Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1918-07-01 · Heft 23 (Juli 1918) · p. Seite 1112

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 23 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 1112 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2268830-2268910-2268914--2199-2271355
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ö Jüdische Seelsorge an her Westfront. Von Feldrahbiner Or. Salomonski. Verlagvon Louis Lamm-Berlin. . 1918. V;:,. . In schlichten Worten;gM l)n. Salomonski ein anschauliches Bild: von her gewaüiaen Aufgabe der jMtzchen. FvldseMorge. Wer die rastlose Arbeit des FeK?äbbineM -Mußen - mit WgeMen Hatwer bei einem Feldgottesdienst Saiten in sich klingen hört, .djle er länAt verstumM glaubte,. der wird der Arbeit tdieser MstWerdie dg ihrautzen die BoMmpfer -des uöentums sind, ewige Dankbarkeit zollen. Bon einem ottesdienst zum andern eilt der Feldgeistlicheeine ganze' Lädüng jüdischer Schriften führt er Mt flch, die von den Kanierädeü äutzerst fv'cUdig enMegengenonimen Erden. Räch jeösm GbtteSdisnst Mch er mancherlei Anliegen en^egestnehntÄl. ViÄeN käntt er durch die' TÄ helstn) vielen aber M auch Wn .Wort in schwerer Läge' schon em tröskendeit Züspruist NivgMds kann ei flist längö aüfhstttest. UeberüK Mrv er begeyrL Leides ist er mir M der Lüge, einem kleinen Teil der' gefallenen Kämeiaden ein letztes Gebet nächzäsprecheN. SeM Tätigkeitsgebiet, einegäntzeArttiee, stt zu umfangreich) als Laß er allen Wünschest gerecht werden könnte. Seine andersgläubigen Kollegen, deren seelsorgerische Tätigkeit sich höchstens auf Len- Raum einer DMsion zu erstrerwn hat/ Wh in der Hinsicht weit bester ge* stellt. Eini Mifängieiche Arbeit verursacht die Vorbereitung der Gottesdienste, die Ausfindigmachung eines geeigneten. Raumes und hie Bekanntgabe an, die in derMtze liegenden. Formationen. Mit besonherer Liebe pflegen die FeDrabhiner die Gottesdienste an den .aWzugestalttH. Das sind denn auch wahre kxsttqge W üst Lkneger. die an ihnen teilnehmen Mstett, Uno .Wge zehren sie noch von der Erinnerung StilonidüSki' verdient, Me bereits früher WMlW. E K-C.-Blättern geschildert wrrrdh, für M AÜSgestäMM seiner' HGgottesdienste, die alle Teilnehmer nie virgefW Äerden, einen besonderen Dank. Die im Buche auch abgebildeten amtlichen Plakate, die: ersten dieser Ärt^ die vor den Herbstfesten 1917 im Bereich der ganzen Armee weichin sichtbar angeschlagen waren, ^müssen besonders hervorgehoben werden. — Zwölf Bildertafeln gewähren auch dem, der nicht aus eigener Anschauung die Arbeit des Feldrabbiners kenytemen treffenden Emblickinseine wechselvolle, mühselige aber dennoch dankbare Tätigkeit K.A. „Die JMdenftage in RumÄützn" von I: M. Cargher, der Krieaspoltt. Einzelschristen Heft 31, Berlin 1918; . Die Schrift gibt eine, ergreifende Darstellung der endlosen Rerhe von. Bedrückungen und Entrechtungen, denen die Juden seit altersher, insbesondere aber fett dein Berliner Vertrage von 1878 in Rumänien schütz« los aMgesetzt.sind. Die dauernde Verletzung des A-rN M des genannten Vertrages, der die staatsbürgerliche Stellungder Landeseinwohner von .dem religiösen Bekenntnis unabhängig' macht.. und besten? Erfüllung nach wie. vor eine wesentliche Voraussetzung der ÄneMmnungder SelbständWeit Rmnäniens durch: die Garänüemächte »st. zeigt augenfällig das in Sonderinteressen wmtzelndeunmoralische Perhalten aller im Lande biHwj.voM-Einstuß, gewesenen, -und durchweg bis ins Mark korrumpierten -Parteien-oderbesser polittsch tättgen jKliquerL GHt schon aus der.siisherigen Hinterhstlttgen; äußeren, Md inneren Politik klar hervor, däß aus' Rumäniwlelbst heraus für Unsere ÄMmtzer' Zeit eine Besserung kaum zu erbosten fein wird, so läßt auch die gegenwmOjge SttNMNNA im r.Lande,i.sMst kaum Mderes erwarten. Die Juden, die gesetzttch gezwungen allein Vücher- und VlStkrrfchau. in den Städten wähnen^ — sogar der vorübergehende Aufenthalt auf dem Lande ist ihnen verboten oder sehr erschwert — fristen notgedrungen ihr Leben mit, nicht immer erlaubten, Handel. f Sie hatten in der Mehrzahl nicht viel zu verlieren, während der orthodoxe Gutsbesitzer, der Mann, der in normalen Zetten die politische Macht restlos in Händen hat, bei der Ausnutzung des ' Landes durch? die. Besatzüngstrüppe'n in seinem Erwerbe Mr behindert ist Diese in den Verhältnissen . begründete Sittration hat viel böses Blüt gemacht und wird natürlich unschuldigerweise wieder den Juden allein in die Schuhe geschoben. Ungewitzigt durch die schlechten Erfahrungendie die Garantiemächte bei oer Ausführung des Berliner Vertrages gemacht haben, scheint .leider auch vom Bierbund die nötige Entschiedenheit zür Durchführung der im Art. 28 des FriedeMverttages mit Rumänien verlängtM gesetzlichen GleichfiÄlung der Juden nicht aufgebracht zu werden. Erst kürzlich erklärte -er Vertreter der konservativen Partel im deutschen Reichstag die Judenfrage für eine innerpolitische Angelegenheit Rumäniens. Sollte aber selbst Rumänien in Erfüllung des Friedens- Vertrages eine gesetzliche Gleichstellung der Juden auf dem Papier schaffen, so muß notgedrungen der Kenner rumänischer Verhältnisse nach der bisherigen Entwicklung der- Zukunft der rumänischen Juden gegenüber seinen Skepttzismus bewahren. Zur Kenntnis der Entwicklung der Judenfrage in Rumänien kann düs Studium der kleinen Schrift warm empfohlen werben. D'r. Paul Helberg (Lic.), . z.Zt. §kriegsger.-Rat in Atentta (Rum.s. Blau-Weitz-Liederouch. Herausgegeben von der Bundeslettung des Blau-Weitz> Bund für jüdisches Jugendwündern in Deutschland. Musikalisch bearbettet von Leo Kopf. Zweite völlig umgearbeitete und stark: vermehrte Auflage. 1918. Jüdischer Verlag, Berlin. Blau-Weiß gilt neben dem K. S. B. selbst in zionistischen Kreisen als der radikalste Vertreter jener Spielart der nationaljüdischen Bewegung, die auch in. der Diaspora das Bewußtsein einer besonderen jüdischen Kultur erweckt und so den Juden kulturell aus seiner Umgebung herauszunkchmen versucht. Die zweite Auflage des Blau-Weiß-Liederbuchs gcht auf dieser bereits von der ersten mit Entschiedenheit vertretenen Bahn folgerichtig weiter. Es wird einem ordentlich angst und bange, wenn man an die Folgen denkt, die sich aus dieser systematisch betriebenen Entfremdung für die Gesinnungen und Handlungen unreifer und unbedachter junger Kinder notwendigerweste ergeben müssen, und die. Fälle sind schon nicht mehr vereinzelt zu nennen, in denen praktisch eine solche Erziehung ihre destruktiven Ziele erwiesen hat. Das: Singen hebräischer Lieder, obwohl sie nicht verständen werden, sodaß ps schließlich auf eine oft lächerlich wirkende denwnstrierende Spielerei hinauskommt, mag noch hingehend ist es doch die Sprache der Heiligen Schrift, die ja vom jüdischen Kinde gepflegt werden, muß. Aber öeüsiche Mlder Järgonlieder singen zu lassen) oft geschmackloser und unangenehmer, stark erotischer Natstr, dasistbei aller Hochachtung vor der jüdischen Sprache einfach ein Unfug. Sie stammen aus einer Welt, die deustche. Juden wohl lieben sollen, in der sie aber nicht leben. Und Mische Kindir werden dadurch.der Umgebung eMfreWet, ünt d er sie nun. einmal rechnen müssen. Äög'eMen voN diesen grundsätzlichen Erwägungen ist das Liederbuch pädagogisch zu beanstanden. Liebeslieder mit oft recht eindeuttgen Stellen? sind nichts für eine wandeiMhe Schuljugend- .- und es. ist einfach unerhört,? Knaben: und Mädchen, die noch die Schul-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.