KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 190 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Mcfe Probleme im Brunnerschen Geiste besprechen! Man würde sich — soweit man es nickt mit Narren oder Verbrechern zu tun bat -- vielleicht versieben lernen, und auf dem Wege Uder den Verstand ans die Gefüble ,ij einwirken können. Ader man lebt ja aneinander vorbei. Die gesellschaftliche Kluft und viele andere , Hemmungen Verbindern die wissenschaftliche Aussprache von Mann zu Mann, und ein Antisemit liest nur seine Literatur. r - ES gelten wilde Sitten noch in dieser Welt. Selbst ein Wilson verkehrte mit dem Grälen Brockdorff- Rantzau nur durch den Briefträger. Und' em — von ' Natur ans vielleicht braver — dentscher.! verhetzter Junge kreuzt nickt den Schläger mit einem ebensoguten Deutschen, weil dessen Ahnen nickt im Teutoburger, Walde mitgekümpst batten und der deshalb fatisr faktionsnniühig sei. Eine wunderovilc Welt! Und' dichter Nebel lagert noch um die Gehirne! ü Akademische und allgemeine Nachrichten. Aus der Jugendbewegung. Gern veröffentlichen wir folgende Zuschrift: Seit August d. I. gibt die Arbeitsgemeinschaft iiidisch-libcralcr Jugendvereine Deutschlands ein allmonatlich erscheinendes Organ, betitelt ..Mitteilungen der Arbeitsgenieinschaft jüdisch-liberaler Jugcndvereine" heraus. ' Die Mitteilungen enthalten neben verschiedenen VereinSnachrichten vor allem Aufsätze über unsere Jugendbewegung und über unsere Stellung zu den anderen jüdischen Parteien. Kerner Besprechungen einzelner anSgewäblter Abschnitte aus unserem Schrifttum. - Wir empfehlen jedem, der Anteil an den Fortschritten unserer Jugend nimmt, den Bezug der Zeitschrift. Probenummern sind kostenlos durch Herrn Alfred Berger. AreSlan 7. Höfchenstrabe Ü1. erhältlich. Dom hebräischen SpraHbetrieb. In der Argumentation der Zionisten spielt 'ihre Begeisterung für die hebräische Sprache eine unendlich grobe Rolle, und wenn es nur nach den Tendenzreden - bei feierlicher Gelegenheit auch im Leben zuginge, würde längst unsere nationaljiidische Jugend tadellos hebräisch sprechen. Für diejenigen von uns. die ein wenig genauer hinter die Kulissen zu schauen in der Lage sind, war cS freilich längst ein öffentliches Geheimnis, das, den groben Worten reckt schwache Taten entsprachen^ Sagen durste man eS freilich nickt, da ein solches Beginnen als ..niedrige VerkleinerungSsttckt" > aufgesabt wurde. Wie schlimm cS aber eigentlich damit steht, verrät einmal auch eine zionistische Stimme. In der Zeitschrift ..Esra". der Monatsschrift der ittdischen Akademikers. findet fick ein Artikel eines Zionisten mit der Überschrift: ..Die Zionisten und die hebräische Sprache". Diesem Artikel entnehmen wir folgende bezeichnende Satze: ..Was aber hat dieser lbebräiscke) Wille geleistet? - Sehr wenig, viel weniger als der Tlicnawille bot deir Orthodoxen. Alle Zionisten, man kann v-? getrost sagen. ' haben einmal versucht, hebräisch su lernen, bei fast allen aber blieb cs beim Versuch, überall gründet man - Kurse, fast alle sind kurzlebig und langweilig. und die Ergebnisse sind gering; sie gehen meist daran zugrunde. das; sie zu wenig Wochenstunden ansetze», und zu wenig ■ Anforderungen an ihre Teilnehmer stellen. Der Kurs . zerflieht und der aufgebrachte Wille mit ihm. und bald wird der Versuch wieder aufgegeben. Die Gewillen- : ■ haften beschuldigen sich selbst, peitschen nach einiger Zeit - ihr Pflichtgefühl wieder auf. macken minder einen Ver- \ such mit demselben Miberfolg. Andere wieder haben ‘ die Hoffnung auf die Kurse aufgegeMn und wollen Selbstunterricht beginnen. Sie schaffen ück ein Buch an sein gutes Buck für den Selbstunterricht gibt e8, nicht) und nehmen einige Kapitel durch. Bald aber ist; es zum Sterben langweilig, ein Anloä zur Unterbrecknng ist leicht gefunden, und das Studium wird mit Tröstungen für die Zukunft anfgegeben. Manche wollen grammatischen Unterricht betreiben, bringen aber den dazu notwendigen innersten Willen nickt auf. Andere schliebiich setzen ihre Hoffnung auf 0 inzelunterrickt und nehmen bei einem Lehrer eine Criuide die Woche Unterricht: daß da kein Erfolg blüht, ist felbstver- V stündlich. ' V Alle Zionisten haben es bis zun, Sckalvm-Gruß gebracht, alle haben Ne ein Unterricht-buch als ihre in.j ganze hebräische Bibliothek zu Hause und haben einige Kapitel daraus gelernt, willen eine Ainahl Vokabeln und Regeln, sprechen einige Redewendungen. — DaS T* Ergebnis: Enttäuschung. Unter den vielen deutschen. /] Zionisten kann man vier bis fünf junge Leute zählen, die aus ihrem Zionismus beranS Hebräisch gründlich - erlernt haben, ein einziger, der es bis zur Handhabung des Hebräischen gebracht hat. und einige Damen, die ein mäkiges hebräisches Willen erworben haben. Beinahe scheint eS, daß deutsche Juden am Hebräischen ver- % zweifeln müllen. und viele denken auch io." ' z. Verbandsnachrichten. Thuringia. Breslau. Die Cbargenivablen batten folgendes Ergebnis: a. B. Frankel. X, 1. F. W:: a. B. ' Ernst Lindner. XX, S. W.: o. B. Herbert Goetz. XXX; a. B. Hans Lindner. 2. F. W.. St. W.: F. M. f. C. a. B. Auerbach: F. M. f. T.: A. H. Felix Roientbal. ES traten in die Verbindung ein die Herren: Josef Jafse. meä.. Schillerstrobe 15 auö Schrimm: Fritz Walter, meä.. nuS Breslau. Ovitzstrabe 07: Kurt Glaser, meä.. auS Posen. Piastenstrabe 19: Walter Ncufeld, iur., aus ' Posen. Telegraphenstrabe 8: Fritz Rosenbaum. meri.. auS Crollen, Biitoriastrabe 40: Ernst Abraham, mell., auS Danzig-Langfubr, Fiirstenftrabe 83: Werner Weib, med.( auS Meiningen. Kirschallee 30. Es traten auS der Verbindung auS: i. a. B. Kurt Lindner lSprev.. Saro-Bav.). i. a. B. Woblgemnth lSaxo-Bav., Hanf.). - a. B. Diekmann lSvrev.). a. B. Hans Klempner, a. F Fritz Jmbach und C. K. Georg Lacks. Rcüviert wurde»; die Brander Jmbach. Jonas. Metis und Pilz. Pbili- ' striert wurden die i. a. B. i. a. B. Dr. m»:<!. Frost. Dr. iur. Frost. Apotheker Friedeberg, vr. Krebs. Dr. Liebrccht und Dr. Pincsobn. A. H. Wolfs hielt einen; Vortragszyklus: ..Die Geschichte der Juden im Mittelalter" und t. a. B. Rub: „Psucboanalyfe deK Juden- - tums." Die Tenbenzburschenstunden ersetzen wir durch den Besuch der „Jüdischen Bolksbochschttle". An der Gründung des Demokratischen Hockschut». bundeS und des Breslauer Bundes jüdischer Frontsoldaten nahm die Verbindung regen.Anteil und trat