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KC-Blätter · 1920-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1920) · p. Seite 2

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Journal
KC-Blätter
Volume
1920
Issue
Heft 1-3 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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'• s-' " ,-i 1/ ’v: %: Meidenschasten auf.. Man wendet sich mit Wort Achnd Schrift an Verstand und Einsicht; Loch scheut Inan sich gleichzeitig-nicht, die Gefühle der leicht -Hn Begeisternden bis zu Gewalttätigkeiten fort- Hureißen. Niemand ahnt, welches Bild sich bieten ' wird, wenn nach dem Sturm die Ruhe wiederikchrt, wenn die neuen politischen und Wirtschaft-, - Achen Verhältnisse sich auswirken werden. ' Das eine nur stcht für uns fest, daß wir' heute wie für. absehbare Zeit auf besonders leb- ' Hafte Kämpfe mit unserem antisemitischen Gegner zu rechnen haben. Wir beobachten, daß das ge- -sunde vaterländische Empfinden von vielen überspannt, daß der nationale Gedanke zum ^nationalistischen Wahn verbildet wird. ' Unser besonderes Interesse erheischt der „Allgemeine Deutsche Waffenring", dessen Bestrebungen sich mit großer Schärfe auch gegen uns richten, gegen unsere akademische Mistenz, gegen . unsere studentische Ehre und Würde und gegen die von uns verfochtene Rechtsauffassung. ' Völlige Klarheit über die Gründung des A. D. W. haben wir nicht erlangen können. Ebensowenig über seine gegenwärtige Lage. Nur so- '-Diel stellen wir fest : Die Gründung war schon im, Oktober 1918 vorbereitet; der A. D. W. .sollte -sich organisch auf den örtlichen Waffenringen auf-; bauen. Wir haben Grund zu der Annahme, daß damals politische, insbesondere antisemitische Be- - strebungen dem rein waffenstudentischen Zweck- . gedanken fernlagen. Der. Ausbruch der Revo- . lution und die damit verknüpfte Verkehrserschwerung verhinderte die Ausführung der Gründungspläne. Nunmehr entschloß sich der vorbereitende . Ausschuß, den A. D. W. „auf weiterer Grundlage aufzubaüen". Nach. § 1 des im . Anfang ' des S. S. 1919 veröffentlichten Satzungsentwurss dursten jüdische Korporationen, auch' wenn sie örtlichen Waffenringen angehörten, in ihnen nicht verbleiben. Diese Bestimmung stieß nicht . nur bei uns, sondern auch bei einzelnen anderen auf Widerspruch, Ob mit Rücksicht hierauf oder nicht — jedenfalls erschien Ende des S. S. 1919 .ein ztveiter Entwurf, der die Aufnahme sämt- . licher Korporationen mit dem Prinzip der unbedingten Satisfaktion zuließ. Im übrigen wurde . der Päukkomment eingehend geregelt; die Herabminderung schwerer Bedingungen wurde ange- . strebt, v In den Herbstferien wurde der zweite Entwurf vom Waffenstudenteirtag zu Jena angenommen, jedoch mit der Änderung,' daß solche Verbindungen ausgeschlossen würden, „die konfessionell Äach Statuten oder Zusammensetzung sind", über die besondere Stellung der Würz- * burger Salia und andere Einzelheiten sind die , Leser schon früher unterrichtet worden, über die .Entwicklung des A. D. W. im allgemeinen läßt Fich nach einer Rundfrage des Geschäftsführenden -Ausschusses innerhalb des K.C. folgendes - berichten:' Schonbei der Gründung verweigerte, die., Deutsche Burschenschaft ihren Beitritt; weil der' Ä. D. W. nicht auf die Verbände aufgebaut sei unds sich eine Strafgewalt über seine Mitglieder aw-Y! maße. Auch der Weinheimer S. C., nghmeinen ähnlichen Standpunkt ein und schloß sich aus,, hat aber inzwischen — wie wir dem „Deutschen Burschenschafter" entnehmen — seinen. einzelnen Korps die Beteiligung an den örtlichen Waffen- ' ringen freigestellt. Eine größere Reihe örtlicher W. R. ist dem A. D. W. nicht beigetreten, unseres ' Wissens z. B. Berlin, München, Erlangen, Karlsruhe, Königsberg,' Frankfurt, Münster, Gießen. Andere örtliche Waffenringe wie Stuttgart und Hannover sind wieder ausgetreten. Von besonderem Interesse ist dabei folgende Erklärung ' der Münchener Burschenschaft, die wohl die Stellungnahme des örtlichen Waffenrings entscheidend beeinflußt hat: „Auf einer. der letzten Wäffenring-Sitzun- * gen wurde folgender Antrag eines Münchener Korps des K. S. C. B. angenommen: Rassejuden ist keine Satisfaktion zu geben mit Ausnahme derer, die einer auf deutsch-völkischer Grundlage stehenden Verbindung des Münchener Waffenrings oder einer andern schlagenden, nichtjüdischen Verbindung angehören. Die Münchener Burschenschaft hatgegen diesen- Beschluß Revision eingelegt, da sie der Anschauung ist, daß entweder allen honorigen, also auch den nicht einer der im Antrag genannten Verbindungen angehörenden, oder keinem Juden. Satisfaktion gegeben werden soll. Da der Revisionsantrag nicht angenommen wurde, sah sich die Münchener Burschenschaft gezwungen, qus dem Münchener Waffenring auszutreten." Wenn nach alledem der Bestand des A. D. W. unsicher zu sein scheint, so enthebt uns das nicht der Pflicht, zu seinen antisemitischen Tendenzen Stellung zu. nehmen. An einer größeren Reihe von Universitäten ist auf Grund, der Satzung des A. D. W. unseren Verbindungen die Aufnahme in. den Waffenring versagt worden. Darüber hinaus wurden teilweise ihre Waffen nicht mehr anerkannt, ja auf einzelnen Hochschulen wurde Jüdischen Studierenden .die - Satisfaktion grundsätzlich verweigert, oder wenigstens bei antisemitischen Beleidigungen. - Die Verweigerung der Satisfaktion bei 'antisemitischen Beleidigungen wird damit begründet, daß die Freiheit der politischen Meinungsäußerung nicht ängetastet werden dürfe; angetastet werden darf lediglich die Würde des Judentums, die Ehre des jüdischen Studenten. Jede anW semitische Belechigung ist natürlich politischer Natur,- jedes Reagieren von unserer Seite unzuder „Komment" verbietet die „MensuO

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