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KC-Blätter · 1917-03-01 · Heft 16 (März 1917) · page 21

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 16 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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AWz-Aprll 1917 ILHest „Netzorienüeran-". Bon vr. Felix Goldmann <TyuAnglae). Unser gesamtes öffentliches Leben ist in diesem Augenblicke von großer Sehnsucht nach der Abkehr von alten Wegen erfüllt, von dem Willen .zu einer Neuorientierung", die mit einem Schlage beseitigt, was falsche Pietät und politische Reaktion in langen Jahre« der vorwärtsstrebenden Entwicklung an Fesseln angelegt haben. Wird der Ruf auch im studentischen Leben seinen Widerhall finden? Werden hier in den inneren Fragen des Zusammenleben- und der Erziehung, in den äußeren der studentischen Formen grundlegende Aenderungen zu erwarten sein? Gewiß find diese Fragen sür uns von höchstem Interesse, aber nicht in unserer Sondereigenschast als jüdische Akademiker, sondern nur als Glieder der deutschen Gesamtheit. Der St, C. ist ein Teil der deutschen «Studentenschaft, seiner geistigen Bedeutung und seiner vaterländischen Gesinnung nach gewiß vollwertig, seiner Zahl und seiner Tendenz nach aber keineswegs dazu berusen, in irgendwelchen allgemeinen Reformbewegungen eine führende Rolle zu übernehmen. Keine Strömung wird er unbemerkt vorübergehen lassen, und der allgemeinen Entwicklung — soweit sie wirklich die große Mehrheit ersaßt und soweit sie nicht die jüdischen Grundprinzipien deS K. C. berührt — wird er nach sorgfältiger Prüfung sich nicht entgegensteüen, getreu dem Satze, daß nur in jüdischen Dingen jüdisch, in deutschen aber deutsch gedacht tmb gehandelt werden muß. Auch mit der Frage der Neuorientierung auf dem engeren Gebiete jüdischer ZukunftSardeit werden mir uns kaum beschäftigen können, Aurächst liegt über den kommenden Zeiten — besonders im Hinblick auf die jüdischen Probleme — ein besonders dichter Schleier. Die gewaltigen umstürzenden Ereignisse im russischen Reiche, hle noch.keineswegs die Tendenz künftiger Entwicklung'klar erkennen lasien, find für das Geschick der Judenheit in aller Welt ebenso von Wichtigkeit wie die politischen Umwälzungen in Preußen. DaS abgegriffene Wort von der ^großen Zettel beginnt vielleicht auch für die Jud«rheit rine» Inhalt zu bekommen, lieber Wünsche, Empfindungen und Hoffnungen komme» wir ab.r nicht hinaus, und derjüdischen Neuorientierung fehlt muh jede reale Unterlage. Dann-aber darf -er K. £, das Bewußtsein haben, daß an seinen jüdischen Tendenzen, deren sichere Klarheit und Richtigkeit ebenso in der jüdischen Religion wie in dem Gange einer Geschichte von Jahrtausenden begründet find, sich auch durch die gewaltigsten und wunderbarsten Zeitereignisse wenig ändern kann. Daß freilich in der Taktik eine gewisse Neuorientierung etntreten'wird, ergibt sich auS der stetig wachsenden Verantwortung des K. E., der ekntti großen Teil der künftigen geistigen.Führer deS deutschen Judentums stellen, und der dem Anstürmen' nationaljüdischer Gefinnung gegenüber für die Synthese von ftidisch-reljgiösem und deutsch-nationalem Empfinden in 8er jüdischen Seele wirken muß. Hierzu gehört natürlich eine wesentliche Vertiefung der geistigen Ausbildung! Da aber die Notwendigkeiteiner viel gründlicheren Beschäftigung mit der Geschichte, oem Wesen und den Gegenwartsproblemen des Judentums schon vor Ausbruch des Krieges allseitig anerkannt und dahinzielende Reformarbetten in Angriff genommen waren, kann weniger von einer Neuorientierung als von der kräftigen Durchführung eines längst als selbstverständlich anerkannten Prinzips gesprochen werden. Auf eine wirkliche, rcchikale Neuorientierung, auf die Annahme ganz anderer Grundsätze wird man aber auf einem anderen Gebiete drängen müfien, danicht so sehr die Interessen deS K.E. wie die wichtigsten Lebensfragen der deutschen. Judettheit angecht. ESwird nämlich eine gründliche Aen«erung im Verhalten der großen jüdischen Oefsentiichkeit zum K.C. unbedingt verlangt werden müssen, besonders bei jenen Organisationen und Kreisen — sie umfassen! fragloS: die ganz überwiegende Mehrheit des! deutsche» Judentum» — die grundsätzlich auf dem «Boden seiner Tendenz stehen und in' ihm elften BundeSgenofien erblicken. U DaS Verhältnis deutschen Judenheit zum K.T. ist heute ebenso eigenartig wie sür sie be- - quem. Sie tut für .ihn nichts und ver- I langt von ihm alles! Daß der K.E. die i Führer für die jüdischest Organisationen heran-! zieht, daß seine Mitglieder sich allen jüdischen! Ausgaben'— nicht nur den allgemeinen, denn! das versteht sich ja ohne weiteres, sondern^ den

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