KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 33 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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WlM dieser Stelle aber, sei. allen Mitwirkenden/ insbesondere unserm lieben Kb. vr. Alfred Goldschmidt der herzlichste Dank der Verbindung ausgesprochen. K. K.Heiff. Zur Auseinandersetzung mit dem K. I. W. I. Form. Die Tatsache, daß das K. I. V. sich zur Herausgabe einer öffentlichen Zeilschrist entschlossen hat, kann von uns nur mit Freuden begrüßt werden. Wir K. Cer glauben sogar an dieser Neugründung nicht ganz unschuldig zu sein. In dem Artikel „K. C.-Geist" in Heft 4—5 des ersten Jahrgangs des „Jüdischen Willens" erscheint zwar dem Verfasser der K. C.-Geist nicht stark genug zu sein, um lediglich seinetwillen eine öffentliche Zeitschrift erscheinen zu lasten, doch aus stüheren Auslastungen ist uns hinlänglich bekannt, daß man es bitter beklagt har, gerade den K. C.-Blättern gegenüber kein gleichwertiges öffentliches Organ zu Haben. Aber es kann uns auch gleichgültig sein, aus welchen Münden das K. I. V. seine Zeitschrift herausgibt. Die Hauptsache ist, daß nunmehr in aller Oeffentlichkeit der Kampf zwischen den beiden Verbänden ausgetragen werden kann. Wir verübeln es dem K. I. V. keineswegs, daß er bisher nur ein internes Organ hatte, aber wir verübeln es ihm, daß er in ihm Außenstehende, denen diese Blätter nicht.zugänglich waren, beschimpft (nicht bekämpft) hat. Interne Organe — diese Lehre möchten wir dem K. J. V. für seine noch junge Praxis in diesen Angelegenheiten geben — dienen nur zur Erörterung interner Verbandsangelegenheiten, nicht zur Beschimpfung von Gegnern. Und um dessentwillen freuen wir uns üb»r die Herausgabe des „Jüdischen Willens", weil man annehmen sollte, daß nunmehr diese Art des Kampfes ein Ende hätte. Ausgefochten werden muß der Streit. Darin stimmen wir mit dem Verfasser des Artikels „K. C.-Geist" vollkommen überein. Von einer Ueberbrückung der Gegensätze kann und soll keine Rede mehr sein. Wir begrüßen auch die Aufforderung zur sachlichen Fehde und bedauern nur, daß der Herr Gegner seinerseits nichts getan hat, was einer sachlichen Auseinandersetzung, der von unserer Seite aus nicht das geringste im Weg^ gestanden haben würde, die Wege geebnet hätte. Wir danken ihm zwar für die von ihm für eine sachliche Erörterung als unbedingt erforderlich gehaltene Einleitung, daß es ihm nicht darauf ankomme, die K.C.er als Menschen herabzusetzen, und wir fühlen uns geehrt durch das von dieser Seite besonders gewichtige Lob. daß wir durchweg sehr liebe, brave und vielleicht auch sehr gebildete Menschen seien. Wir haben das alles bisher, noch nicht , gewußt; aber unsere Freude über diel> Mitteilungen wird vergällt durch die Feststellung, daß die große Mehrheit der K. C.er zu ernsthaften Auseinandersetzungen untauglich sei. Wir fragen uns, was hat ein derartiges Gerede mit sachlicher Auseinandersetzung zu tun? Demgegenüber muß leider das Wort von dem ..häßlichen Schauspiel" über diese Methode des Kampfes, der dazu noch zwischen jüdischen Akademikern tobt, aufrecht erhalten werden. Es liegt uns fern, hierzu auch nur ein weiteres Wort der Erläuterung oder gar der Verteidigung zu sagen; wir wollen beileibe nicht in die gleiche Kampfesart verfallen. Wir stellen nur fest, daß der Verfasser sich zwar stellenweise bemüht, sachlich zu bleiben, daß er aber in wesentlichen Punkten sich mit Dingen befaßt, die mit sachlicher Auseinandersetzung nichts zu tun haben. Was im einzelnen gegen die Jd^n des K.C. vorgebrachl wird, wird von anderer Seite wider-, legt werden. Hier wollen wir uns nur mit dem befassen, was gegen den K. C.-Geist als solchen, gegen den inneren Zusammenhalt uuferes Verbandes vorgetragen wird und was insoweit auch eine Verunglimpfung der Person des K. C.ers darstellt. Da wird zunächst verkündet, daß wir unser ganzes geistiges Leben dem Zionismus verdanken. Ich gestehe ohne weiteres dem Zionismus den Rühm zu, daß er dem jüdischen Leben eine Fülle von Problemen neu geschenkt und damit dem geistigen Schaffen der Iudenheir einen ungeheuren Antrieb gegeben hat. Warum soll weiter auch geleugnet werden, daß der K. C. nicht etwa g. gründet worden ist, um innere jüdische Fragen auszufechten, sondern um der von außen aufs höchste bedrängter» Gemeinschaft aus Bekennermut zu ihr Rettung zu bringen? Soweit bekannt ist. hat sich damals kein Jude aus national-jüdischem Stolz heraus berufen gefühlt, in irgendeiner Weise für das Judentum, das heute die Naiionaljuden allein für sich in Anspruch nehmen, aüfzustehen. Auch nicht im Innern haben sie damals etwa den Kampf gegen den Jndifferentismus "geführt. Das allein haben die unjüdischen K. C.er getan, die damals schon das Wort von dem Wert der jüdischen Religion in die in Gleichgültigkeit erstarrten Massen (tewpora matantnr!) geschleudert haben. Mir scheint, der Zionismus verdankt auch sehr viel dem K. E. Die wir nicht leugnen, daß wir zum Kampf gegen den Antisemitismus gegründet sind, so geben wir auch gerne zu daß sich unsere Arbeit im Laute, der Zeit verschoben hat. Dazu trägt nicht nur die Veränderung in der Frönt der Antisemiten bei, sondern auch die Umwälzung der Dinge im jüdi- -vjsl