KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 22 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 1065 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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am 18. Februar in der Eisenbahn erfuhren, daß wir nicht bis zu unserem Ziele fahren konnten, da der deutsche Bormarsch am 18. Februar inzwischen begonnen hatte und Dünaburg schon in deutschem Besitze war. Wir fuhren also so weit als möglich mit, d. h. bis Polotzk und arbeiteten uns etappenweise von dort weiter, bis wir am 23. Februar in Bulbinowa aus! die ersten deutschen Truppen stießen. Nach der vorgeschriebenen Quarantäne-Zeit von drei Wochen in Warschau verlebe ich nun meinen achtwöchigen Urlaub zu Hause und gewöhne mich wieder an ein richtiggehendes Bett und ähnliche Kulturerrungenschaften. j Svwohl im Felde als in der Gefangenschaft wie auch jetzt in der Heimat habe ich, wie ich schön einmal bemerkte, die Ueber^eugung gewonnendaß der K. C. auch nach dem Kriege seine Existenzberechtigung nicht verloren haben wird, und daß wir auch im Frieden als kampferprobte Krieger wieder werden weiterkämpfen! müssen gegen den Antisemitismus und für unsere Idealer Arthur Hirsch (Spreviae-Bavariae) L. I. R. 75, Filehne i. Posen. Wegen Raiünnrangel mutzte ein Teil der Feldpostbriefe für die j nächste Stummer zuriickgestellt werden Die SchrifUeitung. Verbs nds - W ach richten. Thuringia. Wir eröffneten das Semester am 13. April mit einem Konvent. Die interimistische Chargenwahlhatte folgendes Ergebnis: Schindler x, Moses x x, Kosterlitz XXX) in der definitiven wurden gewählt Schindler zum x, Fröhlich zum x x, Moses zum x x x, A.H. l)r. Scheyer zum F.M.f.C., a.B. Fröhlich zum F. M. f. T. An Offizien halten wir ab: Sonntag: Frühschoppen, Montag: Konvent, Donnerstag: Brerabend im Augustiner, Sonnabend: Diskusfionsabend. Das Semester ist wohl das günstigste seit Kriegsbeginn. Außer stuä.iur. Raphael, der im vorigen Semester in absentia ausgenommen worden und jetzt in Breslau eingetroffen ist, hatten wir bis jetzt zwölf Aktivmeldungen, und zwar von den Herren stus. wr. Reichmann, Behrend, Grünpeter, Neumann, Michaelis, 8tuci. meä. Schalscha, Licht, Altmann, Guttmann, Pollack, Rosenbaum sowie Herrn Fritz Peiser, der vor kurzem hier das Notabitur gemacht hat und im Hilfsdienst beschäftigt ist. - Bei der großen Aktivitas ist der Verbindungsbetrieb natürlich ein sehr reger. Außer den oben genannten Offizien wird regelmäßig geschwommen und seit einiger Zeit auch gerudert. Durch Vermittlung eines A.H. und Knes Kbr. hat uns der Tourenruderklub 1009 in dankenswerter Weise seine Boote zur Verfügung gestellt, so daß wir in den ersten 14 Tagen schon 20 Fahrten unternehmen konnten. Es ist dies wohl das erste Mal, daß in einer K.C.-Berbindung offiziell gerudert wird. Wenn auch hier die Sache noch in den ersten Anfängen sich befindet, so hoffen wir doch, daß es uns gelingen, wird, den Rudersport immer, weiter auszubauen, und daß auch bald andere Verbindungen unserem Beispiel folgen werden.*) Der Krieg hat einige Kartellbrüder nach Breslau verschlagen, aber leider auch einige Bundesbrüder aus unserem Kreis gerissen. In das Feld rückten a.B. Kaiser, der Brander Baender und i. a. B. Aber, der am Anfang deS Semesters sein Phyfikum bestanden hatte und dann als Feldunterarzt für kurze Zeit nach Gleiwitz gekommen war. Zum Heeresdienst einberufen wurden a. B. a. B. Schindler (zum zweiten Mal) und Loebmann sowie der krasse Fuchs Behrendt. Außer i. a P. Aber bestand noch i.a.B. Wachsner sein Physikum und A. H. Braundas Referendarexamen, dem wenige Tage darauf -auch das Rigorostum folgte. Leider hat Braun Breslau verlassen, und die Verbindung wird ihren l. A. H., der uns allen immer gern mit Rat und Tat zur Seite stand, sehr vermissen. Von größeren Veranstaltungen hatten wir am 30. April ein größeres Damenfest, an dem unsere l. A.H. A.H. mit ihren Frauen,unsere Bundesschwestern, ein Teil der Couleurdamen sowie einige Keilfüchse, im ganzen fast 60 Personen, teilnahmen, und das einen *) Vgl. den Bericht in der vertraulichen Beilage. sehr angeregten, von einer schönen Maifeier beschlossenen Verlauf nahm. Am 8. Juni fand die SemesterantrittSkneipe statt. Auch hier konnten wir eine große Zahl von AH. A.H. und Kbr.Kbr. begrüßen, die viel zu dem schönen Verlaufe des Abends beitrugen. So hat sich das achte Kriegssemester zu einem überaus günstigen gestaltet und wir hoffen, daß die starke Aktivitas der Verbindung in dev kommenden Friedenssemestern erhalten bleibt. Bavaria. Wer von den Bundesbrüdern den Berbindungsbericht in den vorigen K.C.-Blättern gelesen hat, der wird, auch ohne daß er es wußte, doch geahnt haben, daß diesen Bericht jemand geschrieben hat, der Heidelberg vom Frieden her kennt und hier frohe Friedenssemester verbracht hat. Daß unsere älteren Buydesbrüder ihr trautes Heidelberg mit wehmütigen Augen betrachten, wenn sie sich hier aufhalten und das durch den Krieg stark gedämpfte Studentenleben sehen, das kann man ihnen nicht verargen. Denn wenn man überall den Krieg spürt, so merkt man ihn hier, wo in ungetrübter Jugendlust frohes Studententum blühte, sicher am ehesten. Uns jedoch, die wir, nachdem wir zumeist aus dem Felde zurückgekehrt find, Heidelberg erst im Kriege kennen lernten, uns bietet Heidelberg, dessen Schönheiten ja auch im Kriege nicht gelitten haben, doch noch so vieles, daß auch wir fingen: „Zu Heidelberg im Psälzerland, Da ist fürwahr gut sein!" Nach außen können wir allerdings nicht so auftreten, wie das im Frieden möglich war. Doch suchen wir auch hier das zu erhalten, was in friW^en Semestern erreicht worden ist, indem wir auch /tt»sbesondere den Verkehr mit der PhMsterschast nach Möglichkeit pflegen. Unsere Aktivitas zählt, durch Einberuftmgen vermindert, augenblicklich sieben Aktive, so daß Äach innen hin trotzdem ein ziemlich strammer Betrieb möglich ist, besonders da mehrere Inaktive und Kbr. Kbr., die sich hier aushallen, oft bei uns find. Daß; studenttsche Fröhlichkeit-auch bei uns noch herrschtdas «beweisen unsere zuin Teil recht wohlgelungenen Ausflüge, besonders der Nach Schwetzingen, bei dem wir' mehrere A. H. A. H. und Bundesschwestern bei uns sahen. Das beweisen auch unsere Kneipen, unter denen insbesondere die Antrittskneipe, bei der eine l K. B. „Biadrina" zu unserer Freude m corporo hier erschienen war, einen gemütlichen Verlauf nahm. Auch unsere Frankfurter Kartell- und Bundesbrüder konnten wrr bei -uns begrüßen, ebenso eine große- Anzahl von Alten Herren, Inaktiven und Kbr. Kbr.,-die, zum Teil auf der Reise von der Front, zunt Teil.auch hier im Lazarett, - sich kürzere 'oder längere Zeit hier aufhielten. -Wir freuen uns mir jedem einzelnen von -chnen, besonderskwenn es uns gelingt, ihnen einige frohe Stunden zu bereiten.