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KC-Blätter · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 202 (sequence 34)
Language
German
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Es wäre zu hoffen, dab dieses Beispiel Nachahmung findet. In derselben Nummer wird in einem kürzeren Aufsatz gefordert, ball bei der Zulassung zu Prüfungen an den llniversitüten strengstens darauf geachtet wird, dab durch die Teilnahme an Zwischensemestern keiner schneller zum Abschlnll seines Studiums gelangt, als wie eS unter normalen Verhältnissen möglich wäre, d. h. dall also die Zwischensemester lediglich denen zukommen sollen, die buvtb den Krieg Semester verloren haben. , ES wäre tatsächlich angebracht, wenn diese Frage endlich einmal geklärt wird. O. G. Die Neuvdilologischen Blatter (Zeitschrift des Weimarer- KartellverbandeS philologischer Verbindungen an den deutschen Hochschulen) widmen 'in ihrer Nummer vom 9. September 1019 ihrem Mitgliede Moritz Goldschmidt einen längeren Nachruf. Aus diesem Nachruf ist für uns folgender Absatz von Interesse: „DaS Bild, das ich von dem Verstorbenen zeichnen wollte, wäre nickt vollständig, wenn ick nickt zum Scklnll noch sein Verhältnis .nun Vaterlande berühren würde. Gerade in diesen Tagen, wo wieder einmal chi blöder AntisemitiSinns seine sckmntzigen Wellen zu werfen beginnt und iedem Juden ohne näheres Hinsehen ein wahrhaft nationales Empfinden absprechen will, lege ick Wert darauf, zu betonen, dall Goldschmidt ein Deutscher war von ganzer Seele, trotz seiner jüdischen Abstammung. Seinem Ebarakter entsprechend war auch sein Patriotismus frei von jeder Aufdringlichkeit: er sckrie ihn den Leuten nicht iitS Gesicht, aber wer näher mit ibm sufammenkam, mubte tiefe Hochachtung empfinden vor diesem Manne, der mit so schlichter Innigkeit fein deutsches Vaterland liebte, und der doch in seinem Leben sicherlich so manchen milltrauischen. schiefen Blick empfangen hatte? bloll. weil er ein Jude war. Bevor wir uns deshalb nach diesem wehmutsvollen Abschied von dem teuren Verstorbenen wieder zurttckwenden in das lärmende Gewühl des Tages, wollen wir fein Andenken ehren, indem mir uns wieder einmal an Lessings „Nathan den Weisen" erinnern, an jenes Werk, das der Verblichene ans tiefer Seelenverwandtschaft heraus so sehr liebte, und in dem die Worte sieben: ..Wohlan! ES cisre jeder seiner unbestockenett Von Vorurteilen freien Liebe nach!" Lallen wir diese Mahnung in unserer Seele nachklingen und erneut in ihr Wurzel fassen, dann setzten wir damit unserem toten Freunde das schönste Denkmal!" Vorstehende Sätze zeigen, dall es erfreulicherweise immer noch Kreise gibt» in denen man den Juden als Persönlichkeit beurteilt. O. Goetz. Die Hallesche Universitätszeitung vom 1. September 1919 teilt folgenden Beschluß der Hallenser? Rektorenkonferenz mit; der. zeigt, daß man bereit ist,- eine Dankespslicht den Pionieren deS Deutschtums auf Bor-'-? Posten abzusiatten.. ..Die in Halle versammelte Konfer« nz der Rektoren der deutsche»l Universitäten und Hochschulen spricht der? Reichtzregierung. den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten sowie den Universitäten, zumal der zu ' Freiburg i. B.. ihren wärmsten Dank aus für die schnellbereite, tatkräftige Hilfe, di? den von brutaler nationaler Intoleranz vertriebenen Straßburger Professoren. Dozenten und Studenten zuiril geworden ist. Tie Rektorenkonsercnz drückt aber cni(l> die Erwartung' ans. daß sowohl die Minister als aiuh die Fakultäten und die einzelnen Professoren alles tun werden, was in ihrer Macht steht, um die aus ihren ümtem gedrängten Strallburger Kollegen in gleichwcrr-äen Stellungen wieder unterzubringen. Endlich erklärte es die Rek» toreukoufcrcnz für eine Ebrenpslicht. den aus Ellaß- Lothringen stammenden deutschen Studenten, die. ihr Deutschtum zu behaupten, inneren Antrieb und Mut finden, ictzi. wie auch in Zukunst, an deutschen Universitäteu tunlichst die-Wege »u ebnen. Wie in dem Jadre 1871 die akademischen Kreise Deutschlands es als eine heilige Pflicht empfanden, die dcntiche Universität Strallburg zu einem stolzen Bollwert auszubauen. so soll auch letzt, da dies Bollwerk zerstört wird. eS als? nationale Ehrenpflicht gelten, allen innen, die es bis zum Letzten tapfer gehalten haben, eine ihrer Bedeutung entsprechende Stellung zu verschaffen." Goetz. Ter Würzburger Studenteutag Hane beschlossen, daß zu den deutschen Universitäten Ausländer nur noch mit?, bestimmten Vorbehalten zugelasien werden dürfen. Ausländer deutscher Abstammung und Mutter- '! spräche sollten jedoch Inländern gleichgestellt werden. I Die Wiener deutsche Hochschulzeitung fühlt sich nun ver- I fühlt sich nun verpflichtet, diesen Beschluß zu i einem Angriff gegen die Juden zu benutzen und zu behaupten, dall die ganzen Beschlüsse in der Ausländerfrage so unklar wären, so dall selbst Vertreter, deren Abstammung kaum eine deutsche sein dürfte, ruhig dem. Spruch zustimmtcu. die deutsche Studentenschaft werde ' von den Studierenden deutscher Abstammung und. Muttersprache gebildet. Hierin wird das nächste Mal . vollständige Klarheit geschaffen werden müsien, denn es' geht jedenfalls nicht an. -all geradezu Unwahrheiten,? die allerseits als solcheanerkannt ü> d, aus gewisser - Ecken, weil man das Kind nickt beim richtigen Namen? nennen will, aufrechterhalten bleiben. ■ - In der nächsten Nummer beschwert sich dasselbe Blatt darüber, dall man zu den Ausschußwablen an den» Wiener Hochschulen durch eine Verfügung des UnterstaatSsekretärs auch die Juden zugelanm habe und be- - fürchtet bei der Trägheit der deutstlun Studenten in. Wahlcmneleacnheiten einen Wahlsieg der Juden an der? Universität Wien. Sie sckliellt ihren Artikel mit einem Avvell an die deutschen Studentensich vollzählig an der Wahl zu beteMaen unter der Devise: Hie Deutsch! Hie Inda! In der folgenden Nummer macht dies edle Blatt seinem Zorne gegen die Juden noch mehr Luft unö. schließt seinen Artikel mit folgenden Worten: „Sollen die Galizianer für immer Hanöherrennckrte genießen auf ’ unserer alma matcr? Soll die jüdischinternationale Anarchie auch in unser Hochschulwesen eindrinaen?;■ Deutsche Studierende, die Entscheidung liegt bet euch,? seid euch der Verantwortung bewußt, die ihr zn tragend babt.? Dasselbe Blatt bringt folgende Notin ..Verbände der? „deutschen" Juden. Die ..Deutsche Zeitung". Berlin SW?v Hedemannstraße 11, deren Bezug .wir unseren Lesern?? aufs wärmste empfehlen (l), bringt folgende lehrreiche? ,Zusammenstellung; > j? . :..... H. Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glau-?' benS: --r- Deutsch-Israelitischer Öenu’in5cbunb; —. 3if Ist. i

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