KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigten Korporationen LL-Vlatier Die Zeitschrift erscheint jeden Monat. Bezugspreis halr-jährlich 3 M. Einzelnummer 1,20 M. Bestellungen übernehmen der Verlag und die Kasstnoerwalmng. Preis der 1 fach gespaltenen Zeile tür Inserate l M. Bei größeren Austtägen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung bewilligt. Jnser arcnannahme durch den Verlag. „Tie Vei bindungen im K. C stehen auf dem Boden dcutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studcnrenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Zudem die im Bewußtst in. daß die deutschen Zuden einen durch Geschichte. Kultur- und Ncchtsgemeinlchaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutrcten. Zu politischen und religiösen Sonderbestn bringen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung." 9. Jahrgang | Januar-Fkbruar 1919 1. ii. 2. Heft Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Da wegen der feindlichen Besetzung diese Nummer der Zeitung nicht in Aachen hergestellt werden konnte, fehlte die Umschlagseite mit dem altgewohnten Klichee. Tie Redaktion. K.I.Y. und K.G. Die letzte Nummer des „jüdischen Willen" enthält einen scharfen Angriff auf den K. C. Ausführliche Erwiderungen werden in der nächsten Nummer der K. C -Blätter veröffentlicht werden. Auf zur Aröeit! Die gewaltigen elementaren Geschehnisse der letzten Wochen haben uns alle in ihren betäubenden Wirbel gezogen. In armseliger, ohnmächtiger Scheu sahen wir um uns herum alles wanken und fallen; es fehlte uns die Willenskraft und die äußere Macht, zu hindern, daß mit dem Morschen, Allzumorschen auch die Pfeiler der staatlichen Ordntlng und menschlichen Lebensnotwendigkeiten zu Fall gebracht wurden. Beschämend vollends ist, daß wir auch jetzt noch wie gelähmt in dieser Entschlußlongkeit beharren, einseitigen, die Wirklichkeit verkennenden Hitzköpfen die Ordnung des Trümmerfeldes überlassend. Heraus aus der Trägheit! Helfe jeder an seinem Platze — gleichviel wo er politisch stehen mag — an dem neuen Bau, der in ausgeglichener Festigkeit dem deutschen Volke eine glücklichere, friedliche Zukunft verbürgen soll! Für uns deutsche Juden ist es Gebot, über den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit und des deutschen Vaterlandes die eigene jüdische Schicksalsfrage nicht zu vergessen. Man lerne j aus der Vergangenheit, aus jenen trüben Epochen! des unwürdigen Abfalls, der Verarmung und! Verkümmerung des jüdischen Gemeinschaftslebens; sie sielen immer wieder zusammen mit den hohen Zeiten des Menschheitsgedankens, dem unsere Vorväter in restloser Hingabe auch ihre jüdische Persönlichkeit opfern, zu müssen glaubten. Diese Gefahr scheint freilich in unserer Zeit, die durch die Aufrollung der tragischen Probleme der ostjüdischen Massen das jüdische Gemeinschaftsgefühl von neuem wachgerüttelt hat. nur für einen kleineren Kreis zu bestehen. Bedeutsamer erscheint die Gekahr, die der deutschen Judenheit von anderer Seite droht. Auch unser jüdisches Denken und Fühlen ist in den allgemeinen haltlosen Strudel hineingerissen worden. Die politischen und getstigen Umwälzungen der letzten Zeit wirken auf ein jüdisches Geschlecht, das ohnehin auf Grund der tiefgreifenden Erlebniffe der Kriegsjahre sich in gefühlsmäßiger Gärung befindet. Unsere Feldgrauen kehren „jüdischer"' heim, als sie hinausgegangen sind. In der Tat, so mancher, der bis dahin von seinem Judentum nichts gewußt hat und nichts hat wisien wollen, ist durch die praktische Lehrschule des Krieges in dem Nebeneinander der Kameraden mit allem Nachdruck zum Bewußt-