KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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V 1. Juli 1919. Innere Krisis. Innerhalb des Kl C. sind gewisse stets latente Gegensätze gegenwärtig in ein akutes Stadium getreten, wovon die vorige und die laufende Nummer der K. E.-Blätter Zeugnis abtegen. Ohne nun die Bedeutung dieser Unstimmigkeiten irgendwie zu unterschätzen, darf man doch Wohl einen schwachen Trost —falls der K. C. eines solchen bedarf darin erblicken, daß im K J. V. Gegensätze von unvergleichlich schrofferer Art die Gemüter erregen , und nach . dem Ausspruch des „Jüdischen Studenten" sogar zu „Spaltungen, Fusionen, Wiederspaltungen" geführt haben. Besonders eine neue Gruppe, die sich um den „Hechawer" in Berlin schart..und mit sozialistischen Ideen jede KorporationMsziplin verwirft, scheint große Sorgen zu machen und den Widerspruch älterer— meiste wohl deutscher — Kreise Hervorrufen, die den ästen studentischen „Betrieb" denn doch nicht fallen lasten wollen. Besonderer Hochschätzung erfreuen sich diese Meinungen freilich nicht, scheinen doch selbst jene, die den Betrieb noch dulden wollen, anzunehmen, daß die Formen des studentischen Lehens Sache der „Schlechteren" seien! Jedenfalls klagt man von allen Seiten, daß im K J. V. die „Vereinheitlichung des Kartells, noch nicht gelungen" sei und etwas neidisch spricht man von der Einheitlichkeit des K. C.! Offen gibt man zu, daß durch diese inneren Gegensätze der Keilbetrieb unendlich geschädigt wird, und es ist in der Tat erstaunlich, wie relativ wenig das K. I. V., das doch fast jeden jüdischen Studenten nimmt, an Füchsen erhalten hat, wobei ja freilich die positiven Zahlen noch hoch genug sind. Verlangt wird, daß „die stundenlangen Debatten über den Sinn des K. I. V." aufhören und daß dann nach Ueberwindung der inneren Schwierigkeiten die Bahn für erfolgreiche Werbearbeit frei werde. Auch in der Satisfaktionsfrage hat das Ver- - bot der Mensur noch keine Klärung geschaffen. Wir hören, daß man sich in Göttingen zu helfen versucht, indem man aus dem Vereine für die Zeit der Kontrahage austritt. Das Präsidium wendet sich gegen solchen Brauch. Die Katze läßt das Mausen nicht! Es ist eigentümlich^ wie man im K, I. V. fast hypnotisiert nach dem K. C. starrt und sich immer wieder mit uns beschäftigt. Nachdem in der letztem Nummer des jüdischen Studenten liebenswürdigerweise-„festgestellt" worden-ist, daß „jeder K. C.er zum jüdischen Volke gehört" — änschemend darf man uns Selbstbestimmungsrecht nicht mehr gewähren — folgt folgendes Urteil über unseren ’ Nachwuchs. (Im Vorhergehenden wird von der sübrigens recht bezeichnenden^ Durchschnittsmeinung des K J. V.ets gesprochen,, daß sich mechanisch die Auslese vollziehe und die wertvollen Elemente zum A I, V., die minderwertigen zum K. C. wandern.) „Ein kurzer Verkehr mit K. C.ern wird jeden, der sehen kann, von seinem furchtbaren Irrtum überzeugen und es klarstellen, daß der' K. C. an sich genau dasselbe gute Material bekommt wie wir und daß es ein Unglück für das Judentum ist (!!), welche prächtigen Menschen ihm auf diese Weise mehr oder weniger verloren gehen (!!!!!). Denn daß die Entwicklung im K. I. V. menschlich (!) und jüdisch (!) eine bessere für den einzelnen ist, das steht natürlich (!!) außerhalb jeder Diskussion." (Die Sperrungen und Ausrufungszeichen von uns.) - Herr Simon, so heißt der Verfasser dieser Prachtleistung, hat aus sicherem Versteck im streng vertraulichen Ht-ft nach berühmten Vorbildern mit Schmutz geworfen und wird jetzt wieder wahrscheinlich ein fürchterliches Geschrei über die indiskreten K. C.er erheben. die so unzart in die trübe Finsternis hineinleuchten. Gewiß verraten seine schrankenlose Einbildung und sein überheblicher Stolz derart viel von der bekannten Eigenschaft, die auf demselben Holze wächst, daß es sich kaum verlohnt, mit ihm darüber zu rechten. Aber eine Frage wollen wir stellen. Lorbeeren pflückt doch das K I. V. gewiß nicht, wenn es seine schmutzige Kampfesweise immerwieder an den Pranger gestellt steht. Warum taffen die Leute den K. % nicht in Ruhe? Wir arbeiten für unsere Idee, bauen in Ruhe unsere Organisation aus. keilen unsere Füchse und lasten im übrigen das KI.V., ohne es zu beschimpfen, ungestört seine Wege gehen, die nicht die unseren sind. Warum macht das das K. I. V. nicht? Warum schimpfen die Herren' und rempeln, uns immer wieder an? Schimpfen und Händelsuchen ist doch sonst des Starken — und seiner Stärke rühmt man sich dort so gern. — Sache nicht? Oder steckt vielleicht hinter der zur Schau getragenen Kraft und Sicherheit weniger als man vermutet?