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KC-Blätter · 1918-07-01 · Heft 23 (Juli 1918) · p. Seite 1110

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1918
Issue
Heft 23 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 1110 (sequence 16)
Language
German
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1110 L,eute findet die letzte K. L.-Zusammenkunst in A*. vor der Offensive statt. Als wir das letzte Mal dört zusammen waren, glaubten wir nicht daran, daß sie noch zustande kommen würde. Wer mag beim nächsten Male wohl schien? Mit den vesten Grützen bin ich Ihr Schönenberg. . . ., 21.3.1918. Lieber A H! Erhoffe Dick, wie Deine werte Familie beim besten Wohlsein. Wie Du sichst, haben wir Rumänien verlassen und sind nach 16 tägiger Fahrt in . . . gelandet, wo wir vorsäufig noch einige Zeit Ruhe haben werden. Wir haben'den. rumänfflhen Frieden erzwungen und sollen nun auch im Westen dazu vechelfen. Wir glaubten an einen zweiten rumänischen Feldzug, bei Braila war alles zum Bormarsche nach der Moldau und Betzarabien gerüstet/da nahm Rumänien unsere Bedingungen an und drei Tage danach sahen wir schon im Eisenbahnzuge gen Westen. Herzlichen Gruß Dein Ir. Bbr. Max Simon (Bav., Naffov.).. . . ., 30. 4. Kriegslazarett 58 L. Lieber Mainzer! Nimm meinen herzlichsten Dank für Deinen lieben Brief, aus dem ich mit Bedauern sah, -atz Du nun zu Hause eine recht üble Kriegsverletzung davongetragen hast. Hoffentlich ist inzwischen die Amputation gut vorübergegangen und die Heilung geht gut und vhne unangenchme Folgen von statten. Ich selbst bin wieder einmal ganz besonders glücklich davongekommen. Meine Verwundung rührt von einem etwas über erbsengrotzen Splitter her, der unterhalb der linken Schulter eindräng und am Schulterblatt stecken blieb. Durch den mitgeriffenen Schmutz und Fasern ettert die Wunde auch heute noch stärk, macht mir aber sonst mit Ausnahme einer leichten Hemmung des linken Armes keine Beschwerden. Es wird Dich sicher interessieren, nun auch von meinen KriegSerlebniffen zu hören. Als wir im Januar aus Rußland nach dem Westen kamen, übernahmen wir eine ganz ruhige Stellung unfern ... Geschaffen wurde gar nicht, auch Flieger sah man nur selten. Erst in den letzten Februartagen änderte sich das Bild. Man baute bei uns die ganzen Batteriestellungen an einem Tage, indem man überall aufs freie Feld einfach die Schilder mtt Batterienummer stellte. Und dann folgten vier Wochen lang die ungeheuerlichsten Munitionstransporte mit Kolonnen jeder Art und Kleinbahn, allnächtlich und am hellichten Tage. In den letzten Tagen kamen schließlich die schweren Geschütze, wieder Mörser nach vorn. Mehr uno mehr preßten sich die Truppen in den Quartieren zusammen. Dem Engländer entging die Bewegung nicht. Um den Preis starker Opfer suchte er Luftaufklärung zu erzwingen und durch nächtliches Störungsfeuer die Transporte zu hindern. Erfolg hatte er keinen. Beim Angriff selbst hatte unsere Division die Ausgabe, die feindlichen Stellungen zu stürmen und bis ins freie Gelände durchzustotzen. Die Minenwerfer hatten, zur Bekämpfung etwaigerHinderniffe, Maschineyflewehre re., der Infanterie unmittelbar zu -folgen.. Ich elbst befand mich mit dem Verbindungsoffizier beim Stabe des einen Infanterieregiments. Im Bedarfsfälle hatten wir eine Stellung zu erkunden und dann die Geschütze vorzuziehen. So kam der 2V. heran, ein Tag voll Nebel und Regen, so für den Aufmarsch denkbar günstig. Gegen Abend gingen wir mtt dem Stäb in Stellung, um dort in einem Stollen den Angriff abzuwarten. Dann kam in dieser einen Nacht alle Artillerie —leichte wie schwere — in Stellung. Ohne jedes Einschietzen begann das Feuer,, .und .fünf Stunden erbitterte der Boden unter dem rasenden Schnellfeuer. Undurchdringlicher NÄel voll des atembeklemmenden Pulverschleimes liegt ach Morgen Wexdem Schlachtfeld. Auf drei Meter schon ' vexliext--Man den Anschluß., Trotzdem beginstt der Sturm zur Muute. In geschloffener Kolonne steigen die Kompagnien aus den Gräben. Dickt folgen die'Moniere, um sofort Stratzen für das Geschütz über Gräben und Hindernisse zubauen, alles ist brs ins einzelnste vorbereitet und zu wiederholten Malen geübt. Und in der Tat, zwei Stunden nach Beginn des Angriffs stehen die vordersten Geschütze in der ersten englischen Stellung, . . - - ' Wir folgen mit dem Stab unmittelbar der stürmen-- den Infanterie. Im ersten Graben ist wenig Widerstand. Ein paar Gefangene. -Er war offenbar schwach besetzt, ist äuch wenig ausgebaut. Unterstände fehlen ganz. Später erkenne ich allmählich, daß die Engländer durchweg wesentlich schlechter bauen als wir. Doch mag dies auch -aber rühren, datz sie bisher stets Angreifer, niemals Verteidiger waren. Das erste Dorf, das wir betreten, ist ein wiffter Trümmerhaufen. Keine ganze Unterkunft ist geblieben, nur ein paar Lebensmittelkisten, uns höchst willkommen, sind erhalten. Doch weiter geht es, denn ohne Widerstand zu finden, stürmt die Infanterie voran. Hinter , dem zweiten Dorf bei der Reservestelluntz hat oer Tod schreckliche Ernte gehalten, Reihenweise liegen hier die Hochländer in ihren kurzen Röckchen, die offenbar beim Marm hingestreckt wurden. Erst in feister Artillerieschutzstellung setzt sich der Gegner. Minenwerfer und schwere Artillerie werden vorgezogen, und wir schießen noch am Abend ein paar Breschen tnS Drahthindernis und einige Maschinengewehre zusammen. Doch-ist es zu spät und der Sturm wird nach nochmaliger Artillerievorbereitung am folgenden Morgen rasch und glücklich durchgeführt. Damit ist der Feind aus seiner letzten, stark befestigten und aus mehreren Linien bestehenden Stellung - geworfen,, in dem anschließenden Walde leistet, er keinen Widerstand mehr, sondern ist unter Aufgabe zahlreichen Materials. in vollem Rüttzuge. Die Division hat mit verhältnismäßig geringen Verlusten ihre Aufgabe erfüllt und marschiert ist de.n nächsten Tagen als Reserve hinterher. So ziehen wir durch die Wüstenei des vorjährigen Rüttzuggebiets. Die Straßen-sind alle glänzend gepflegt. Doch von allen Gebäuden stehen stur noch ein paar Mauern, pnd die Engländer haben den Neubau von Baracken, die nun uns zugute kommen, dem Ausbeffern dieser Trümmer vorgezogen. So wälzt sich die Heeressäule rn dichter endloser Kolonnenach vorn, stets das Ziel englischer Flieger, die unermüdlich -t Tag wie Nacht — ihre Bomben abwerfen, Aber das Trostloseste sehen' wir, als wir dann durch den Gürtel der alten Sommeschlächt ziehen. Da ist das lichte organische Leben entschwunden. Bon den Dörfern -lieben nicht einmal Mauertrümmer, alles ist zu Staub zermahlen. Wenige kahle Baumstümpfe ragen halbhoch und mannsgrotz reiht sich Trichter an Trichter, nur zuweilen von dürrem Schlinggras überwuchert. Auch in seiner alten Stelürng kann-sich der Feind nicht halten» und nun stößt unsere Division,; wieder Kampftruppe, ihm nach in bisher vom Krieg unberührtes Gebiet. Alle-Dörfer-sind menschenleer. Unter Zurücklassung aller Habe sind diese ärmen Menschen mit dem Engländer geflüchtet. Doch schon am nächsten Tag verlangsamt sich der Vormarsch. Frische Truppen sind zur Verstärkung gekommen, Franzosendie sich hartnäckig und mit äußerster Ausnutzung des Geländes verteidigen. Trotzdem kommen wir an diesem Tag noch ein gutes Stück vorwärts. Am nächsten Tag wird die Gegenwirkung noch stärker undso kommt endlich am

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