KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 127 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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127 2. Auf Grund der aktenmäßigen Nachweisung stellt der R. S. Cfest, da» er die unnüttelbare Fortsetzung des am 1. Dezember l873 in Berlin gegründeten Berliner (Gesamt) S. C. ist und nimmt daher als Gründungsdalum den I. Dezember '873 an. 3. Der nachgcsuchte Austritt aus dem R. S. C. wurde dem Hohcnheimer S. C. und dem Korps Aoaria-München bewilligt. Weimarer Verband deutscher Sängerschaften. Am 30. Juli 1919 haben die bisher im Weimarer C. C. und R. K V. vereinigten deutschen farbentragenden Sängerschaften auf einem Sängcrschaftstäg ztt Leipzig den Zusammenschluß beider Verbände beschlossen unter dem Namen' ..Weimarer Verband deutscher Sängerschaften" <Weim. V. D. S.) mit den Prinzipien der Pflege der Musik und des Männcrgesanges. der Pflege des akademischen Geistes und Lebens. Betätigung nationaler Gesinnung. unbedingter Satisfaktion. Dem Verband gehören insgesamt 22 deutsche und eine deutsch-österreichische Sängerschaft an. Es sind dies? I. Arion-Leipzig, 2. Barden-Prag. 3. Alania-Charlottcnbnrg, 4. Burgundia- Breslau. 5. Zöllern-Tübingen, 6. Baltia-Kiel. 7. Rheno- Guestphalia-Bonn. 8. Alt-Wittelsdach-München. 9. Salia- Halle, l0. Guilelmia-Greifswald, II. Gerrnania-Berlin, «2 Johanni - Fridericia - Jena, 13. Erato-Dresden, 14. U. S. zu St. Pauli-Leipzig, 15. Holsatia-Hamburg. 16. Fridericiana-Halle, 17. Gottinga-Göttingen, 18. Chattia-Marburg, >9. Leopoldina-Breslau, 20. N. S. zu St. Pauli-Jena,' 21. Wettina-Freiburg. 22. Thuringia- Heidelberg, 23. Normania-Danzig. Die Deutsche Landsmannschaft. Zum ersten Male seit Pfingsten 1914 fanden sich die Vertreter der Deutschen Landsmannschaft in Coburg zusammen. Durch die diesjährige Aufnahme der Landsmannschaften, die den dl. L. C. auf der Marksburg gebildet hatten, dehnte sich der Verband auf die Technischen Hochschulen aus; er umfaßt jetzt auch Landsmannschaften auf Tierärztlichen und Landwirtschaftlichen Hochschulen. Die Tagung sprach sich erneut für die Bekämpfung der Auswüchse des Trinkzwanges und der Trinkunsittcn aus. Neu ausgenommen wurden in die Satzungen die Forderung staatsbürgerlicher Belehrung durch Ausbau der Büchereien und Aussprachen. An den Grundsätzen des Waffenstudcntenkuins hält die Deutsche Landsmannschaft fest, verbietet aber die Pistolenforderungen im Verbände und will auch den Unfug der Säbelforderungen, wie er eingerissen ist (durch Verhandlungen im Waffenring), abzufchaffen sich bemühen. Der Verband zählt fünfünd sechzig offene und fünf vertagte Landsmannschaften. Kösener S. C. Der Kösener S. C.-Verband hatte fünf Jahre hindurch von der Abhaltung eines ordentlichen Kongresses abgesehen. Erst in diesem Jahre schien es, als ob die äußeren Umstände eine Beschickung des Kongreffes zulassen würden. An erster Stelle beschäftigte sich der Kongreß mit dem Eintritt der Aktiven in die Reichswehr und in die ihr gleichartigen Freiwilligenverbände. was durch einstimmigen Beschluß als dringend notwendig bezeichnet wurde. Weitere Aussprachen und Beschlußfassungen galten dem Ausbau einer Arbeitsgemeinschaft für die Vertretung der gemeinsamen Interessen aller auf nationalem Boden stehenden studentischen Vereinigungen sowie dem Zusammenschlüsse sämtlicher deutscher Korps, vor allem des Kösener S. C. mit dem Weinheimer (technischen) S. C. zu einem Zweckverbande. Insbesondere wurden sodann die Möglichkeiten erwogen, linker denen den kriegsbeschädigten jüngeren Korpsstudenten ausnahmsweise eine nach den Kösener Staturen sonst an sich nicht zulässige Verleihung des Korpsbandes gewährt werden kann. Inzwischen hat sich auch die Frage geklärt, an welcher Universität die aus Slraßburg vertriebenen vier Korps ihren neuen Wohnsitz aufschlagen sollen. Rhcnania uno Palatia haben sich für Marburg entschieden. Suevia geht nach Münster.Palaio-Alsatia mir dein alten Namen Alsatia und den alten Farben grün-weiß-ror nach Freiburg. Alle vier Korps fügen ihrem Viamen den Zusag „Slraßburg" hinzu und bleiben in dauernden Beziehungen zueinander. Die politischen Schicksale in Oesterreich sind nicht ohne korpsstudentische Rückwirkungen geblieben. Es haben sich die Korps Suevia. in Prag sowie Joannea und Vandalia in Graz, die schon seit den Jahren 1868. 1861 und 1894 als Korps bestehen, zur Aufnahme in den Kösener S. C.-Verband gemeldet und sie sind mir ihren alten Herren ohne die sonst übliche Renonzierungs- Probezeit in den S. C V. ausgenommen worden. Weitere Anträge eines anderen Prager Korps und von vier Wiener Korps liegen vor. Da die alsdarrn rioch verbleibenden drei österreichischen Korps in Leoben uvd Brünn ebenfalls die Aufnahme in den Kösener S. C V. zu beanttagen beabsichtigen, so kann in Bälde mit einem vollständigen Zusammenschluß aller österreichischen Korps mit dem K. S. C. V. gerechnet werden. Ziffernmäßig steht der Kösener S. C.-Verband trog des Verlustes von rund 1600 (dabei sind die allen Herren eingerechnet) seiner Angehörigen, die auf dem Felde der Ehre geblieben sind, besser da. als vor dem Kriege. Während sich der GesamtkorpSbestand an Aktiven und Inaktiven zu Pfingsten 1914 auf 2914 belief, berrägt er jetzt ohne die sieben Korps in Bonn und ohne Suevia und Alsatia-Straßburg schon 2876 Mitglieder, io daß mit diesen Korps zweifellos die Zahl 3000 nicht unwesentlich überschritten werden wird. Vertretertag schwarzer schlagender Korporationen. Auf Einladung des Rothenburger E. C. fand am 6. Juni ein Vertretertag schwarzer schlagender Korporationen starr, an dem außer diesem Verbände teilnahmen: 1. der Mündener V. C, umfaffend die Verbindungen Fidelitas- und Cheruscia-Karlsruhe. Berolina-Berlin, 2. Sinapia- und Palatia-Karlsruhe. 3. der A C. V-, umfassend die Verbindungen Cimbria-Berlin. Franko-Baoaria-Münchcn. Normannia-Halle, Frisia-Jena rsusp.) und Cimbria- Tübingen (susp), 4. Gotia-Freiburg. 5. Lichtenstein-Tübingcn, 6. Gaudeamus-Stuttgart. Die Verhandlungen ergaben, daß über die Stellungnahme zum arischen Prinzip, zu den Fach-, politischen, konfessionellen und Sporr- Verbindungen vollste Uebcrcinstimmung im Sinne der vom Rothenburger E. C. bisher vertretenen Anschauungen herrschte. Dagegen waren in den Fragen der Maturität, der unbedingten Satisfaktion und der Führung eigener Waffen bei den einzelnen erschienenen Gruppen Abweichungen vorhanden, die gewisse Zugcstanonine erforderlich machten, und zwar folgende: 1. Die an der Hochschule Karlsruhe bestehenden Verbindungen sind zur Aufnahme iuunaturer Mitglieder berechtigt, solange an dieser Hochschule Jmmaturi als akademische Vollbürger zugelaffen werden. 2. Die bisher im A C. V. znsammengeschloffenen Verbindungen, die das Fachvrinzip aufgegeben haben, nehmen das Maturitätsprinzip grundsätzlich an. sind jedoch berechtigt. Pharmazeuten ohne Marurilär aufzunehmen, solange vom Staat für diese die Marurirär nicht vorgeschrieben wird. 3. Der Verbindung Lichtenstcin, die den Grundsatz der unbedingten Satisfaktion aus praktischen örtlichen Rücksichten in ihre Satzung nicht ausdrücklich aufnehmen kann, wird die Airfnahme dieses Grundsatzes, der tatsächlich bei ihr durchgeführt ist. in die Verbindungssatzung und die Einführung schwerer Waffen im Hinblick auf die bestehenden Vcrhältnstie vorerst nachgelassen. Die Einigungsverhandlungen sollen auf einem neuen Vertretertage in Stuttgart am 1. bis 3. August fortgesetzt werden.