KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 61 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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■r " < r-*£*p Mit dem 26. Februar-1919 haben wir Vollkoüleur aufgesetzt, und zwar schwarze Samtmütze mit gold-rotgoloenem Rande und goldener Raspe. Am 17. Februar ist der Universitätsfechtboden wieder eröffnet worden. Infolgedessen herrscht bei uns dort ein reger Betrieb, sowohl im Säbelals auch Schlägerfechten. Wir haben wöchentlich 36 Fechtstunden belegt! - Wie durch das Fechten suchen wir auch durch wöchentlich zwei Schwimmoffizien unseren Körper zu stählen. Die Tanzstunde bietet, uns Gelegenheit, mit den hiesigen Kouleurdamen häufiger züsammenzukommen. Auch-gemeinsame kleinere Ausflüge tragen viel zur Hebung des geselligen Verkehrs bei. An abendlichen Offizien haben wir den Konvent, Kneipe und Tendenzabend festgesetzt. Außerdem sind wir bei den jüdischen Literaturvorträgen in Münster stets in corpore vertreten. Die Keilaussichten sind gut, so daß wir hoffentlich bald neue Aktivmeldungen berichten können. Wir hoffen, daß das Semester weiterhin einen guten Verlauf nehmen wird, denn auch in Münster läßt sich ein angenehmes Studcntenleben führen! Silefia. Die Gründung der „Silesia" erfolgte auf Beschluß des B. C. der „Sprevia" vom 10. Februar 1919, da die ungeheure Aktivitas ein geregeltes Verbindungsleben einfach unmöglich gemacht hatte. Die interimistischen Chargenwahlen, die noch auf demselben Konvent erfolgten, ergaben: Lachmann X, 1. F. W., 1. C. W, Treu XX/ 2. F. W., Jungmann XXX, 1- S. W., Eisner, F. M. f. C.. Bukofzer. F. M. f. T. E. R. E. R. Lachmann, Martin Rosenthal, Eisner. Bonnin, Friede, Aberle. Sofort nach Gründungsbeschluß meldeten sich die Kbr.Kbr. AH. Fritz Goldschmidt (Spreo), sowie die r. a. B. i. a. B. Eisner (Spreo.), .Bukofzer (Spreo.) und Pinner (Spreo.) in der neuen Verbindung aktiv. Die „Sprevia" beurlaubte nach freiwilliger Meldung die a. B. a. B. Aberle. Bonnin, Friede, Heinz Goldschmidt, Jacobsohn, Jungmann. König, Lewin, Lademann, Marcussohn, Riesenfeld, Tiemendorfer und Treu zu uns und überwies uns die Füchse Blumklotz, Cohn, Hans Feilchenfeld, Walter Goldmann, Goetz, Knopfmacher, Nelki, Oelsncr, Bruno und Julius Woyda, die sich ebenfalls freiwillig gemeldet hatten. Am Mittwoch, den 12. Februar 1919 hielten wir unfern Gründungskonvent auf der Sprevenkneive ab, auf dem sich Kbr. Kbr. A. H. Ascher (Spreo.). A. H. Martin Rosenthal (Frib), A. H. Silberstern <Spreo.) aktiv meldeten und wir bereits zwei neue Füchse, die Herren «tad. med. Anschel aus Czarnikau und Max Rosenthal aus Obersitzko aufnehmen konnten. An Stelle von Jungmann, der wegen des bevorstehenden Physikums Generaldispens nahm, wurde Marcussohn zum XXX gewählt. Auf diesem Konvent wurde der Name „Silefia" gewählt und als Farben „violett-silder-hellgrün", Fuchsenfaroen „silber-violett-silber" bestimmt; zum Wahlspruch wählten wir den der alten Viadrinen „Nemo me impune lacessit“, wozu uns der A. H. V. „Viadrina" in einem herzlichen Glückwunschschreiben seine Zustimmung gab. Wir beschlossen fernerhin, an den G. A. ein Gesuch zu richten. imK.C.renonzieren zu dürfen, was uns unterdessen gestattet worden ist. Unsere Korona hat sich in den fünf Wochen seit Gründung der Verbindung stattlich vermehrt. Aktiv meldeten sich die Kbr. Kbr. A. H. vr. Joseph Hirsch, Mitglied des G. 91., vr. Martin Friedmann, Mitglied des G. A, A. H. vr. Nelki (Spreo.), i. a. B. Fritz Kremm (Spreo.). An neuen Füchsen konnten wir aufnehmen.die Herren stad. med. dent. Fritz Brummer, stud. med. Fritz Basch, stud. med. Franz Neumann, stud, iur. Fritz Schwarz, stud. iur. Schlesinger, stud. med. Hirsch, sämtlich aus Berlin, sowie die Herren stud. iur. Richard Josephsohn aus Potsdam und stud. iur. et rer. pol? Siegfried Suioszewski aus Posen/ so daß .wir bereits bei Abschluß dieses Berichtes 44 Aktive zählen. Rezipiert wurden die Brander Goetz, Oelsner und Nelki. - Offizien haben wir aus Rücksicht auf die Bbr.Bbr., die infolge ihres Alters das kurze Kriegssemester zur Arbeit ausnützen müssen, nur an zwei Abenden wöchentlich. Konvente und Kneipen veranstalteten wir nur in l ^tägigen Abständen, um dadurch Gelegenheit zu gewinnen, auch wissenschaftliche Abende zu veranstalten, die sich ebenso wie die neuerdings veranstalteten fakultativen Dämmerschoppen im Westen der Stadt einer großen Beliebtheit bei allen Bbr. Bbr. erfreuen. Bis Fertigstellung der neuen Kouleur tragen wir offiziell Spreoenkouleur. Nach außen hin tragen wir natürlich nur Band und etscheinen nur bei einigen wentgen Gelegenheiten in Vollkouleur. Wir beteiligten uns an der K. C.-Gedenkfeier, an der wir korporativ teilnahmen, der Eröffnung der jüdischen Volkshochschule, zu der wir zwölf Bbr. Bbr. entsandten, und einigen Studenten-, Zionisten- oder Zentralvereinsverfammlungen, bei denen wir abwechselnd mit der „Sprevia" Redner aufstellten, die unsere Stellungnahme zum Ausdruck brachten. Wir beteiligten uns fernerhin an der Gründung des jüdischen Sportvereins „Die Kameraden", den wir durch korporatives Beitreten unterstützten. Mit einigen anderen nicht-zionistischen Jugendvereinen schlossen wir uns zu einer „Arbeitsgemeinschaft der Groß-Berliner jüdischen Jugendorganisationen" zusammen, über die wir in den nächsten K. C.-Blättern an anderer Stelle berichten werden. Mit unserer l. K. V. „Sprevia" stehen wir in bestem Einvernehmen, das durch das gute Verhältnis der Kbr. Kbr. zueinander, zu dem die von beiden Verbindungen 'eingeführte obligatorische Duzpflicht viel beiträgt, wie auch durch gemeinsames Auftreten in allen äußeren Angelegenheiten auch äußerlich leicht erkennbar ist. Auch mit der Studentinnen-Verbindung „Heveüia" stehen wir stets in enger Verbindung. Wir freuten uns, unsere Kartellschwestern bei uns zu Gaste zu sehen und waren auch bei ihnen zu einem sehr nett verlaufenen Teeabend geladen. Das Verbindungsleben als solches litt unter den schlechten Verkehrsverhältnissen, der schlechten ungelegenen Wohnung, sowie den Streikunrnhen, die einen geordneten Verbindungsbetrieb unmöglich machtenzumal auch ein Teil unserer Bbr. Bbr. den Freiwilligenverbänden beigetreten war. Wir waren durch die Straßenkämpfe im Osten gezwungen, einen großen Teil unserer Offizien im Westen zu, veranstalten und benutzten die uns freundlichst zur Verfügung gestellte Sprevenkneipe nur selten. Wenn wir trotz der eben aufgeführten Mängel einen so großen Zustrom haben, so können wir mit Recht darin ein günstiges Zeichen für das Fortgedeihen der Berliner Kartellverbindungen erblicken und haben guten Grund, mit den besten Hoffnungen in das erste Friedenssemester zu gehen. Rheno-Palatia. In Würzburg hatten sich bei Beginn dieses Zwischensemesters zwei Inaktive der „Fridurgia" und ein Bavarenfuchs zusammengefunden. Trotz unserer geringen Zahl faßten wir den Plan, hier etwas, für den Kbr. zu schaffen. Wir waren uns der Schwere unserer Aufgabe gerade hier in Würzburg wohl bewußt. Es galt, den Kampf gegen die drei alten hiesigen, sogenannten paritätischen Verbindungen und gegen den gerade in diesem Semester mit zahlreichen alten K. I. V.ern hier eröffneten K. I. V -Stammtisch „Hatikwah". Trotzdem entschlossen wir uns am 15. Februar, einen K. C-Stammtisch zu konstituieren. Die Keilarbeit war außerordentlich erschwert. War doch schon mancher junge