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KC-Blätter · 1917-05-01 · Heft 17 (Mai 1917) · p. Seite 880

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 17 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 880 (sequence 14)
Language
German
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880 noch unser l. Bbr. Blumenthal in Leipzig. Seine Adresse ist Unteroffizier Blumenthal, Leipzig, Lessingstr. 4 Ende Mai erreichte uns die traurige Nachricht, dast unser l A.H. l)r. mecl. Siegfried Lubinski, der als landsturmpfllchtiger Arzt in einem Feldlazarett inRusttand weilte, als Opfer seines Berufes fit Dranske für das Vaterland gestorben ist. Bbr. Lewkvwicz wurde au» 2. Juni 1017 zum Feldwebel-Leutnant befördert. Die Geschäfte der Verbindung führt nach wie vor Bbr. Hans Wohlgemuth, San.-Gesreiter im Glauchau i. S., Reserve-Lazarett. An ihn sind auch alle Berichte der Bbr. Bbr. zu senden, die bisher leider recht spärlich eingelaufen sind. Frrburaia. Wie schon itit letzten Bericht kurz erwähnt, eröffneten wir das S.-S. am 5. Mai mit einer Semester-Antrittskneipe, mit der wir gleichzeitig unser neues Heim einweihten. Die Kbr.Kbr. und Bbr. Bbr. der ganzen Provinz hatten es sich nicht nehmen lassen, uns aus diesem Anlasse zu besuchen. Wir hatten die roste Freude, u. a. die Herren Kbr.Kbr. Dr. Steinarter und Regierungsbaumeister Stiefel aus Insterburg bei uns zu sehen. Auch die Philisterschaft war in groster Zahl vertreten. So nahm denn die Kneipe einen feierlichen und würdigen Verlauf. Bon den geladenen Keilfüchsen meldeten sich aktiv die Herren stud. med. Albert Dingmann aus Danzig und stud. med. Erwin Hirsch aus Königsberg. In die Verbindung traten ferner neu ein stud. med. Georg Rosenstein, der sich auf Urlaub aus dem Felde hier befand, und slud. med. Heinz Sachs. Da wir somit in diesem Semester 8 Krasse haben, ist das Berbindungsleben wieder in schönster Blüte. Wöchentlich finden zwei Fuchsenstunden statt, ebenso vereinen ein Unterhaltungsabend und eine Kneipe die Bbr. Bbr. gemütlich miteinander. Austerdem machten wir verschiedene Exbummel in die Umgegend, die alle sehr schön verliefen. So waren wir am Himmelfahrtsrage wie alljährlich in Moditten, um den traditionellen Johannisbeerwein zu probieren. Als Resultat der Tendenz-Fuchsenstunden unseres lb. A. H. Dr. Lazar hielten die Füchse an wissenschaftlichen Abenden Vorträge. Die Themata waren u. a.: „Rassenantisemitismus", „Die Erhaltung des Judentums", Referate über die einschlägige Literatur u.a n» Auch der Fechtbetrieb rvar rege. Herr Kbr. Kran hatte iu liebenswürdiger Weise die Leitung übernommen. Häufig hatten »vir Besuch aus dem Felde. Datz Semester schliefst Ende Juli, nachdem es uns viel an Abwechslung gebracht hat. Wir erhoffen für das W.-S. einen ähnlich guten Verlauf, obwohl die rueisten Bundesbrttder ihrer baldigen Einberufung entgegensehen. K. C.-Stammtisch Frankfurt a. M. Wir begannen das 2. Halbsemester mit einem Convent am 4. Juni. Die definitiven Chargen,vahle»« hatten folgendes Ergebnis : Guckenheimer x F.W., 1. S. W., E. W. Simon x x 2. S. W. Levita x x x K. W. E. R. E. R. Guckenheimer, Simon, Levita, A. H. I)r. Mainzer, Rosenthal, Klein. Seligmauu F. M. f. T., Klein F.M. f.C. Da der gröstte Teil der Aktivitas in» Heeresdienst steht, »nustten die Offizien leider auf ein Mindestniast beschränkt bleiben. Doch trafen sich die Bbr. Bbr. nach Möglichkeit zu gemütlichem Zusammensein oder bei Ausflügen. So vereinigte alle eine Bo»vle im schönen Isenburg, das wir hoffentlich noch recht oft besuchen können. Inaktiviert wurde Ludwig Rosenthal, der leider krankheitshalber seine Charge nicht weiterftthren konnte. Philistriert wurde Dr. Curl Alexander. Ferner haben wir noch die erfreuliche Mitteilung von zwei weiteren Aktivmeldungen zu machen: Herr sind. S. Herzberg aus Frankfurt sowie Herr stud.'pbil. Rothschild. Da der gröstte Teil der Aktiven in» nächsten Semester nicht mehr in Frankfurt sein wird, möchten wir jetzt schon die Kbr. Kbr. bitten, bei der Wahl der Universität unser schönes Frankfurt zu berücksichtigen. Land. iur. Ernst Linz aus Mannheim ist nicht, ,vie in der vorigen Nummer irrtümlich gemeldet, bei einem Artillerieregiment, sondern beitn Stabe des Kommandeurs des Heimatluftschutzes zu Frankfurt a. M. □ Sucher- und Slatterschau. 8. Sagen polnischer Juden, ausgewählt und übertragen von Alexander Eliasberg. München lülv bei Georg Müller. Man beginnt allmählich, etwas weniger über die Ostjuden zu schreiben und zu reden, um sich dafür etwas mehr mit ihren» Leben, ihrer Geschichte, ihre»« Glauben, ihrem Denken u»ld Fühlen zu beschäftigen. Und einiges von alleden, spricht aus der reichen Fülle ihrer Sagen, von denen in» vorliegenden Bande eine lehrreiche Auswahl dargebote»» »vird. Der Boden, auf welchem diese seltsamen, vielgestaltigen Blumen von eigentürnlicher und herber Schönheit erwachsen, ist die neue Mystik des Ostens, der Chassidismus, der vornehmlich durch die Werke Martin RuberS dem grosten Publikum des Westens nähergebracht worden ist. Der Sarnmlung von fünfzig Sagen wird denn auch eine Einleitung vorausgeschickt, die in knappen Strichen das Wesen deS ChaffidiSmus und das Leben ihres Stifters, des Israel Balschem, schildert. So wundervoll »rrsprünglich und stark nun auch Glaubenskraft und Innigkeit des Empfindens in diesen Erzählungen zu uns spricht, so kann doch eine gewtffe Eintönigkeit in der Art des Fühlens und Denkens nicht geleugnet werden. Und sie weist auf den fre»nden Ursprung dieser ganzen Richtung hin. Was der Historiker »veist, datz nämlich die Quellen der äusteren Gestalt jüdischer Mystik — sowohl der älteren Kabbela »vie des jüngeren Chassidismus — im Christenturn liegen, empfindet auch der Leser, dem das geschichtliche Werder» der Bewegung ganz fremd ist. Die Abhängigkeit der Sagen von der christlichen Legenderlliteratur — und nicht immer von der besten — »st überall offenbar, und nicht eir»rnal die äusterliche Umwandlung der christlichen Züge in die Formen jüdischen Lebens ist überall geglückt. So intereffant darum auch die chasstdische Welt mit ihren weltfremden Phantasien und ihren der Wirklichkeit entrückten Träumereien ist, bedeutet sie doch »»ichts Ursprüngliches, nichts aus den» Wesen der jüdischen Seele mit der Kraft des Natürlichen Hervorguellendes. Entstanden als eine Reaktionserscheinung gegen die kühle, verstandesmästige Welt des scharfen taln»udischen Denkens, die der Seele, dem nach Liebe »»nd Innigkeit des Gefühls schmachtenden Gemüte, so gar nichts gab, ist sie niemals »nehr geworden. Ihre Grundstinnnung konnte die Waffer der gefühlsmästigen religiöse», Hingebu»»g in der jüdischen Seele ausgraben, die lange verschüttet ge- »vefen waren, aber ihre historische Forn« war fremd, und die Keiilie jenes traurigen Verfalls, in den der i Chassidismus heute unbestreitbar geraten ist, trug e»

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