KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 25 (November 1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Adressen der in Kriegsgefangenschaft befindlichen KV. KV.: Leutnant Willy Cahn, VSpüt No. 294 0 d6pöt d’officiers pfisohniers de guerre Cas. Charlier Chate- ' anroax (Indre). Leutnant Alfred Leoy, No. 1004 Oswestry P. W. (Officirs) Camp, Shropshire, England, Park Hall, Vizefeldwebel Max Ranis, Oie P. Gr. 163 Döpöt I par le bureau de renseignement 6cole militaire. San.-Gefreiter Max Simon, Prieonnier de guerre No. 12552 döpöt de prlsonnlers de guerre, Pranee, Llonlargis (voolret). HodesMe: Erich Stamm, vr. phil., aus Frankfurt a. M.. Friburgo-Ghibelliniae, am 9. November 1918 gestorben. Kurt WachSmann, stnd. ing.. aus Königshütte. Licariae, am 13. November 1918 an Grippe gestorben. Der K. ß. im Krieg. Nach den bis Ende Dezember 1918 eingegangenen Meldungen standen 1119 K. C er im Heeresdienst, wovon dem Feldheer 935 angehörten. Nur diese sind, nach den bisher bestehenden Erlassen, als Kriegsteilnehmer zu bezeichnen. — Den Heldentod starben 95 K. C er. In diese Zahl sind 4 Bb. Bb. eingeschlossen, an deren Tod kein Zweifel besteht, die sogar amtlich als tot erklärt sind, aber seitens ihrer Angehörigen solange nicht als tot anerkannt werden, als sich nicht persönliche Zeugen des Todes der gefallenen Söhne gefunden haben. — Vermißt sind seit mehr als 3 Monaten im Westen außerdem die Kb. Kb. Fritz Heymann, Rudi Fürst. Max Brummer und Ludwig Schönthal. In Kriegsgefangenschaft befinden sich, soweit feststellbar, 27 K. C er. 68 Kb. Kb. sind mit dem Eisernen Kreuz I. Kl., 538 Kb. Kb. mit dem Eisernen Kreuz II. Kl-, darunter 5 am weiß-schwarzen Bande, 3 mit dem Eisernen Halbmond ausgezeichnet morde.». 225 haben andere Kriegsauszeichnungen erhalten. 115 K. C.er, darunter 98 im preußischen, sächischen und Württembergsschen Heer, 17 im bayrischen ind während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtentandes, 3 K. C er zu preußischen Feldwebelleutnams befördert worden, 8 K. C er gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des Beurlaubienstandes dem bayrischen Heere an. In diese Zahlen sind nicht eingerechnet die Beförderungen zu Sanitäts- und Veterinäroffizieren. Jeindkiche Anerkennung. Aus der französischen Lagerzeitnng (Gefangenenlager Quedlinburg) „Le Ikuyau« (August 1916). Die Nummer der Zeitung war s. Zt. von dem Oberzensor verboten worden. Der Artikel ist nach Aufhebung der Prüfungsstelle des Lagers durch die freundliche Aufmerksamkeit eines Dolmetschers nach zweiJahrenvr. Goldschmidt übersandt worden. An keiner besseren Stelle als bei den Auszeichnungen können wir diese Ausführungen veröffentlichen, die dem menschenfreundlichen Wirken unseres Kartellbruders ein glänzendes Zeugnis ausstellen. Der Weggang desKerrn vr. Koldschmidt. „Am 3. August 1916 ist Herr vr. Goldschmidt, Chefarzt des Lagers zu Quedlinburg, auf ein anderes Feld der Tätigkeit berufen worden, und an seine Stelle ist Herr Oberstabsarzt Hentscher getreten.' Obfchon unsere Zeitung es sich zur Regel gemacht hat (welche durch ein Uebereinkommen diktiert ist), sich niemals mit dem zu beschäftigen, 'was sich außerhalb des Rundweges abspielt, welcher die Welt der Gefangenen von jener trennt, welche sie bewacht oder verwaltet, so halten wir uns doch heute dieses Ereignisses wegen für ermächtigt, aus der Zurückhaltung herauszutreten, welche wir uns auferlegt harten. Es handelt sich in der Tat für uns um die Begleichung einer Dankesschuld; diese Schulden sind vor-allen heilig, sie müssen zu allen Zeiten, unter allen Umständen bezahlt werden, und anständige Menschen setzen ihre Ehre darin, sie bar zu bezahlen. Dann würde überdies die Zahlungsunfähigkeit Undankbarkeit heißen, und dieses Wort klingt zu schlecht in französischen Ohren, als daß wir jemandem das Recht geben wollten, es vor uns auszusprechen. Wir wollen uns daher gestalten, hier auszusprechen, daß wir den Fortgang des Herrn Chefarztes lebhaft bedauern. Alle unsere Kameraden — und diese sind leider zahlreich — die Krankheit oder Verwundungen in seine Lazarettbehandlung geführt haben, alle diejenigen, welche er in schwerem Ringen dem Tode entrissen hat, werden niemals seine unermüdliche Hingebung, die ihnen von ihm zuteil geworden ist, seine von großem Wissen unterstützte Mühewaltung, die Worte des Zuspruches und Ermutigung vergessen, welche er ihnen geschenkt hat.. Die anderen werden sich auch der ständigen Bemühungen des Herrn Chefarztes erinnern, um den ausgezeichneten Gesundheitszustand unseres Lagers, den dieses stets gehabt hat, aufrecht zu erhalten; sie werden sich insbesondere der wirksamen Vorbeugungsmaßregeln entsinnen, welche er in durchgreifender Weise zu treffen gewußt hat, um uns die Epidemien zu ersparen, welche den Menschenansammlungen auflauern und an anderen Stellen so mörderlich gewesen sind. Herr vr. Goldschmidt hat uns verlassen, unser Bedauern über seinen Fortgang wird durch den Gedanken gemildert, daß er gerade den Posten erhalten hat, welchen er wünschte. Wir werden das Gedächtnis an ihn in unser Vaterland mit fortnehmen. Unter den zahlreichen Bildern der Gefangenschaft hätten die, die wir später in dem Rahmen des Hospitals sehen werden, die trübsten sein können, sie werden ihre Lichtseiten bewahren, milde erhellt von der Gestalt eines Mannes, dessen berufliche Gewissenhaftigkeit ebenso groß war, wie seine Güte. Mehr wollen wir nicht sagen, indem wir ein letztes Mal Herrn vr. Goldschmidt achtungsvoll grüßen. Wir möchten vor allem, daß er wissen möge, daß er sich nicht um Undankbare bemüht hat und daß so, wie wir hier schreiben, jedermann im Lager rückhaltlos denkt." Aruno Holdstem (Thuringiae). Am 30. September 1918 verstarb zu Breslau in einer Klinik, in der er Heilung eines im Felde erworbenen Leidens suchte, mein Leibbursch Bruno Goldstein. Sein Hinscheiden berührt nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von Verbandsbrüdern näher; .denn unmittelbar nach seiner Aktivitätszeit wandte er sich völlig seiner bürgerlichen Tätigkeit zu, und auch während seiner kurzen Studienzeit war er ständig und ohne je eine andere