KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 17 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 892 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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892 Ein verdienter Veteran der Lustschifferei, der 62jährige alte Herr Paul Spiegel aus Chemnitz, trat als Kriegsfreiwilliger beim Königlichen bayerischen Luftschifferbataillon in München ein. EineReihe weiterer jüdischerSoldaten wurden mir im Flugwesen angegeben. Ein Flieger Fritz Koppel, Hans Rothschild-Göppingen, Erich Lewy, Kriegsfreiwilliger Unteroffizier, Sohn deS Direktors Hugo Lewy-Berlin, Otto Cohn, Sohn der Frau Minna Cohn aus Fraustadt, Adolf Fechenbach aus Eilenburg, ausgezeichnet mit dem türkischen Halbmond, Luftschiffer Hu Ko Bornstein aus Mannheim, Sohn der Frau Klara Bornstein, Flieger Paul Goldmann aus der israelitischen Erziehungsanstalt Ahlem. Ueber sie und . viele-andere, konnte ich noch kein Material sammeln, - doch wäre ich jedem Leser, der mir einschlägiges, .zustellen könnte süber die Redaktion), schon sm .Interesse der Sache sehr dankbar. —... - . p; Edgar Hirsch, ein ehemaliger Schüler der iSraelitffchen Erziehungsanstalt Ahlem-imFrieden Elektro-Monteurin Walsrode i.d-Heide, trat gleich beider FliegexwaffesLin.- ^Er erhielt am 28. August 1915bei Arras einmSchuß, der ihn zum Medergehen zwang, wobei er sich. ernstlich verletzte. Hirschhatie infolge nebeligen; Wetters tief herahgehen »muffen, um. feinen Auftrag durchzuführen. Hirsch tstein Beispiel dafür, daß wir auch einfache schlichte JungeyS -Haben/ die technisch und physisch ihren Platz -aussüllen. ,--,n -.it Eine glückliche Synthese dieser Art verkörpert der Flugobermaat Run d saus Gleiwitz, Sohn des. Herrn I. Rund s jr.. > Bei: Ausbruch des Krieges in Amerika lebend, weiß sich Rund auf kühne »Weise, -die im,,Berliner Tageblatt", geschildert wurde, als ,,Amerikaner"nachDeutsch' landdurchzuschlagen und tritt dann als. Marine-' fiiegerbei -er Wafferstugstationin, Seebrügge ein,>wo ernach meinen li^kundigungen 2 Jahre lang hervorragende Dienste tat. In letzter Zeit habe sch ihnaus den ,Augen verloren. Rund selbst ist so. bescheiden, daß erlibersichiede Auskunft verbietet. ES»liegen aber viele Tatsachen über ihn vor; er ist Inhaber deS Fliegerabzeicheyy und anderer Auszeichnungen:? In dem Korpstagesbefehl des MaxinekorpS.1» Nr. 31/16 ist ihm für «einen Whnen AngriffSstug von Exellenz v. Schröder gedankt worden. Weyst daher Artur Sil bergleit - r die Flieger besingt und endet:. ,'.«7;v, -5 ' ' „Wir fchweben sonst aus unsrer Well - 1:■ Der tollsten Abenteuer, n ..;,.n Ein jedes Flisgecherz ein Held . ' Am Motöründ am, Steuer .. . . " > fürwahr, schon -lese kleine private Zusammen!' stellung zeigt, wie der Jude auch stolz in -W Lüften sich als Nachkomme der Makkabaer.zu fühlen wußte. Einen, den der Tod aus dem Schlachtfelde, aus reichem dichterischem Schaffen nahm, schlug daS Herz höher beim Nahen dieser modernen DädaluS und JkaroS: Walther Heymann, der am 8. Februar 1916 vor SoiffonS fiel, sang: - „Horch, in Lüften kreist Unser Denkergeist i- Immer höher, immer schneller Trommeln Wirbeln die Motoren.und Propeller. . > PerikleS sagte im Jahre 439 v. Chr. in seiner Leichenrede für die jungen Männer, die im Kriege gegen Samos sielen: „Dem Jahre ist-er Frühling geraubt worden." Auch, unseren Familien sind viele Hoffnungen genommen wordene Die Tatsächlichkeit jüdischen Heldenmutes auch im Dienste der Fliegerwaffe — bestreiten zu wollen, heißt ihr Andenken und ihr -Grab besudeln, , Nach den Mitteilungen deS Hamburger ISraelitischen FamilienblatteS, der wir eine-.-reiche Sammlung einschlägigen. Materials verdanken, hat der .Vizefeldwebel Marti« Jacobowitz, Beamter der Dresdner: Bank, Filiale Breslau, Sohn des Kaufmanns . Herrn ^Hermann Jaeöbowitz zu BreSlau/ im Frühjahr 1917 für einen heißen,-erbitterten-und schweren Luftkampf: daS Eiserne Kreuz I. Klaffe bekommen... Dieselbe:hohe Auszeichnung errang sichauch ein Frankfurter Jude.-' Dieser, der. in meiner Zählung als l 25. jüdischer Träger des E, K L Klaffe - figuriert,dift der Flugzeugführer Edgar Rosen bäum, Sohn deS Herrn Alex Rosenbaum.- Bekanntlich werdest Eiserne.Kreuze 1. Klasse auch an manche Offiziere von Stäben, verteilt, die diese Aüszeichnung -sür die gute Bewährung der »Truppe Und sürderD gute Führung empfangen. Höhere Offiziere find keine Juden. AberZauch die »Stellen der Adjutanten bei hohen Stäben, selbst bet Bataillons sind ihnen seltener zugänglich; ebenso -die Pastell als M.-G.-Offiziere bei den. Regimentern-unähnliche Posten,' die sicher eine große) Unifichh nicht immer aber den täglichen TodeSopsermtst oorauSsetzen, Ist nun das E, K. I. Klaffe.beim jüdischen Offizier.stets in der vordersten Litüe errungen, daS Symbol des Spruches: „und setzet Ihr nicht daS Leben ein", ein Spruch, der-dem Grabenoffizier täglich. gilt und in dem er -.sich immer wieder bewähren muß, bis Ihm diefe-rücke warts nicht -stets fo umkampfte Auszeichnung anheim fällt, daS Eiserne Kreuz I. Klaffe rbA den Mannschaften ist (Ausnahmen-bestätigendie Regel) das „NqU me tangere" . des tapferen, schneidigen Soldaten.- Der FlugzeugsühreiLEd, gar Rosenbaum ist. einfacher Unteroffizier.(eheste so. wie Jacobowitz „nur" Bizefeldwebel -ist kund mancher. der vorherigen es noch nicht biszum Offizier bringen konnte). Das gut stnterriche tete ^Jüdische Echo" München gibt in der letzter