KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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107 und die Ruhe der Kleinstadt deine schwere Krankheit zu lindern versprach, da hat der erbarmungslose und unerbittliche Tod dich von hinnen gerafft. Ein Herzschlag hat deinem Leben ein allzufrühes Ziel gesetzt. Wir beide haben uns gut verstanden, Lelbbursch! Dein hervorragendes Wissen, dein überreiches Gemüt, dein Streben nach Großem und Erhabenem haben dich mir stets als leuchtendes Vorbild erscheinen lassen und als solches wirst du mir auch nach deinem Tode ewig und immerdar vor Augen schweben. Wir alle haben viel in dir verloren, ich aber, der ich mich innerlich eng mit dir verknüpft fühlte, lraure um meinen besten Freund, unvergeßlich wirst du uns bleiben, die wir dich schätzen und lieben gelernt haben. Alfred Herzberg (Thuringiae) Georg Aron. (Thuringiae). In wenigen Tagen von der Grippe dahingerafft. starb unser lieber Bundesbruder Georg Aron am 25. April 1919 im Alter von 23 Jahren. Der Verbindung und somit dem Verbände hat er nur sechs Wochen angehört. Aber seit Jahren waren seine Gedanken und Ansichten von wahrem K. E.'Geiste erfüllt. Als Schüler im Alter von 18 Jahren meldete er sich im August 1914 als Kriegsfreiwilliger, kam bald darauf ins Feld und erreichte es durch treueste, unermüdliche Pflichterfüllung, daß er im Frühjahr 1917 zum Leutnant der Reserve der Feldartillerie befördert wurde. Bis zum Ende des Krieges war er bei der Truppe und bewährte sich vor allem auch in den besonders für einen Offizier schweren Novembertagen des Jahres 1918 durch Umsicht, Ruhe und Ueberlegtheit als guter Truppenführer. Auf einer Fahrt im Sommer 1918 zum Neujahrsfeldgottesdienst hörte Aron von mir zum ersten Male vom K. C. und feinen Tendenzen; er fand darin seine innersten Gedanken verkörpert und wurde ein begeisterter Anhänger unserer Ideale. Als er nach beendetem Feldzuge und kurzer Erholung in seinerHeimatstadtBromberg dieBreslauer Universität bezog, trat er auch alsbald in die -Lhuringia ein und fand volle Befriedigung im Verbindungsleben. Aber nur kurze sechs Wochen gehörte er uns an; dann wurde er durch den ^od uns und seinen Eltern, die so glücklich waren, ihren einzigen Sohn nach 4% Kriegsjahren unversehrt zurückerhalten zu haben, entrissen. Dr. Ernst Rosenthal (Thuringiae). Mdi Jürst (Friburgiae). Der lange, lange Zug der Kriegsgefangenen kehrt zurück, und jubelnd werden die von Qualen Ausgezehrten empfangen. Aber tausend und abertausend heißgeweinte Augen von Müttern und Bräuten, Schwestern und Brüdern sehen denen, die jetzt aus Frankreich kommen, hoffnungsleer entgegen. Kein Brief hat das Kommen ihres ..Vermißten" angekündigt, und sie können nur auf Gewißheit warten aus dem Munde derer, die den Bruder, den Sohn sterben sahen. So kommt uns nun die sichere Nachricht, daß du lieber Leibfuchs auch gestorben bist für dein Vaterland unter fremden, unverstehenden, lieblosen Menschen. Du, der du immer ein wenig Freundesbeistand so notwendig gebraucht hast! Drei Tage nachdem du die Todeswunde in den schweren Kämpfen des 20. Juli 1918 empfangen, lagst du einsam und verlassen im französischen Lazarett. Es hat wohl kein Freund dir die Augen zudrücken können. Aber wenn du ganz zuletzt mitten unter feindlichen Soldaten noch einmal an dein Leben gedacht hast, dann hast du gewußt, daß so viele bei dir sind und mit dir fühlen. Die Mutter und die Geschwister daheim und auch deine Freunde. Denn du selbst warst ja ein so treuer Freund, lieber Leibfuchs! Dein Letztes hättest du hergegeben um denen, die dir nahe standen, eine Freude zu machen. Pflichttreu und stolz kanntest du nur den geraden Weg, und so gingst du auch an jenem Maitag hinaus, in die Schlacht, aus der du nicht wieder zurückkamst. Sie haben nichts genutzt, die heißen Wünsche, die wir dir mit auf den Weg gaben. Und doch, lieber Leibfuchs, du hast jetzt Ruhe und Frieden, während deine Generation vor einem Kampf um die Existenz steht, der selbst dem Tüchtigsten gar schwer ankommen wird. Du brauchst nicht unsre Heimat in Schmach und Elend zu sehen! Wenn die Friburgen in Zukunft zu hoffentlich froheren Feiern, wie sie die Vergangenheit gebracht hat, versammelt sein werden, dann wird auch die froheste Stimmung einmal unterbrochen werden. Alle Bundesbrüder werden dann an den denken, der sein junges Leben für sein Vaterland gegeben. Uns ist er gestorben, für uns ist er gefallen! Wir werden ihn nie vergessen! Paul Meyer (Friburgiae, Rheno-Palatiae). CT