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KC-Blätter · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 170 (sequence 2)
Language
German
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»;v.: :'r *f;* -*1! •*;' •v,.:; o ' - 7' / DaS Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt: rü. Bügel Otto Dn. Stol)öoeterin(ir, Zuletzt Leiter eines ' Pferdelazaretts. Sprevta. 7-7,f7 i :77; ■, Fritz Hrynmnn. / ’’ r :.;''7,77 J, (Sicmiiio.) ' ' .j Hin Jahr ist vergmlgen, seit der wilde Waffe«»-.; lärm verstummte und die sieggewohnte deutsche 1 Waffenrnachi sich den übenuächtigen Feinden beuge«« i niußte. Noch immer zwar harren lausende deutscher j Kriegsgefangener voll heißer Sehnsucht der end-! liehen Heimkehr; doch auch ihre Leidenszeit naht! sich dem Ende, bald werden auch sie den Heimatj lichcn Boden wieder betreten und gleich uns, die j wir glücklich aus dem Knege.heimgekehrt sind, den.; 'Waffenrock mit dem bürgerlichen Kleide vertauschen, i Nur jene kehren niemals wieder, die in fernem . Feindesland der kühle Nasen «deckt; unter ihnen j schlumarert auch unser lieber Fritz Hehmann. Zumnzigjälirig, meldete auch er sich in jenen denkwiirdigeu Augusttagen, in denen die gesamte wehrfähige deutsche Jugend in Heller Begeisterung zu den Fahnen strömte, freiwillig zum Waffendienst. Seine Garnison wurde das lothringische Städtchen Forbach. . Ein Sturz mit dem Pferde hielt ihn länger, als er es wünschte, in der Heimat fest. 'Im Sonn« er 1015 rückte er mit einer Fuhrparkkolonne nach dem östlichen Kriegsschauplatz aus. , Obwohl er schon bald zum Unteroffizier befördert wurde, befriedigte doch dieses Leben hinter der Front sein edles Pflichtgefühl nicht. Jung und gesund, glaubte er in die vordere,'Kampflinie zu gehören. So mclbetc; er sich im Jahre 1916 freiwillig zur Infanterie. 9ind) kurzer Ausbildung folgte er dann einem seiner.früheren Offiziere auf dessen persönlichen Wunsch nach «dem westlichen Kriegsschauplatz. Hier lernte er in den Frühjahrskämpfen 1917 bei Ärras zum ersten Male die furchtbaren Schrecknisse einer vollkommenen und erbarmungslosen Kriegj sührung kennen. Doch als er nach glücklicher Uber-! Windung dieser schlimmen Tage mir in einem Briefe | von b efer Höllenfahrt erzählte, da sprach aus seinen? Zeilen kein Gefühl des Jammers, und der Klage, j sondern das schöne Bewußtsein treu erfüllter! Pflichten. Noch häufig geriet er im Laufe des « JahreS in einen« gleichen Hexenkessel, so in der ' Aisne-Chalnpägne-Schlacht und insbesondere in der . englischen Ftandernoffensive. Aber alle Mühen und Entbehrungen ertruger mit bewunderswerter Standhaftigkeit und trotz allein Elend blieb sein' Lebensmut ungebrochen, nur eine stille Friedens-' sehnsuchsi wie wir sie alle hegten, trug auch er im . Herzen. Zum Lohn für seine tapferen, vorhild- - lichen Leistungen wurde er ,um Weihnachten 1917 v zuch Leutnant der Reserve befördert, nachdem er schon lange vorher mit dem Eisernen Kreuzüg»»s^ - ' :?4. -) ' " :v ' 5 v ' v.- "iM v>- •'m ii y - * 73 ’il m j-Ij gezeichnet «vordcn war. - Da kam das Jahr 1918. Voll Siegeshofsnung stritt er ui der deutschen März-..;if offensive wieder in' den vordersten Reihen. Un- .bM! aus seinen Zeilen leuchtete neben einem tiefen Ernst, der sich ob all dem grausigen Erleben in seine Seele AHD gesenkt hatte, ein herzhafter -UUit und neue Zuver-'^W sicht. Keiner der zahlreichen Briefe, die er im Laufe -HD des Krieges an mich gerichtet batte, war-jemals von.''.UM der leisesten Todesahnung ei füllt gewesen, bis ich> üA eines Tages einen an« 10. 1. 1918 abgesandten Brief — es sollte der letzte tun — erhielt, in dem er schrieb: „Und sollte es wirk lich jetzt schon wieder in die dickste Luft gehen, daun wird hoffentlich auch! dieser Besuch der Gefilde Pc- Todes nicht zu einen» dauernden führen. Ist'» jedoch anders vom Schicksal bestimmt, dann sterbe ick« in den» Bewußtsein, meine Pflicht gegen mich selb«! treu erfüllt zu haben, mit einem Unterion von Traurigkeit, weil ich meinen Angehörigen, ja allen, die mich gerne haben. einen Schmerz bereiten nun;" Meinen Erwide- ‘ - J rungsbri'ef erhielt ich z»»cüct mit den» Bemerke,»:, j; Jjj „Verwundet, Lazarett unbekannt." . Auch seine Mi Elter«» hörten nichts mehr von »hm und seinem Ver-?'' bleib. .Kompanie, Bataillon,. Regimerrt, sie alle konnten keine Auskunft gebe««. Nur so viel wußte man, daß er am.26. 4. 1918 oerwundet sich auf den Weg zum Verbandsplatz ge«««acht hatte. Siebzehn lange Monate verzehrten. sich die Eltern in quälender Ungewifcheit über das Schicksal des teuren Sohnes. Ein?chwacher Hoffnung»' fchi««uner ließ sie noch inimc« von seiner möglichen Rückkehr träumen, bis auck« der letzte glimmende Hoffnungsfunke am 3. 10. 15*19 erlosch. An diese«»» Tage erschien nämlich bei den Eltern ein aus dem gleichen Orte (Gelsenkirchen - stammender Man««, der gerade aus englischer Kriegsgefangenschaft heinigekehrt war. Er brachte ihnen als letztes Andenken die Erkennungsmarke des toten Sohnes. Jetzt stand es fest, und die Schilderungen des he'mtgekehrten Kriegsgefangenen räumten jeden Zweifel aus: Fritz Heymann hatte am 26. 4. 1918 den' Heldentod gefunden. Seine Leiche hatte jener Mann, »vie er erzählte, bei den im März 1919 vorgenommenen Aufräumungsarbeiten im Kemmelgebiet noch unbeerdigt gesimden. Als er bei Ent- * nähme der Erkennungsmarke in dem Gefallenen, 7<7. einen Landsmann sah, da bettete er ihn am AbMsH hang des Dorfes Kemmel iu ein Einzelgrab und er-J'M richtete darauf ein Kreuz. Keine Träne der Mutter . tvird sein Grab benetzen; doch an den stillen Nuhe-J^ stätten der gefallenen Helden wandelt sich auch des -M Feindes Haß in Mitleid und Erbarmen; auch dort7> 'ü. im fenren, fremden Lande mird das einsame Grab 7"- - Unseres Neben Fremrdes wohl gepflegt werden. '—777; i Zielbewußtes, pflichttreues. Handelns zähe,j( Willenskraft, ein edles, schönes Gemüt, dar' wareie'.Hs? fdie Grundzügessemes WesenSii^Neben'einer sym- ZA^^ - i pgthischen' äußrreflk Exschkini «n'g Meinte 1 if] *v» : feff■ViVyfeti,. :(

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