuck, zur. Hans Davidsohn aus Demmin, stuck, zur. Paul Guthmann aus Worms, stuck, zur. Karl Haymann Ms Saarburg, Bez. Trier, stuck, zur. Walter Menke aus Berlin, stuck, zur. Theo Neumark aus Frankfurt, stuck, zur. Erich Weiß aus Oppeln. Aktiv meldeten sich: i. a. B- Fritz HeymMn (Rh.-Sil.), t a. B. Alex Heilbronn (Rhen.-Bar),