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KC-Blätter · 1917-03-01 · Heft 16 (März 1917) · p. Seite 831

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 16 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
Seite 831 (sequence 5)
Language
German
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881 Der K.C. im Kriege. Nach den bis Anfang Mai 1917 eingegangenen Kriegsadressenmeldungen stehen von den über 1100 Mitgliedern des K.C., unter Emrechnung der Gefallenen und infolge Verwundung oder Erkrankung als dienstunbrauchbar Entlassenen, 935 im Heeresdienst. Hiervon gehören bezw. gehörten dem Feldheere 763 an. Den Heldentod starben bis dahin 69 K. C.er. In diese Zahl sind 3 Bundesbrüder eirmeschloffern an deren Tod rein Zweifel besieht, deren Namen aber auf Wunsch der Familien noch nicht veröffentlicht werden sollen. Bermitzt werden ferner 3 K.C.er: Kb. Willy Motteck, der sich nach 3 maliger Verwundung zum 4. Male auf freiwillige Meldung inS Feld begeben hatte, feit Juni 1916 im Westen- Kb. Kurt Haas feit 26.127. September 1916 an der Somme und Kb. Hans Grünwalo (Bavariae) seit 37. Januar 1917 ebenfalls an der Somme. 3 K.C.er haben ihre Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz I. Klaffe, 383 mit dem Eisernen Kreuz II. Klaffe, 1 mit dem Eisernen Halbmond, 125 sonstige Kriegsauszeichnungen gemeldet. 63 K.C.er wurden während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert, 51 im preußischen Heere einschließlich der württem. bergischen und sächsischen Kontingente, 11 im bayerischen Heere. 3 K.C.er wurden im preußischen Heere zu Feldwebel-Leutnants befördert, 8 K. C.er gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des Beurlaubtenstandes dem bayerischen Heere an. vom valkan. Der Türkenjunge. Es war einmal einkleiner Türkenjunge, ob er Ali oder Mohammed hieß, weiß ich nicht, auch nicht, ob er lesen und schreiben konnte und wußte, daß 2X2 4 war. Aber eines konnte er. In den steinigen Bergen umherklettern, und seine Ziegen, Ochsen und Hämmel hüten, sich die warme Sonne auf den Bauch und in die Nasenlöcher scheinen laßen, dem feinen Klang der Glöckchen lauschen, die all' seine Tiere um den Hals trugen und dazu leise melancholische Lieder summen, in schwerem, getragenen Takte, daß es klang wie ein fernes Weinen. Auf den kleinen Eselchen und Pferdchen konnte er reiten auf den steilsten Wegen, und dann fühlte er sich so frei und glücklich wie ein Bergkönig. Alles war sein, soweit sein Blick reichte, wo er jahraus, jahrein, Sommer und Winter hauste. Die verkrüppelten Steineichen, die er auf sein Eselchen lud und heimführte, wo sie warm und knisternd im Feuer des Kamins verbrannten — drunten im Dorf im Harem der Mutter, wo er nur selten weilte. Sein war das weiche Gras und der weiße Fels, das klare Bergwasser, das jäh von der mächtigen Steinplatte als frischer Brunnen herunterrieselt, sein der braune Tabak, der vertrocknet an langen Stengeln hing und den er mit dem scharfen, langen Messer in seine Streifen schnitt und dann als Zigarette lustig in den blauen Simmel passte und fein vor allem die Tiere. — •o hatte er ein junges Oechselein, wundernett anzusehen. Hatte ganz kleine, seine Hufen, weiße Beine, nur an den Knien einen schönen, runden braunen Fleck, hatte so zierliche, kurze Hörner und zwei blaue Augen, die ihn so treu ansahen, so treu. Und wie pflegte er seinen Liebling! Mit dem knorrigen, struppigen Eichenreis rieb und putzte er ihn, daß er ganz blank wurde, ordentlich glänzte. Er kannte alle Weiden, Schluchten und Hänge, wo es gutes Gras und nahrhafte Kräuter gab. Eines Tages war Krieg. — Er merkte nichts davon, bis plötzlich fremde Männer kamen, viel fremde Männer in sein Heimatdorf, in sein Vaterhaus, und sich da einrichteten und wohnten, als ob's ihnen gehörte. Nur in das Zimmer seiner Mutter, in's Harem, gingen sie nicht. Aber sonst gehörte alles ihnen, sie nahmen, was ihnen paßte. Und sie wollten auch essen, die vielen bösen, fremden Männer und begnügten sich nicht, wie sie, seit Menschengedenken, mit starkem, schwarzen Kaffee und Kukurruz und Brot und einem Hammelbraten an Festtagen. Nein, sie wollten jeden Tag Fleisch effen, nicht Hammel-, nein, richtiges Ochsensteisch. Und nahmen alle Rinder, die sie fanden. Bald gab es im Dorfe keine mehr. Nun gingen sie in's Gebirge und suchten. Da ward unserem kleinen Türkenjungen so angst, und er trieb seine Herde weit weg ins Gebirge hinein, mitten zwischen schroffe Felsen, wo man dicht an den immerweißen Bergen war, in einer ttefen Schlucht, durch hohe Gipfel vom Dorfe geschieden. Und hier hatte er wieder Ruhe, hier würde ihn keiner finden. Es verging eine Woche und noch eine, da war wieder alles aufgezehrt von den fremden Männern, alles Vieh, was in den nahen Gebirgsschluchten weidete. Auch schon von den verschmähten Hammeln hatten sie gegeffen. Da kam der Hunger und trieb sie weiter inS Gebirge, zu suchen. 2 Mann waren es. Die nahmen Gewehre auf den Rücken und Stricke, und gingen, einen Ochsen zu holen. Sie stiegen hoch hinauf, an verfallenen Dörfern vorbei, an großen Hammelherden, die sie nicht achteten, über Schluchten hinweg und Felskämme, mitten hinein in die wilde Einsamkeit. Und sie suchten die Spuren am Boden, wo Rinder geweidet haben mochten, und auf den Höhen, da fanden sie deutliche Zeichen der Verdauung der Tiere, noch frisch, sie waren auf der rechten Spur. Wie sie über die Höhe hinwegsahen, war plöylich eine große, schöne Herde da. Es waren die Ochsen und die Kühe unseres kleinen Türkenjungen. — Der sah die beiden und war starr vor Schreck. Wie gelähmt. Zitterte vor Angst, wollte fortlaufen, aber er konnte seine Tiere doch nicht verlaffen. Sah nur immer wieder wie gebannt hin und blieb fest gewurzelt am selben

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