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KC-Blätter · 1917-03-01 · Heft 16 (März 1917) · p. Seite 839

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 16 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
Seite 839 (sequence 13)
Language
German
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839 mehr in Leipzig weilen. Der a. B. Fröhlich, von seinem Truppenteil krankheitshalber bis auf weiteres beurlaubt, ging nach München. Doch hoffen wir, daß unsere l. Saxo-Bavariae bald zu neuem Glanze erstehen wird. Durch die Wahl unseres, allen K. C. ern wohlbekannten, Kb. Dr. Felix Goldmann-Oppeln zum ersten Gemeinderabbiner von Leipzig wird unsere Verbindung wohl den Rückhalt bekommen, den sie bisher durch das Fehlen ortsansässiger, verheirateter K. C. er noch nicht hatte. Für diesen Fall der Wiedereröffnung sei hier mitgeteilt, wo sich das Eigentum der Verbindung befindet: Alles Inventar ist bei den Angehörigen unseres i. a. B. Blumenthal, Lessingstr. 3 n. eingestelltalles zur Kneipe Nötige findet sich im „Thüringer Hof"- unser Paukzeug steht am Universitäts-Fechtboden, das Mensurzeug im „Kuchengarten" in Reudnitz. Das Geld der Verbindung bat a.B. Hans Wohlgemuih in Verwahrung, der einzige, der vorläufig in erreichbarer Nähe von Leipzig bleibt. Seine Adreffe ist: Gefr. Hans Wohlgemuih, Glauchau i. S. Reservelazarett. Noch schwebt über dem Geschick unseres lieben Haas ein leider nicht mehr zu mißdeutendes Dunkel, da trifft uns die Nachricht von dem Tode unseres Bundesbruders Simonsohnseiner soll an anderer Stelle gedacht werden. K. C.-Stmmntisch Frankfurt a. M. In den Ferien hielten wir im „Thomasbräu" einen größeren Bierabend ab, zudem wir zu unserer Freude fast alle Frankfurter K. C.er, z. T. mit ihren Damen, begrüßen durften. Wir eröffneten das Semester am 1. 5. mit einem Antrittskonvent im „Ratskeller." Eine l. K. B. Licariae beurlaubte zu uns ihre z. Zt. hier in Garnison liegenden cr. B. a. B. Max Simon und Georg Klein, ebenso wurde a. B. Ludwig Rdsenthal zu uns zurück beurlaubt. Die interimist. Chargenwahl hatte folgendes Ergebnis: Rosenthal X, F. M f. C., 1. S. W. Simon X X, F. W., 2. S. W. Levita X X X, K. W. Alexander F. M. f. T. E. R. E. R. Rosenthal, Simon, Levita, A. H. Dr. Mainzer, Alexander, Klein. stud. med. Ernst Goldschmidt aus Camberg und stud. med. Ludwig Schönthal aus Frankfurt a. M. meldeten sich aktiv. Die Abendoffizien wurden unter Berücksichtigung des in der Aktivitas vorherrschenden Feldgrau auf Montag (Konvents und Donnerstag (Bierabend) festgesetzt. Für die Füchse ist außerdem zweimal wöchentlich offiz. Schwimmen Auch soll ein Fechtkurs belegt werden. Wie lange der Betrieb aufrecht erhalten werden kann, ist unbestimmt, da sämtliche Aktive, die nicht schon im Heeresdienst stehen, als k. v. ausgehoben sind, also täglich mit ihrer Einziehung zu rechnen haben. Unsere ständige Adreffe ist nunmehr Schillerstraße. Bücher- und Blätterfchau Ol Hermann L. Strack. Jüdisches Wörterbuch mit besonderer Berücksichtigung der gegenwärttg üblichen Ausdrücke. Leipzig 1916. I. C. Hinrichs. XVII. 204 S. M. 5. Wie alle Bücher und literarischen Unternehmungen des Verfaffers bekundet auch das vorliegende feine bemerkenswerte Geschicklichkeit, praktische Bedürfnisse der Lernenden sicher zu erfaffen, seinen Lehrbüchern eine wiffenschaftliche Gestalt zu geben und sie bei äußerster Präzision und Gedrängtheit des Ausdruckes in positiver und handlicher Form preiswert darzubieten. Während andere sich in mehr oder minder zutreffenden Charakter, istiken des Jiddisch ergehen, bietet Strack hiermit ein Buch, das geeignet ist, positiv und zuverlässig in diese Sprache einzuführen. Es setzt nichts voraus. Daher beginnt es mit kurzen Anweisungen über das jüdische Alphabet, die allernotwendigsten Elemente der hebräischen Grammatik, das polnische Alphabet und den zum Ver. ständnis der Lektüre in der Tat unerläßlichen Raumbezeichnungen, schließend mit einer Auswahl von Literatur, angaben. Hierauf folgt auf 204 Seiten ein Wörterbuch in hebräischen Buchstaben mit deutscher Umschrift und zur Not ausreichenden Erläuterungen jüdische Begriffe und Einrichtungen. Wenn das Wörterbuch auch der Natur der Sache nach nicht vollständig sein kann, so ist es doch im großen ganzen genügend, wie Referent an Sttchproben aus jüdischen Zeitungen und nach Unterhaltungen mit den zahlreichen in unser Industriegebiet überführten jüdisch-polnischen Arbeitern festgestellt hat. Uebrigens bestehen in der Stärke des hebräisch-jüdischen und des reindeutschen Elementes im Jiddischen zahlreiche Abstufungen je nach der Entfernung von dem reinjüdischen Leben oder der Annäherung an die jüdische Umgebung. Auch in der Sprache vollzieht sich unaufhörlich der Prozeß der Assimilation. Dem versprochenen Lesebuch, das Nachfolgen soll, sehen wir mit Jntereffe entgegen. Dr. Jacob-Dortmund. „Autoemanzipation!" Mahnruf an seine Stammesgenoffen von einem russischen Juden, Jüdischer Verlag, Berlin, 1917. Diese im Jahre 1883 erschienene Schrift Leo Pinskers, die der Jüdische Verlag von neuem herausgibt, gehört zu den klassischen Schriften des Zionismus. Der Mahn, ruf des Verfaffers an seine Stammesgenoffen ist nicht ungehört verhallt. Er bewirkte die Organisierung der russischen Zionisten, der Chowewe Zion, im Odeffaer Konlitee und brachte 1884 die erste zionisttsche Konferenz in Kattowitz zu Stande. Die Wirkung läßt sich mtt der des „Judenstaats" Theodor Herzls vergleichen, der zu den Zionistenkongreffen und zur Schaffung der zionistischen Organisation führte. Auch der Inhalt der „Autoemanzipation" ähnelt dem des „Judenstaates", wie Pinsker Vorläufer Herzls und geistesverwandt niit ihm ist. Pinsker erscheint die Stellung der Juden innerhalb der Nationen als eine Anomalie und als entwürdigend. Er führt aus, daß die Juden ein Volk seien und daß die Schaffung einer gesicherten und produktionsfähigen Zufluchtsstätte, einerlei wo, erforderlich sei und zu ihrer Verbreitung eine Organisatton und ein Nationalkongreß. Mit von Leidenschaft durchglühten, wuchtigen Worten fordert er, daß die Judenheit endlich beginnen solle, ihr Schicksal selbst zu leiten. Die Worte Hillels „Wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? und wenn nicht heute, wenn denn?" hat er an die Spitze der Schrift gestellt. Seine Anschauung würden wir heute als Territorialismus bezeichnen. Innerhalb der zionistischen Ideenwelt steht sie im Gegensatz zu der Richtung, die Kulturzionismus genannt wird und deren hervorragendster Repräsentant Achad-Haam ist. Pinsker und Herzl er. strebten eine Zufluchtsstätte fürdieverfolgteJudenheit zur Beseitigung der „Judennot". Achad-Haams Sehnsucht ist auf Schaffung einer Kulturstätte in Palästina für das Judentum gerichtet, deffen Entwicklung in der Diaspora gehemmt sei und das von Palästtna aus die Juden der ganzen Welt kulturell einen könnteer strebt Beseitigung der Judentumsnot an. Wer sich über diese verschiedenen Richtungen orien. tieren will, dem ist zu empfehlen, die vorliegende Broschüre Pinskers zu lesen und im Anschluß daran den Aufsatz über Pinsker und seine Broschüre im l. Bande er unter dem Tnel „Am Scheiden ege" heraukgegebcncn

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