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KC-Blätter · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1919
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 133 (sequence 29)
Language
German
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133 Es meldeten sich im Laufe des Semesters noch aktiv: stud. ined. dent. Herbert Leeser aus Wanne, stud. «red. Walter Frankenhaus aus Milspe i. W. stud. med. .iciit. Walter Löwenstein aus Nietberg i. W, stud. med. Arthur Samson aus Herne i. W., stud. zur. et. rer. pol. wco Windinüller aus Ahlen i. W. Rezipiert wurden: Kahn, Stcinbcrg, R. Melchior, E. Eichenwald, ferner Salm. Leeser, Röttgen. Rosenwald, y>. Windmüller, Hope. Leoy und Joel. Philistriert wurde i. a. B- Paul Wolfs. ' Ausgetreten sind die Bbr. Bbr. Kahn und Steinberg. Wie überall, so war auch hier die antisemitische Hetze sehr groß und wir halten des öfteren Gelegenheit, ihr mit Erfolg entgegenzutretcn. Wir stehen in eifriger Zusammenarbeit mit dem Vorstand der hiesigen Ortsgruppe des Zcntralvereins, in dem wir durch a. B. Menke vertreten sind. Dos Semester wurde offiziell am 2. August mit einer Schlußkneipe geschloffen. Beginn des Zwischensemestcrs ist der 22. September. Auch an dieser Stelle sei allen i. a. B. i. a. B., die nun nach bestandenem Examen Münster verlassen, für ihre vorbildliche und unermüdliche Tätigkeit beim Auf- und Ausbau der Rhcno-Bavaria" recht herzlich gedankt. Albingia. Das im Mai begonnene Sommersemester — Chargenwahlcn sind bereits mitgctcilt — verlief bei einer Aklivitas von 17 Mann recht gemütlich. Wir fochten täglich zwei Stunden Schule und eine Stunde Komra, hatten ferner an drei Abenden und zwei Nachmittagen der Woche feste Offizien, zu denen Cafe und offiziöse Veranstaltungen nach Bedarf hinzukamen. Mitte Juni veranstalteten wir einen Damenausflug gröhcren Stils nach Merseburg, der reges Interesse bei der Philisterschaft Halles fand und die Stellung der Korporation bei dieser noch mehr festigte. Daneben unternahmen wir mehrere kleinere Damenexbummel und dgl. Zur Einweihung der neuen Kneipe unserer lieben Rachbarverbindung „Saro-Bavaria" wie auch zu deren zweitem Damenfest fuhr die gesamte Albingia nach Leipzig. Auch nach Halle griff im letzten Teile des Semesters die überall entflammte antisemitische Hetze über und mir hatten mehrmals Gelegenheit, sie erfolgreich zu bekämpfen. Jedenfalls ist es dringend erforderlich, daß der K. C., der in Halle so gute Fortschritte gemacht hat, weiter stark vertreten bleibt, und da wir mit Ende des Semesters viele und gerade die jüngeren Bundesbrüder verlieren, ist cs im Interesse der K. C.-Sache dringend geboten, daß die K. D. K. V, die überaus stark sind, uns einige nichtige, junge Kräfte zuweiscn. Dabei wollen wir darauf aufmerksam machen, daßHalle nunmehr wieder ein billiges Leben und zugleich die Vorzüge der Großstadt bietet, wie ^s in anderen Universitätsstädten wohl kaum besser zu finden ist. Rezipiert wurden anfangs und mitte des Semesters säintliche nenn Brander. Ausgenommen wurde Herr stud. iur. et. rer. pol. Otto Berg-Marburg (Wenf.) Aus der Verbindung trat aus der Fuchs Alexander Hirschfelv aus Köthen (Anhalt). Inaktiviert wurden die a. B. a. B. Arthur Jacoby, Dobrin und Ries. Ihren besonderen Dank spricht die Korporation Kbr. Goldstücker (Thur.) aus für seine Mitarbeit und lein reges Interesse, das er jederzeit der Verbindung entgcgengebracht hat. Das neue Semester beginnt am 28. September vormittag '/z 12 Uhr s. t. mit einem Frühschoppen im Metropol. Die Wahlen für die Ferienchargen hatten wlgcndes Ergebnis: i. a. B. Sonder, F. C.. X, S- W., a. B. Katz. F. C., X X. K. W-, 'i. a. B. Ostwald, 6- C, X X X- Rheno-Palatia. Mit Beginn der Vorlesungen am 17. Jluii setzten wir Vollcouleur auf und eröffneten den offiziellen Verbindungsbetried mir einer Kneipe. Unsere regelmäßigen Offizien sind Konvent. Tendenzabend und Kneipe; außerdem tägliches offizielles Cafe imKönigscafö. Der Fechtbetrieb mußte infolge der übergroßen Inanspruchnahme des Universitätsfcchtbodens auf drei Stunden wöchentlich beschränkt werden. Die definitiven Chargenwahlen ergaben: Gerhard Piorkowski.X, F-W-n.a., i.C.W., RudolfNeustadt.XX, S.W., Marlin Fischer. X X X. K.W.. Benno Rosenkranz, F. M. f. C., Paul Meyer. F. Nt. f. T., Joseph Rubens, F. W. n. i., 1. Keilwart. Erich Lewin. 2. C. W-, Alfred Rosenkranz, 3. S- W., A. W.. Rudolf Goetz, B. W, Ernst Oelsner, 2. Keilwart, Sportwart. Es wurden noch aktiv: stud. med. Siegfried Loewenthal aus Bad Kissingen, stud. med. Stephan Mußliner aus Meürichstadt i. Unterst. Als o. V. G. nahmen wir stud. med. Paul Lcvison aus Bünde auf. Rezipiert wurde stud. iur. Herbert Goetz. inaktiviert eaud. med. Benno Rosenkranz und euud. med. Paul Meyer. Außerdem überwies uns eine l. K. V. „Silesiu" den Fuchsen Siegfried Smoszewski, so daß unsere Aklivitas trotz der schlechten Aussichten zu Anfang des Semesters auf 30 stieg. In die hiesige Philistcrschaft führten wir uns durch eine Antrittskneipe am 5. und eine gut gelungene Bowlenkneipe mit Damen am 6. ein. Wir konnten aus diesem Anlaß eine Anzahl Kartellbrüder bei uns begrüßen und mochten an dieser Stelle noch einmal den Kb. Kb. aus Nürnberg unseren Dank für ihr Erscheinen und für ihr reges Interesse an der Verbindung aussprechen. Im Laufe des Semesters sahen mir noch eine Reihe Kbr. Kbr. aus Berlin, München, Heidelberg, Freiburg, Darmstadt, Münster bei uns. Einen angeregt wissenschaftlichen Abend bereitete uns Professor Porges, der sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt hatte, ein Referat zu halten. Bei den Wahlen zum Asta brachten wir einen eigenen Vertreter (cand. med. Benno Rosenkranz) durch. Das neue Semester, das Anfang Oktober als reguläres Wintersemester beginnt, läßt erhoffen, daß eine Reihe Kbr. Kbr. den Weg zu uns finden, was uns um so willkommener wäre, als uns mehrere Bbr. Bbr. verlaffen müssen. Zuschriften sind nicht mehr an die alte Adresse zu richten, sondern an: Königscafe, Theaterstraße. tansea. Der zweite Teil Sommersemesters brachte ämpfe, wie sie eine K. C.-Verbindung wohl kaum gesehen hat. Hatte sich zu Beginn des Semesters der Antisemitismus vornehmlich auf die Universität erstreckt, in deren Räumen Flugblätter verhetzendster Art verbreitet wurden, so übertrugen nunmehr unsere Gegner die Pogromhetze auf die Straße. Jeder einzelne von uns mußte täglich einschrciten unter Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit gegenüber der Uebermacht niederträchtigen Wollens. Bezeichnend für die Stirnmnng ist, daß »Couleurstudenten" die Menge gegen uns unter Hinweis auf unsere grüne Couleur (wir haben im Laufe des Semesters dunkelgrüne Couleur in Biedermeierformat aufgesetzt) aufhetzte. Auch die Bevölkerung, die durch systematische Verhetzung von seiten der antisemitischen Akademiker, sowohl durch Schriften ltägliche Anschläge von Hetzzetteln in der Stadt) wie durch Worte, gegen uns voreingenommen war, bereitete uns große Schwrerigkeiten. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde wochenlang Tag und Nacht hindurch tätige K. C.-Arbeit vom ältesten Inaktiven bis zum jüngsten Fuchsen geleistet. Der innere Verbindungsbetrieb war ein sehr strammer,

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