KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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viK’-c* w v*^ cf1-'^' 1 ifX'. ■:'';< - s*h ’ .; Z v* *•■*'- :.'. uns schriftlich an das Kartell wenden und würden dann eine Erklärung' über unseren Ausschluß erhalten. Diese Erklärung lautet folgendermaßen: „In Beantwortung des Schreibens einer oerehrlichen Verbindung im K. C. „Friburgia" vom 29. April 1919 gestattet.sich Unterfertigter geziemend mitzuteilen, daß nach der Auffassung der Mehrzahl der im Kartell ver-, einigten Verbindungen sich die beiden in den Satzungen einer verehrlichen ,Friburgia' vertretenen Grundsätze: . ,die Betonung vaterländischer Gesinnung und Erziehung seiner Mitglieder zu selbstbewußten Juden' miteinander nicht vereinigen, lassen. Mit studentischem Gruß der derzeit Vorsitzende Verein Deutscher Studenten an der Albertina."; Es wurde uns also ganz einfach gesagt: „Ihr gehört in ein Kartell Deutscher Korporationen nicht hinein, da ihr als Juden nicht vaterländisch empfinden könnt, also nicht als richtige Deutsche zu betrachten seid." Es handelte sich nun darum, wie wir auf diese. schwere, nicht nur uns, sondern das ganze deutsche Judentum treffende Beleidigung reagieren sollten. Eine sofortige hohe Forderung schien einerseits das Richtige, da es sich aber andererseits um eine Klärung einer prinzipiellen Frage handelte, hielt ein von sämtlichen a. Ha. H. besuchter Konvent einen studentischen Austrag für übereilt und beschloß, sich noch einmal schriftlich an das Kartell zu wenden: „Unterfertigte bestätigt den Empfang des Schreibens eines verehrlichen dem Kartellvorsitzenden V. D. St. vom . . . Sie spricht ihr Erstaunen darüber aus, daß die Mehrzahl der im Kartell vereinigten Korporationen sich die Berechtigung zu einem derartigen Urteil zuspricht. In sachlicher Beziehung ist das Urteil falsch. Das Selbstbewußtsein als Jude steht mit der deutschvaterländischen Gesinnung so wenig in Widerspruch wie etwa das Selbstbewußtsein eines Katholiken mit seiner deutschen Gesinnung. Das Kartell begeht den Fehler, .Judentum als eine nationale Bezeichnung anzusehen, während es für uns eine religiöse Gemeinschaft ist. Nationaljüdische Bestrebungen lehnen die im K. C. vereinigten Verbindungen ab. Unterfertigte legt dem Kartell hiermit eine Abschrift ihres Tendenz-Paragraphen bei und erwartet Rückäußerung. Mit studentischem Gruß die Verbindung im K.C. .Friburgia'." Die Antwort darauf lautete: „In Beantwortung des Schreibens einer verehrlichen Verbindung im K. C. .Friburgia' vom 24. Mai gestattet sich Unterfertigter geziemend mitzuteilen, daß das Kartell national-deutscher Korporationen dieses und - den Tendenzparagraphen zur Kenntnis genommen hat. Eine über die Aufnahme der verehrlichen .Friburgia' erfolgte Abstimmung ergab Ablehnung. Mit studentischem Gruß der derzeit Vorsitzende Verein Deutscher Studenten an der Albertina." Es wurde also einfach von unserm Tendenz-Paragraphen und den anderen Erklärungen, aus denen einwandsfrei unser deutschvaterländisches Prinzip hervorgeht, Kenntnis genommen. Man hielt es aber nicht für nötig, die in dem ersten Briefe enthaltene Verdächtigung unserer Gesinnung zurückzunehmen. Wir überschickten darauf dem V. D. St. als Präsidium, des Kartells in der Annahme, daß das Präsidium für die Handlungen des Kartells , einzustehen habeeine ISpaarige Säbelsuite 2:. Grades 30'. Die Antwort des Kartells auf diesen unseren Schritt . lautete: >■ ■ ■ \ ■ „Einer verehrlichen Verbindung im K. C. ,Friburgia' gestattet sich Unterfertigter folgenden Beschlußd er heutigenVertreterversammlüng des Kartells nationaldeutscher Korporationen an der Albertina geziemend mitzuteilen. Der Verein Deutscher Studenten an Der Albertina ist zur Annahme, der Forderung einer verehrlichen .Friburgia' im Namen des Kartells nicht legitimiert. Einer verehrlichen.Friburgia' wird anheimgestellt, sich an die einzelnen Verbindungen zu halten. Mit studentischem Gruß der dem Kartell national-deutscher Korporationen derzeit Vorsitzende Verein Deutscher Studenten an der Albertina." In längerer Debatte kamen wir zu dem Resultat, daß wir unsererseits alles tun müßten^ um einen studen« tischen Austrag der Angelegenheit herbeizuführen. Wir überschickten daher durch das Präsidium des Kartells den Verbindungen Chargenforderungen, die uns durch ihre. Stellungnahme bei der Abstimmung die vaterländische Gesinnung abgesprochen hatten. Daraufhin antwortete uns das Präsidium: „Einer verehrlichen Verbindungim K. C- .Friburgia' teilt Unterfertigter geziemend mit, daß das Kartell national-deutscher Korporationen die Forderung einer verehrlichen Verbindung im K. C. .Friburgia' in der Form, daß die gegen die Aufnahme stimmenden Verbindungen gefordert werden sollen, als einen Eingriff in die internen Angelegenheiten des Kartells auf das entschiedenste zurückweist. Im übrigen wird auf das Schreiben vom 16. d. 'M. verwiesen. Mit studentischem Gruß . der dem Kartell national-deutscher Korporationen bereit Vorsitzende Verein Deutscher Studenten an der Albertina." Es wird uns also noch einmal anheimgestellt, uns an die einzelnen Korporationen zu wenden. In konsequenter Durchführung unserer Absicht, uns Genugtuung zu verschaffen, überschickten wir daraufhin sämtlichen dem Kartell angehörenden schlagenden Verbindungen Chargenforderungen Säbel Xi. Grades 30'. Es folgten nun die Ehrengerichte. Die Verbindungen des hiesigen D. C. und V. C. ersuchten uns, bei einer Burschenschaft, resp. Turnerschaft zu belegen. Der VC. nahm auf unsere Weigerung davon Abstand und erklärte sich bereit, mit uns ein schwarzes E. G. zu beschicken, während wir von dem D. C-, der auf seiner Forderung, zu belegen — und, da wir mit allen hiesigen Burschenschaften hingen, auswärts (in Danzig) zu belegen—bestand, in den Waffenverruf gesteckt wurden. Ein Schreiben unsererseits des Inhalts, daß wir in dem Verhalten des D. C. eine Aufgabe der unbedingten Satisfaktion erblickten, kreuzten sich mit der Verrufserklärung des D. C. Bon weiteren Schritten, etwa der Erwiderung des' Verrufs, haben wir vorläufig Abstand genommen. Alle übrigen Parteien wurden in den Ehrengerichten mit Ausnahme von dreien, in denen wir den Vorsitzenden stellten, abgelehnt und zwar unter der Begründung, daß die fragliche Aeußerung eine politische Ansicht oder Weltanschauung ‘ und als solche durchaus keine Beleidigung sei und daß man derartige Differenzen nicht mit der Klinge entscheidet. Aber auch außerhalb der Studentenschaft haben wir riesig gegen den Antisemitismus zu kämpfen. In letzter