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KC-Blätter · 1917-05-01 · Heft 17 (Mai 1917) · page 17

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 17 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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K.C.-Vl8tter Kriegsausgabe | Die Aufgaben des K.G. nach dem Uriege. Bon Referendar vr. Alfred Wolff (Bavariae, Thuringiae). Während der langen Dauer des Krieges hat sich mancherlei geändert. Während man in den Augusttagen von 1914 wohl im ganzen deutschen Volke der Ansicht war, datz der Krieg eine vollständige Umwälzung bei allen Völkern Europas und ebenso in allen inneren Fragen Deutschlands, nicht zuletzt auch in den Verhältnissen auf unfern Universitäten, herbeisühren werde, mehren sich heute fast täglich die Stimmen, die an einen 8tatu8 quo ante glauben, sei es, daß man ihn herbeisehnt, sei es, daß man die Hoffnung aus irgendwelche Umwälzungen aufgegeben hat. Von der hohen Politik soll hier nicht die Rede sein. Weder sollen Kriegsziele hier erörtert werden, noch erscheint mir in diesen Blättern eine Debatte über die innerpolitische Neuorientierung ersprießlich. Ich will mich vielmehr lediglich den Verhältnissen an unfern hohen Schulen widmen und meine Ausführungen nach Möglichkeit auf unfern Verband beschränken. Es handelt sich darum, zu ergründen, ob auch am K.C. der Krieg spurlos vorübergehen dürste, oder ob nicht neue Aufgaben an ihn herantreten müßten. Man wird vielleicht einwenden, daß zu einer derartigen Erörterung erst die Zeit nach dem Friedensschluß in Betracht käme. Demgegenüber sei jedoch sestgestellt, daß die in Frage stehenden Verhältnisse schon heute ziemlich geklärt sind, so daß eine wesentliche Veränderung in den' Voraussetzungen dieser Betrachtungen nicht anzunehmen ist. Darum will ich den Versuch wagen, ohne als Prophet gelten zu müffen, dessen Ansehen ja seit jeher, zumal in seinem Vaterlande, nie sehr groß gewesen ist. Borausgeschickt sei, daß ich bei allen den K.C. betreffenden Dingen und Verhältniffen an einen 8tatu8 quo ante nicht glaube. Weder halte ich ihn für wahrscheinlich, noch scheint mir seine Ausrechterhaltung wünschenswert zu sein. Sowohl der Komment als auch die Tendenz werden sich eine Fortbildung gefallen lassen müffen. Die tendenziellen Grundlagen unseres Verbandes, wie Exklusivität, Bekämpfung des Antisemitismus und Betätigung deutsch-vaterländischer Gesinnung, dürfen freilich nicht angetastet werden. Der Gang der Ereignisse berechtigt 17. Heft Fortsetzung. uns auch nicht, einen Bruch mit diesen altgewohnten Prinzipien zu befürworten. Wie steht eö jedoch mit allen andern Zielen und Einrichtungen deS K.C.? Fraglos ist das Gebiet deS Komments das konservativste. Die alten und liebgewordenen Traditionen, die das deutsche Studententum mit allen Zweigen des studentischen Komments verknüpfen, berechtigen auch durchaus zu einem zähen Festhalten an den bewährten Einrichtungen. Zu Beginn des Krieges sah es fast so aus, als ob das Donnern der Kanonen dem Schlägerklang für immer ein Ende bereiten würde. Aber heute, wo sogar schon wieder Ehrengerichte gestiegen sind, scheint es kaum zweifelhaft, daß wir nach dem Kriege die Mensuren nicht missen werden. Im übrigen sei hier bemerkt, daß dem K. C er das Fechten nicht nur Selbstzweck, sondern ja eines der Mittel zur Durchführung der Tendenz ist. Und so wird man es verstehen, daß wir uns gerade bei der Durchführung gewisser Aenderungen aus dem Gebiete des Paukwesens besonders zurückhaltend zu verhalten haben. Sollte freilich die Mehrheit der schlagenden Studentenschaft Reformen für geboten halten, so werden wir dazu natürlich Stellung nehmen/ bis jetzt aber ist davon noch nichts bekannt. In einer andern Frage, die freilich schon vor dem Kriege, wenn auch meist mit geringem Erfolge, zu lösen versucht worden ist, wäre die Führerschaft des K.C. nicht nur im Jntereffe unseres Verbandes, sondern ein gewaltiges vaterländisches Werk. Ich meine die obligatorische Betätigung des Sports. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß seine Pflege bisher in fast allen unfern Verbindungen sehr viel zu wünschen übrig gelaffen hat. Bei allen unfern Korporationen, deren Sitz die Ausübung von Wassersport ermöglicht, müßte offiziell geschwommen, gerudert und gesegelt werden. Für die Anschaffung eigner Boote müßten stets die Mittel vorhanden sein. Im Winter würden Turnen und Leichtathletik zu pflegen sein. Man wende nicht ein, daß der Fechtunterricht zur Stählung des Körpers ausreiche. Jeder wird empfunden haben, daß das Fechten bei allen seinen — auch moralischen — Vorzügen doch immer nur eine einseitige Ausbildung ermöglicht. Zudem hat uns der Krieg wohl zur Genüge bewiesen, daß ein kräftiger Mensch mit geistiger Schulung ebensowenig auskommt wie ein starkes Volk. Mehr denn je Mai-Juni-Juli 1917

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