KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 175 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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A'i lvorden, vor allem, „die Pflege bewußten Judentums und der reinsten Grundsätze des Patriotismus". Ilm die Formulierung der deutsch-vaterländischen Grundlage deS Verbandes herrschte ein lebbafter Streit, der zu Unrecht vielfach dem Verband iibel ansgclent worden ist und seine Ertlärnng darin findet, das; die zunächst voraeschlagene Formulierung der deutsch-vaterländischen Gesinnung nach der Ansicht mehrerer Vereine durch den Missbrauch seitens der reaktionären und nationalistischen j Kreise leicht Mihdentttttgen ansgcietzt ist und deshalb! besser durch die dem Logenritual entnommene Fassung ersetzt werden sollte. Jeden unbefangenen Beurteiler! nuiFi die neue Forinnlsernng befriedigen: und gerade j der K E.er >»»>; es begriihen, das; nunmehr auch der , Jugendverband die Snntbese von Tcntschtum und! Judentum unzweideutig als seine Grundlage fcstgelegt \ bat. ,! Eine Kampfstellung gegen irgendeine Partei, ins--! besondere gegen die zionistische Grnvve. hat freilich der Jugeudverbaud nach wie vor von sich gewiesen: dieses j werden alle diejenigen mit mir guthcihcn, welche die - nartcimäbiae Zersetzung und Zersplitterung der i deutschen Jndenbeit wenigstens der Jugend fernbalten wolle.: und die Ansicht vertreten, dab man fruchtbare j Arbeit leistet, wenn man die Jugend, unbeirrt durch \ das, was um uns herum geschieht, in freier, natürlicher! Entwickelung auswachsen läs;t, als wenn man die Er- I ziebungSarbeit in erster Reihe auf die negative Reaktion! gegen die gegnerische Arbeit einstollt.; Anders als der Jugendverband bat die junge Ori gauisntion der „Kameraden" geglaubt, cs entspreche den j Bedürfnissen der Zeit und dem Wunsche der Jugend, ' wenn sie den Kampf gegen daS Rationaliudentum zum > Ausgangspunkt und zur Grundlage ihrer Arbeit mache.! Iber diese Organisation wird mein Korreferent ' genaue Angaben machen. Auf feinen Wunsch sehe ich meinerseits davon ab, über die Arbeit und Entwickelung dieses Verbandes Näheres mitzntoilcn. Auch dort lind K. E.er in erheblicher Zahl tätig. ES wäre müßig. hier darüber zu streiten, welcher der beiden Verbände nun Recht bat. welchem ArbeitSvrinziv der Vorzug zu geben ist. Wir haben mit den bestehenden Tatsachen zu rechnen, das; wir auf der einen Seite einen groben Verband haben, der gerade von K. C.crn mitanfge-ant ist Und in welchem K. E.er in den leitenden Stellen auberordentlich wichtige Arbeit leisten, ferner, dab auf der anderen Seite ein zweiter Verband begründet ist. der im gleichen Sinne'grobe Teile der jüdischen Jugend erfassen will, um sie ebenfalls zu g;;ten. deutschen und aufrichtigen Juden zu erziehen. Es ist natürlich ausgeschlossen, das; der K. C. seinen Mitgliedern irgendwie die Mitarbeit in. dem einen oder anderen Verband durch einen unbedachten, einseitigen Beschlub erschwert. ES müssen vielmehr gerade umgekehrt Mittel und Wege gesunden werden, damit wir der Gesaür begegnen, dab etwa diese beiden Verbände durch ihr Konkurrenzwerben in Gegnerschaft zueinander geraten und auf diese Weise eine tiefe Zersplitterung derjenigen Kreise Hervorrufen, die gerade jetzt doppelt Zusammenhalten müssen: es kann auch nicht gutgcbciben tverdcn. dab dem Jugendverband zahlreiche j Kräfte, die in unserem Geiste wirken, entzogen werden, i Gerade der K. C. ist dadurch, das; seine Mitglieder hüben! und drüben Mitarbeiten, der gegebene Vermittler, j dessen Aufgabe es sein mub, die bereits jetzt durch das J Bestehen von zwei Verbänden vorhandene Zcrsvlitte- , rnng wieder rückgängig zn. machen und einen engeren! . Zusammenschluß der beiden Verbände in irgendeiner I ' Form anzustreben. Solange dieses noch nicht miiglich i . ist. muß alles geschehen, dab die beiden Verbände in ' gutem Einvernehmen und ohne gegenseitige Störung - , nebeneinander arbeiten. Ein kurzsichtiges und rücksichts- Joses Arbeiten würde, da eS den Kampf der in den - beiden Verbänden arbeitenden K. E.er gegeneinander zur Folge hätte, einerseits dem ft. & in der Öffentlichkeit: anberordentlichen Schaden zufügen, zugleich auch eine verständliche Mibstimmnna im Verband der Jngendvereine gegen den K. «5. iwd seine Mitglieder erzeugen und den im Verband tätigen ft. C.ern ihre Arbeit in unerträglicher Aeiic erschweren. Die gleichen Grundsätze der vermittelnden Förderung beider Or-J aanisationen müssen natürlich erst recht für die Leitung ■ unseres Verbandes und für unsere tt. C.-Blätter gelten.i Wir werden eine Gesundung der jüdischen Jugend- ‘ bewegung erreichen und ein aiiirichtines und einmütiges Geschlecht deutscher Juden für die grobe Aufgabe unserer Zeit sichcrstellen. wenn es uns gelingt, dem Werke der. Jugend alle unsere Kraft ans der Grundlage der folgenden Leitsä tze zuzufügen: Der K. C. macht allen seinen Mitgliedern die Mitarbeit in denieuiaen jüdischen 'iiigenborganisationen zur Pflicht, deren Erziehungsarbeit auf die Frage bewußten Judentums und die Festigung des vaterländischen Ge- < meinschaftsgefübls gerichtet i'l. Der K. C. erklärt es für ör ngend geboten, dab eine Zersplitterung der jüdischen Jagend Deutschlands, soweit sie auf dem Boden des bcwußten Judentums und der vaterländischen Gesinnung steht, unbedingt vermieden werden muß. daß Vielmehr ein enger Zusammenschluh der >in diesem Sinne wirkenden Verbände, vor allem des „Verbandes der -üdischen Jngendvereine Deutschlands" und der..Kamer.iden" anzustreben ist. Solange dieser Zusammenschluß nickt erreicht werden kann, ist dahin zu wirken, dab diese Berbän-e in gutem; Einvernehmen und ohne gegenseitige Störung nebeneinander arbeiten. Korreferat zur Jugendbewegung.i' Von Erich Schlesinger tTbur). Ich stimme mit dem Vorredner überein, daß der K. C. sein Augenmerk ans die Jugendbewegung^ richten mub. Ed genügt nirtn mehr, wenn der Verbandstag sich mit Gegenwartsfragen beschäftigt: er mub vielmehr an die Zukunil denk«;. Eine Zukunft wird der K. C. nur haben, wenn er in die mächtig aufstrebende Jugendbewegung fcim* Ideen trägt. In einem wichtigen Punkte stimme ick nin dem Herrn Vorredner nicht iiberein, nämlich in der Stellung des K. C. zu dem neutralen Jngendvcrbande. Ich stehe auf dem Standvuilkte, dab der K. E. alle Energie aufwenden mub. unr die iungaufstrcbende Kameradciibewegung. deren Vorstandsmitglied zu sein ich die Ebre habe, zu unterstützen. Ter grobe Streit, de: sich durch die moderne jüdische Bewegung zieht, ob das Judentum primär eine Nation oder eine Religion ist. wiegelt fick in der kleinen Welt der Jugendbewegung wider. Ter Zionismus, der erkannt bat, daß er die Mehrzahl der erwachsenen deutschen Juden nicht zu seiner. Anschauung bekehren kann, versucht nunmehr ein anderes Mittel, um seine Ideen bauernd in die Reihen der deutschen Juden hinein-', zutragen, um seinen Idealen die Zukunft zu erringen. Er erkennt, dab er sich nur der Herzen der jüngsten Jugend, ihrer leicht zu entflammenden Begeisterung bemächtigen mub, um die Zukmiit zu erobern. Mit der tätigen rastlosen Energie, mit der Begeisterungsfreudigkeit seiner Mitglieder beseelt, hatte er unternommen, Jugendorganisationen zn schassen, die schon die Kinder, von 6 Jahren an umfassen. Diese (Blau-Weibs Organisationen umfassen Kinder vom 6. bis 16. Lebensjahre. Die Führer find junge Mädchen und junge Leute von 16 bis über 20 Jaüre. An diese Bl.-W.-- Organifationen reihen sich zionistische Mäbchxnklubsund Bar-Kochba-Turnvereine. die daS Alter von 1V bis 25 Jahre umfassen. Diejenigen jungen Leute, 5le Führer der Bl.-W.-Beweguna waren, treten^ soweit sie